Wildtierkamera-Aufnahme
© WWF Deutschland / Facebook

Mitten in der Nacht passiert es: Das ist die überraschendste Liebesgeschichte des Jahres!

von Stefanie Gräf•

Eine vermeintlich unscheinbare Aufnahme aus dem Thüringer Wald erzählt eine außergewöhnliche Geschichte. Und das Endergebnis sorgt für Freudentränen.

Mit einem Mal springt die Kamera an! Im dicht bewachsenen Unterholz des Waldes südlich von Ilmenau bewegt sich etwas. Zuerst sind es nur schwach erkennbare Schatten, doch im nächsten Moment wird klar, was dies für ein einzigartiger Moment ist!

Denn auf dem Display der Wildkamera sind zwei Kätzchen zu sehen, die durch den nächtlichen Thüringer Wald toben. Aber es handelt sich nicht um normale Hauskatzen! Tatsächlich sind diese zwei eine wahre Sensation.

Lustiges Treiben im Dickicht

Die Aufnahme aus dem Wald zeigt nicht nur das Ergebnis einer außergewöhnlichen Begegnung zwischen einer Schweizerin und einem Rumänen. Sie sorgt auch bei den Beobachtern des Projekts „Luchs Thüringen“ sofort für Atemlosigkeit. Denn da toben wieder zwei Luchs-Junge fröhlich durch das Dickicht!

Ihre Mama ist eindeutig die schon seit zwei Jahren durch dieses Revier streifende Luchsin Vreni. Ursprünglich im Schweizer Wildnispark Zürich aufgewachsen, hat sie sich Schritt für Schritt an das freie Leben angepasst. 

Doch Vreni trug lange ein Geheimnis mit sich herum: Als sie im vergangenen Jahr überraschend das erste Mal zwei Jungtiere durch das Dickicht führte, blieb die Identität des Vaters im Dunkeln. Keine Kamera verriet damals, wer der Gefährte an ihrer Seite war.

Sie kommt aus der Schweiz, er aus Rumänien

Diesmal fügen sich die Puzzleteile jedoch anders zusammen. Seit anderthalb Jahren durchstreift ein weiterer Bewohner die dichten Wälder der Region: Ionel, ein Wildfang aus den rumänischen Karpaten. 

Monatelang bewegten sich die beiden scheuen Raubkatzen unabhängig voneinander durch das Terrain. Erst Aufnahmen aus der Paarungszeit zeigten, dass sich ihre Wege im Verborgenen kreuzten.

Gewissheit in den frühen Morgenstunden

Anfang Oktober 2026 brachte die neue Aufnahme schließlich die Gewissheit: Die Kamera hielt Vreni erneut mit Nachwuchs fest. Für das Projektteam steht fest, dass Ionel der Vater des Jungtiers ist. 

Damit ist den beiden Wildkatzen unbemerkt etwas gelungen, auf das Naturschützer jahrelang gehofft hatten: Zum ersten Mal sorgen zwei ausgewilderte Luchse in Thüringen gemeinsam für Nachwuchs. Das macht Hoffnung auf eine Zukunft für die Luchse in Thüringen.

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