An einem Montagnachmittag kehrt die 58-jährige Sandra mit ihrer Hündin vom Spaziergang zurück. Sie wohnen in einem Vorort von Mailand (Italien). Plötzlich bleibt die Vierbeinerin vor einem blauen Plastikbeutel unter einem Baum stehen. Der Sack auf dem Bürgersteig bewegt sich unerwartet, wie die Zeitung Corriere della Sera berichtet.
Die Hündin führt ihr Frauchen direkt zu dem Gegenstand. Sandra öffnet zwei feste Knoten des Beutels. Im Inneren entdeckt die Hundehalterin ein Neugeborenes in mehreren Tüchern. Das kleine Baby fängt sofort an zu weinen.
Schnelle Hilfe ohne Smartphone
Die Retterin hat ihr Mobiltelefon nicht dabei. Sie spricht deshalb schnell eine andere Passantin an. Gemeinsam wählen die Frauen die Notrufnummer 112. Am Telefon erklären die Einsatzkräfte, wie sie den Säugling schützen müssen. Das Baby braucht dringend Wärme. Die zweite Frau zieht sofort ihren Pullover aus, um das Kind einzuwickeln. Kurze Zeit später treffen Rettungswagen und Polizei ein.
Das Neugeborene ist außer Gefahr
Das Kind wiegt etwa vier Kilo. Der Rettungsdienst bringt den Jungen in das örtliche Krankenhaus. Dort liegt der Säugling auf der Neugeborenen-Intensivstation. Die Ärztinnen und Ärzte behalten ihn zwei Wochen zur Beobachtung. Sein Zustand ist stabil und es besteht keine Lebensgefahr mehr.
Die Finderin steht immer noch unter Schock. Sie hat keine verdächtigen Personen in der Nähe bemerkt. Selbst Stunden später kann die Frau das Geschehen kaum fassen.
Anonyme Hilfen für Mütter in Not
Die genauen Hintergründe dieser Aussetzung bleiben unklar. Auch in Deutschland gibt es für Frauen in Verzweiflung vertrauliche Hilfsangebote. Das ist hierzulande ebenfalls möglich, um Säuglinge zu schützen. Mütter können ihr Kind in einer Babyklappe abgeben oder eine anonyme Geburt im Krankenhaus wählen. Niemand muss ein Neugeborenes hilflos zurücklassen.
Übersetzt von der Wamiz-Website FR künstliche Intelligenz