Hinter den verschlossenen Türen der verwahrlosten Wohnung in Köln-Dellbrück spielte sich im Stillen eine Katastrophe ab. Die Spuren an den Tapeten sind die stummen Zeugen eines unfassbaren Martyriums. Denn nackte Verzweiflung führte dazu, dass die Lebewesen in der Wohnung versuchten, sie zu essen!
Tagelang müssen die drei Katzen dort ohne Futter und ohne Wasser vor sich hinvegetieren. Die Isolation schlägt rasch in einen verzweifelten Überlebenskampf um. Um nicht zu verhungern, zerfetzen und fressen sie schließlich die Tapeten von den Wänden.
Die Seele bleibt gezeichnet
Als das völlig entkräftete Trio schließlich gerettet wird, ist die Lage kritisch. Völlig dehydriert kommen die Tiere bei den Helfern im Tierheim Köln-Dellbrück an.
Den Tierschützern gelingt es, die circa 2021 geborene Katzendame Rose körperlich wieder aufzupäppeln. Doch was das Tier in der Dunkelheit der verlassenen Wohnung durchmachen musste, hat sich tief in sein Gedächtnis eingebrannt.
Eklat im neuen Zuhause
Wie tief die seelischen Wunden sitzen, zeigt sich, als Rose eine vermeintlich zweite Chance erhält und vermittelt wird. Der Versuch einer Neuanfang endet im Debakel!
Getrieben von der unkontrollierbaren Angst, erneut dem Hungertod ausgeliefert zu sein, plündert Rose in ihrem neuen Heim die gesamte Küche. Die Panik vor dem Hunger ist stärker als jedes Sättigungsgefühl. Das Tier wird umgehend ins Tierheim zurückgebracht.
Die letzte Hoffnung für Rose?
Für die Tierschützer ist klar: Rose leidet unter einem schweren Schocktrauma. Wer der Katze künftig ein Zuhause bieten möchte, muss strikte Bedingungen erfüllen.
Aufgrund ihrer extremen Futtergier dürfen keine Kinder im Haushalt leben. Zudem benötigt die Samtpfote ein Umfeld als Einzelkatze und ein gezieltes Training, um Schritt für Schritt das Vertrauen zurückzugewinnen, dass der Napf nie wieder leer bleibt.
Jetzt wird nach Menschen gesucht, die den Mut und die Geduld haben, Rose zu zeigen, dass sie nie wieder Angst vor dem Verhungern haben muss. Gibt es so jemanden da draußen?