Zugeklebter IKEA-Karton
© Tierheim Moers / Facebook

Erst sorgt der Fund für einen Scherz im Tierheim – wenige Sekunden später kippt die Stimmung

von Stefanie Gräf•

Vor dem Tierheim Moers steht am Morgen plötzlich ein IKEA-Karton. Erst sorgt der Fund noch für Scherze – dann bekommen alle schlagartig eine Gänsehaut!

Am Morgen des 25. September wartet vor dem Tierheim Moers eine ungewöhnliche Überraschung. Direkt vor dem Eingang steht ein verlassener brauner Umzugskarton von IKEA.

Für einen kurzen Moment nehmen alle die Sache noch mit Humor. Scherzhaft spekuliert das Team darüber, ob ein aufmerksamer Spender womöglich das begehrte Einzelteil eines „Billy“-Regals vorbeigebracht hat. Doch diese Hoffnung zerplatzt wie eine Seifenblase!

Plötzlich kommt etwas zum Vorschein

Mit einem Mal miaut es aus dem Karton kläglich... Den Tierschützern ist augenblicklich klar: Sie hier nicht mit einer gutgemeinten Spende zu tun, sondern in diesem Karton steckt etwas Lebendiges!

Noch bevor jemand den Deckel öffnen kann, schieben sich feine, kleine Pfoten durch die seitlichen Griffmulden der Pappkiste nach draußen. Auf einen Schlag gefriert das Lächeln der Mitarbeiter. Den Anwesenden wird klar, was hier vor dem Tor abgestellt wurde.

Eine ganze Familie auf engstem Raum

Das vorsichtige Öffnen der Kartonlaschen enthüllt das Ausmaß der Gleichgültigkeit. In dem engen Pappkarton sitzt eine Mutterkatze zusammen mit ihren fünf Neugeborenen. 

Nirgends ist eine wärmende Decke sehen. Die Tiere wurden ohne jeglichen Schutz vor der Witterung auf dem kühlen Untergrund abgestellt. Auch Futter oder Wasser fehlen.

Die Tierschützer stehen vor einer Katzenfamilie, die man im Vorbeigehen entsorgt hat, weil die Betreuung die Möglichkeiten oder den Willen der Halter offenbar überstieg.

Scharfe Kritik an fehlender Vorsorge

Das Entsetzen im Tierheim schlägt schnell in deutliche Wut über. Für die Helfer zeigt das Verhalten das Maximum an Verantwortungslosigkeit. 

Dass es überhaupt zu einer ungewollten Trächtigkeit kommt, sei das Ergebnis fehlender Vorsorge. Eine regelmäßige tiermedizinische Versorgung, Impfungen und vor allem die rechtzeitige Kastration hätten die Überforderung mühelos verhindert. 

Wer die Verantwortung für ein Tier übernimmt, müsse sich dieser Pflicht von der ersten Sekunde an bewusst sein.

Blick nach vorn

Trotz des Schocks gibt es eine vorsichtige Entwarnung: Die sechs Tiere haben die Zwangslage den Umständen entsprechend gut überstanden. Sie erholen sich derzeit im Tierheim von den Anstrengungen und werden eingehend medizinisch untersucht. 

Während sich die Pfleger um die Versorgung der Familie kümmern, bittet das Tierheim Moers nun die Öffentlichkeit um Mithilfe. Gesucht werden Beobachtungen oder Hinweise aus der Bevölkerung, die dabei helfen aufzuklären, wer die Katzenfamilie in dem Umzugskarton vor dem Tor ausgesetzt hat.

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