Für die Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) ist es zunächst ein ganz normaler Arbeitstag. Sie sichten das Altpapier aus den aufgestellten Papiertonnen, ehe es in die gewaltige Müllpresse gelangt. Darin wird gnadenlos alles zermalmt, was hineingerät.
Keiner der anwesenden Müllwerker ahnt, dass sie an diesem Tag eine Entdeckung machen, die ihnen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Denn inmitten des Papiermülls wartet eine grausame Überraschung auf sie.
Moment entscheidet über Leben und Tod
Ein Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens sortiert routinemäßig das Papier, ehe es in die laufende Müllpresse wandert. Doch plötzlich fällt ihm eine Kiste auf. Er schaut hinein – und blickt in den sicheren Abgrund einer menschlichen Grausamkeit!
In dem Karton liegen fünf winzige neugeborene Kätzchen... Die Babys sind kaum eine halbe Hand groß. Bei vier von ihnen ist die Nabelschnur noch feucht. Sie sind vermutlich erst wenige Stunden zuvor auf die Welt gekommen. Statt Schutz und Wärme bei ihrer Mama zu finden, wurden sie wie Abfall in der Tonne entsorgt!
Das Bangen im Zwei-Stunden-Takt
Der Müllwerker reagiert sofort, stoppt den Prozess und bringt die winzigen Überlebenden ins Tierheim Henstedt-Ulzburg. Selbst für die erfahrenen Tierschützer ist dieser Fall ein Schock.
Zwar wurden in der Region schon Tiere in Gebüschen oder vor den Toren ausgesetzt, doch die gezielte Entsorgung im lebendigen Zustand im Müll ist eine neue Dimension der Kälte.
Im Tierheim hat nun ein nervenaufreibender Kampf begonnen. Die fünf Winzlinge sind extrem labil. Alle zwei Stunden müssen sie mit der Flasche gefüttert werden, Tag und Nacht. Sie liegen unter einer Wärmelampe, die ihren Zustand stabilisieren soll.
Doch die Sorge ist riesig: Bei so jungen Wesen kann die Situation minütlich kippen. Besonders um eines der Tiere steht es kritisch. Es wurde in der Tonne eingequetscht, ein Pfötchen ist schwer verletzt. Ob es die nötige Operation überlebt, ist völlig unklar. Die Überlebenschancen stehen schlecht.
Die Spur führt ins Nichts
Während im Tierheim von Stunde zu Stunde gezittert wird, bleibt eine Frage quälend offen: Wer hat den fünf Neugeborenen das angetan? Wo ist die Mutterkatze, die ihre Jungen jetzt schmerzlich vermissen muss?
Die Suche nach den Verantwortlichen gleicht einer Sackgasse. Da niemand mehr nachvollziehen kann, wo genau die Papiertonne stand, bevor sie geleert wurde, fehlt jede heiße Spur.
Das Tierheim hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung über die sozialen Netzwerke. Bis die Überlebenden in einigen Wochen hoffentlich über den Berg sind, bleibt der Fall das, was er von der ersten Sekunde an war: Ein hochemotionales Drama auf Leben und Tod.