Labrador sitzt auf Tisch am Meer auf Sylt
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Heftiger Hunde-Krieg auf Sylt: Warum dieses Verhalten der Halter für blanke Wut sorgt

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Das Netz kocht gerade über vor Wut. Denn ausgerechnet auf der beliebten Nordseeinsel zeigen sich viele Hundehalter von ihrer schlechtesten Seite.

Die Saison auf der Nordseeinsel Sylt hat noch nicht einmal richtig begonnen, da legt sich bereits ein dunkler Schatten über die idyllischen Dünen. Wo eigentlich Urlauber die frische Meeresbrise genießen sollen, hat sich ein blutiges Drama abgespielt – und es ist nur der Auftakt einer Serie, die sich jedes Jahr wiederholt.

Das erste Schaf des Jahres ist tot. Gerissen von einem Hund, der ohne Leine unterwegs war. Doch das, was die Menschen auf der Insel und im Netz aktuell rasend vor Wut macht, ist nicht der Biss selbst. Es ist das verantwortungslose Verhalten vieler Herrchen und Frauchen.

Sylt: Wut über Attacken auf Schafe

Für Schäferin Daniela A. ist der Anblick zerrissener Tiere ein grausamer, wiederkehrender Albtraum. Zwischen 30 und 40 Schafe werden jedes Jahr auf der Insel Opfer von Hundeangriffen.

Das Muster dahinter: Der freilaufende Hund beißt zu, das Schaf bricht blutend zusammen – und die Halter drehen sich um und verschwinden. Anonym, leise und feige.

Sie hinterlassen nicht nur ein sterbendes Tier, sondern stürzen die Schäfer auch in finanzielle Nöte. Rund 500 Euro Tierarztkosten fallen pro Vorfall an, dazu kommt der Verlust des Tieres selbst, erklärt die Schäferin im Gespräch mit shz.de.

Die Zeche für die Ignoranz der Hundehalter zahlt Daniela A., während die Verursacher längst wieder gemütlich im Ferienhaus sitzen. Dieses Verhalten gefährdet mittlerweile den gesamten Küstenschutz der Insel.

Der wahre Schuldige hat zwei Beine

In den sozialen Netzwerken entlädt sich daher nun ein regelrechter Sturm der Entrüstung. „Nehmt verdammt nochmal eure Hunde an die Leine. Wie oft muss das noch gesagt werden“, fordert eine Frau auf Facebook stellvertretend für Tausende, denen bei dieser Rücksichtslosigkeit der Kragen platzt. Die Stimmung ist explosiv.

Doch inmitten der brodelnden Wut stellt die Community eines völlig klar: Der Hund ist in diesem Drama nicht der Täter. Ein Hund ist ein Raubtier, das reinen Instinkten und natürlichen Trieben folgt, wenn es auf eine Herde Schafe trifft. Er weiß es nicht besser. Der wahre Schuldige in diesem Sylter Hunde-Krieg hat zwei Beine.

Die Community tobt

„Es gibt leider zu viele Hundehalter, denen jegliche Eignung zur Haltung eines Hundes fehlt“, fasst eine Userin schonungslos zusammen. Wer die klaren Regeln – und die absolute Leinenpflicht in den Schafzuchtgebieten – ignoriert, spielt mit dem Leben anderer Tiere.

Der Appell der Netz-Community ist vor allem der Ruf nach der Übernahme Verantwortung: Ein Hundeführer haftet für das, was sein Vierbeiner anrichtet. Und wer seinem Hund Auslauf gönnen will, muss dafür zwingend die ausgewiesenen Freilaufflächen nutzen – ansonsten wird die Insel Sylt auch in dieser Saison wieder zum stillen Friedhof für unschuldige Tiere.

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