Hamburg kommt nicht zur Ruhe. Im Westen der Hansestadt machen Spaziergänger eine Entdeckung, die Erinnerungen an einen beunruhigenden Vorfall im Frühjahr weckt. Mehrfach wird ein ungewöhnliches Tier im Bereich des Klövensteen gesichtet. Die Hinweise häufen sich – und die Umweltbehörde wird aufmerksam.
Zunächst ist unklar, was sich in dem Wald- und Naherholungsgebiet aufhält. Doch dann liefert eine Fotofalle den entscheidenden Beweis!
Foto bringt Gewissheit
Es ist tatsächlich ein Wolf! Am Donnerstag, dem 15. Oktober, bestätigt die Hamburger Umweltbehörde die Sichtungen. Das Tier wurde von einer Wildkamera aufgenommen. Zuvor hatten Fachleute das Gebiet nach Spuren und DNA-Material abgesucht.
Die Nachricht sorgt für Unruhe. Zahlreiche besorgte Bürger wenden sich an die Behörden. Denn der letzte Wolf, der in Hamburg für Schlagzeilen sorgte, ist vielen noch in Erinnerung.
Begegnung endet im Krankenhaus!
Ende März verirrt sich ein junger Wolf mitten nach Hamburg-Altona. In einer Einkaufspassage kommt es zu einer folgenschweren Begegnung: Das Tier beißt einer 65-Jährigen ins Gesicht.
Anschließend läuft der Wolf weiter durch die Großstadt. Am Jungfernstieg versucht die Polizei, ihn einzufangen. Doch das Tier springt in die Binnenalster. Schließlich gelingt es, den Wolf mit einer Schlinge aus dem Wasser zu holen.
Nach einem Aufenthalt in einer Wildtierstation wird er mit einem Sender ausgestattet und wieder ausgewildert. Doch Ende Mai brechen die Funksignale ab. Seither fehlt jede Gewissheit über sein Schicksal. Die Umweltbehörde hält ihn inzwischen für tot.
Jetzt wächst der Druck auf die Behörden
Bei dem aktuell gesichteten Wolf handelt es sich um ein weiteres Tier. Die CDU fordert angesichts der erneuten Sichtungen klare Regeln für problematische Situationen. Die Umweltbehörde erklärt, ein entsprechender Plan sei nahezu fertig.
Eine unmittelbare Gefahr bestehe derzeit allerdings nicht. Wölfe meiden Menschen normalerweise.
Das sollten Hundehalter jetzt beachten!
Wer einem Wolf begegnet, soll ruhig bleiben, Abstand halten und keinesfalls weglaufen. Lautes Sprechen oder Klatschen kann helfen, das Tier auf Abstand zu halten.
Besonders wichtig: Im Klövensteen und den angrenzenden Gebieten müssen Hunde an der kurzen Leine geführt werden.
Die letzte gemeldete Sichtung erfolgte am Donnerstagvormittag. Bis zum Freitag lagen nach Angaben des NDR keine weiteren Meldungen vor.