Ein Ausflug in den Wald im Spätsommer oder Frühherbst wirkt friedlich. Doch im Schatten des Laubdachs lauert genau jetzt ein Schmarotzer mit einer beklemmenden Taktik und sucht im Dickicht gezielt nach Opfern!
Sobald der etwa fünf bis sechs Millimeter kleine Parasit auf einem Opfer landet, vollzieht er ein verstörendes Manöver: Er wirft seine eigenen Flügel ab. Ohne die Möglichkeit, wieder fortzufliegen, klammert er sich in der Tiefe des Fells fest und beginnt, wiederholt Blut zu saugen.
"Fliegende Zecken" wieder unterwegs!
Für den Hund bleibt dieser Angriff keineswegs unbemerkt. Aus dem Nichts zeigt das Tier ein völlig verändertes Verhalten: Es dreht sich hektisch im Kreis, lässt sich auf den Boden fallen oder schnappt verzweifelt nach der eigenen Haut.
Der Biss der Hirschlausfliege, die auch als fliegende Zecke bezeichnet wird, löst heftige Hautreaktionen aus. Die betroffenen Stellen röten sich, schwellen an und jucken unerträglich. Durch ständiges Kratzen und Lecken wird das Gewebe weiter geschädigt – die Folgen sind nässende, schmerzhafte und im Verlauf eitrige Wunden.
Jetzt auch noch gefährliche Erreger
Doch der sichtbare Schaden auf der Haut ist möglicherweise nicht das einzige Risiko. In den Parasiten wurden Bakterien der Gattung Bartonella nachgewiesen. Solche Erreger stehen im Verdacht, im Körper schwerwiegende Prozesse auszulösen.
Eine Infektion kann bei Hunden zu hohem Fieber und im extremen Verlauf zu gefährlichen Entzündungen des Herzmuskels oder der Herzklappen führen!
Obwohl noch nicht abschließend geklärt ist, wie häufig die Hirschlausfliege diese Bakterien tatsächlich auf Hunde überträgt, bleibt die Bedrohung im Körperinneren bestehen.
Die Hausmittel-Falle
Viele Halter versuchen, ihren Hund vor dem Ausflug zu schützen, stoßen dabei jedoch an Grenzen. Klassische Zeckenhalsbänder, Insektensprays oder Spot-On-Präparate bieten keinen nachgewiesenen Schutz gegen die widerstandsfähigen Lausfliegen.
Noch gefährlicher ist der unüberlegte Griff zu vermeintlich sanften Hausmitteln: Ätherische Öle können bei Hunden schwere Hautreizungen, Vergiftungserscheinungen oder Atemwegsprobleme verursachen. Lebt zusätzlich eine Katze im Haushalt, können manche dieser Stoffe für das zweite Haustier sogar hochgradig giftig sein.
Gezieltes Handeln nach dem Ausflug
Um Folgeschäden zu verhindern, ist nach jedem Waldspaziergang eine akribische Kontrolle gefragt. Halter sollten das Fell vor allem im Bereich von Kopf, Hals und Nacken gründlich absuchen.
Noch nicht festgebissene Parasiten lassen sich am besten mit einem feinen Kamm oder unter kaltem, fließendem Wasser auswaschen. Hat sich der Schmarotzer bereits verankert, muss er zeitnah entfernt werden.
Zeigt die Haut eitrige Veränderungen oder wirkt der Hund ungewöhnlich matt, ist der Gang in die Tierarztpraxis unumgänglich.