Autodach ragt knapp aus dem Wasser
© Justin Brosch / bild.de

SUV versinkt in der Ruhr: Für zwei Hunde kommt jede Hilfe zu spät

von Stefanie Gräf

Ohnmächtig müssen die Menschen am Fluss zusehen, als sich das Fahrzeug in Bewegung setzt. Unaufhaltsam versinkt es in den Fluten - mitsamt der Hunde!

Sonntagnachmittag an der Ruhr bei Hattingen: Auf einer beliebten Hundewiese stehen Fahrzeuge, Menschen genießen das Wochenende. Nichts deutet auf die Katastrophe hin, die sich in Sekundenbruchteilen anbahnt. 

Ein geparkter SUV – ein schwerer Ford Maverick – steht am Rand der Wiese. Im Inneren des Wagens befinden sich zwei Hunde. Doch plötzlich, ohne jede Vorwarnung, setzt sich das tonnenschwere Fahrzeug von selbst in Bewegung! 

Verzweiflungskampf gegen die Fluten

Der Wagen rollt den Abhang hinab, immer schneller, direkt auf den Fluss zu! Mit einem dumpfen Aufschlag trifft der Geländewagen das Wasser und versinkt. Innerhalb kürzester Zeit ragt nur noch das Dach aus der trüben Strömung. Die Tiere sind im Innenraum gefangen...

Am Ufer bricht schlagartig Panik aus. Aufmerksame Wassersportler reagieren blitzschnell, hechten in die kalten Fluten und versuchen, an das versunkene Wrack heranzukommen. Tatsächlich gelingt es ihnen, einen der Hunde aus den Wassermassen zu ziehen. Doch die Hoffnung zerbricht sofort: Für das Tier kommt jede Hilfe zu spät. 

Währenddessen trifft ein Großaufgebot an Einsatzkräften ein. Feuerwehr, DLRG, Spezialeinheiten mit Strömungsrettern und Booten starten einen verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit.

Die traurige Gewissheit

In Spezialausrüstung dringen die Retter der DLRG im strömenden Fluss zum Auto vor. Jeder Handgriff muss sitzen, die Minuten verstreichen unerbittlich. Doch als es gelingt, den Innenraum des Geländewagens zu durchsuchen, folgt die bittere Realität. 

Auch der zweite Hund kann von den Tauchern nur noch leblos geborgen werden. Der Geländewagen wurde für beide Vierbeiner innerhalb von Augenblicken zur ausweglosen Falle.

Wie konnte es dazu kommen?

Nach der Tragödie bleibt ein beklemmendes Bild zurück. Stundenlang liegt das Fahrzeug im Flussbett. Während der Vorbereitungen zur Bergung bemerken die Einsatzkräfte, dass gefährliche Betriebsstoffe aus einem Kanister im Fahrzeuginneren austreten! 

Sofort müssen spezielle Sperren mit Bindemittel auf dem Wasser ausgebracht werden, um Schlimmeres zu verhindern. Erst nach rund drei Stunden gelingt es einem Bergungsunternehmen mit schwerem Gerät, den SUV aus der Ruhr zu ziehen. 

Warum das Auto plötzlich ins Rollen geriet und weshalb die Tiere allein im Wagen waren, bleibt an diesem düsteren Nachmittag ungeklärt.

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