Aggressive Katze vor dem Schlafengehen

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Hallo zusammen! Also, ich habe vor 9 Monaten eine Katze aus dem Tierschutz adoptiert, die von ihrer Mutter getrennt wurde, bevor sie einen Monat alt war. Mittlerweile ist sie etwas über ein Jahr alt.

Sie lebt nur mit mir zusammen in einer Wohnung mit Balkon. Sie ist ziemlich schüchtern und versteckt sich sofort, wenn jemand anderes als ich oder mein Partner in der Wohnung ist.

Tagsüber ist sie total verschmust, klebt förmlich an mir und folgt mir auf Schritt und Tritt – sie ist einfach zuckersüß!

Aber: Wenn ich schlafen gehe und das Licht ausmache, passiert es oft, dass sie mir an den Arm springt und mich „beißt“. Sie beißt nicht richtig fest zu, aber sie benutzt schon ihre Zähne. Ich habe schon versucht, sie festzuhalten und „Nein“ zu sagen, habe es mit der Wasserspritze probiert oder sie kurz in einen anderen Raum gesperrt, aber nichts hilft – sie macht einfach weiter.

Den Rest der Nacht schläft sie dann aber ganz nah bei mir und weckt mich morgens mit total vielen Kuscheleinheiten!

Habt ihr vielleicht ein paar Tipps für mich für das Zubettgehen? Ich muss zugeben, dass mich das abends echt stresst. Auch wenn sie mir nicht wirklich wehtut, ist es einfach total nervenaufreibend.

Danke euch!

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6 Antworten
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  • Energiesolaire
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    Ich glaube – eigentlich schon von Anfang an –, dass wenn man seine Katze dazu bringen kann, bestimmte Körperteile wie die Hände oder das Gesicht richtig zu „lieben“, uns das schützt, weil sie sich dann von selbst zurückhält.

    Ich musste meine auch mit der Flasche aufziehen, genau wie du. Ich habe mich dabei über viele Empfehlungen hinweggesetzt, zum Beispiel sie auf den Rücken zu legen. Das war bei uns Standard. Sie lag auf dem Rücken in meiner Hand, damit ich mit meinem Gesicht ganz nah ran konnte – das hab ich bei jedem Füttern so gemacht. Ich habe diese Phase mit Milch-Snacks zwischendurch sogar bis zum 7. Monat verlängert!! (bis sie die Milch von selbst nicht mehr wollte).

    Danach hatten wir monatelang so einen ganz speziellen Kuschel-Moment, wo ich sie in der Ecke vom Futon in eine bestimmte Position gebracht habe (fast auf dem Rücken). Damals wollte ich eigentlich, dass sie meine Lippen „tretelt“ (ich mag das einfach). Sie hat sich aber jedes Mal geweigert, aus Angst, mir wehzutun (ein Beweis, dass ihr mein Gesicht schon damals heilig war). Oft hat sie ihre Krallen dann einfach direkt daneben ins Futon geschlagen, um dort zu treteln.

    Dasselbe mit den Händen, die sie auch lieben gelernt hat. Eigentlich ist das Konzept total simpel, aber es gibt kaum Infos dazu. Und ich weiß halt nicht, ob das auch außerhalb der Kitten-Erziehung irgendwie machbar ist.

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    Vielen lieben Dank für all eure Antworten.

    Was mir am meisten Sorgen gemacht hat, war, dass sie eine Zeit lang die Angewohnheit hatte, mir ins Gesicht zu springen und mich zu kratzen. Ich hatte also echt ein bisschen Angst, dass das wieder losgeht, und das hat mich total gestresst.

    Ich werd' mal versuchen, mehr mit ihr zu spielen, bevor ich schlafen gehe! Aber naja, wenn sie erst mal loslegt, rennt und springt sie locker eine Stunde lang überall rum ahah.

    Nochmal danke!

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    Energiesolaire
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    Zum Schluss verrate ich dir noch ein echt gut gehütetes Geheimnis...

    Wenn deine Katze dich beim Kuscheln oder in anderen Momenten in die Finger beißt oder deine Hände attackiert, gibt es eine ganz einfache Sache, die du tun kannst: Halt deine Hand einfach ganz still. Überlass sie ihm. Hör auf, sie wegzuziehen. Und du wirst sehen, er wird anfangen, sie zu lecken und sie zu putzen.

    Und dann kommt noch etwas, das ist quasi „inoffiziell“ (das wirst du so nirgendwo lesen, also entweder du vertraust mir oder nicht): Wenn du die Hand wieder wegnimmst, ist es nicht verboten, einen Finger wie eine Katzenpfote zu benutzen. Gib ihm damit einen ganz, ganz sanften kleinen Stupser. Damit übermittelst du folgende Botschaft: Das ist die Intensität, mit der wir spielen sollten.

    Verstehst du? Kein Schimpfen. Keine Wasserspritze. Kein Klaps. Nein, im Gegenteil: Du begibst dich in seine Welt. Wenn er deine Hand sieht, sieht er eine Katze. Wenn er in deine Hand beißt, beißt er eine Katze. Gib ihm diesen winzigen Pfotenhieb, der fast wie Streicheln ist. Das bringt ihm bei, wie fest du bereit bist zu spielen.

    Aber gut, das ist optional. Die Hand stillzuhalten ist dagegen echt wichtig. Das wirkt Wunder. Es bringt nichts, die Katze auszuschimpfen, sie kontrolliert sich ja eigentlich schon. Die einzige Bestrafung, die ich (sehr selten) nutze, ist, die Katze wortlos woanders hinzusetzen. Und **nicht** am Nackenfell packen.

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    Energiesolaire
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    Sie ist nicht aggressiv, sie will nur spielen. Katzen sind Raubtiere und nachts am fittesten. Eine Spielrunde vor dem Schlafengehen sollte helfen. Katzen lieben Spielangeln oder wenn man ihnen kleine Spielzeuge wie Bälle oder Mäuse wirft.

    Ja, genau.

    Maellep, ich wünsche dir nicht, jemals Zeugin oder gar Opfer eines echten Angriffs von einer Katze zu werden. Ich mag mir die Verletzungen gar nicht ausmalen. So ein Verhalten wäre echt ernst, genauso schlimm wie bei einer Hundeattacke.

    Also ja, das ist zu 100 % Spiel, aber eben unkontrolliertes Spiel.

    Du fragst dich sicher, warum das immer zur gleichen Zeit passiert und warum das so zyklisch ist. Der Grund ist simpel: Katzen sind extreme Gewohnheitstiere. Du hast deine Routinen, Arbeit, Pendeln, Schlafen usw. Die Katze auch. Deine hat es sich angewöhnt, diese Spieleinheit fest in ihren Plan einzubauen, wahrscheinlich immer zur selben Zeit, weil ihre Biorhythmus-Energiepeaks genau dann kicken, wenn du eigentlich schlafen gehen willst.

    Man kann auch ziemlich sicher davon ausgehen, dass sie kapiert hat, dass du um diese Zeit „verschwindest“. Also nutzt sie die Zeit davor noch mal aus. Das ist wie beim „Last Call“, die letzte Runde sozusagen.

    Ich habe eine zweijährige Katze, die ich mit drei Wochen bekommen habe. Sie ist eher schüchtern, aber bei ihren Energieanfällen extrem aufgedreht. Wenn dieser Wirbelsturm loslegt, können meine Hündin und ich nur zuschauen und hoffen, dass wir nichts abkriegen. Aber: Sie erwischt mich nie. Sie geht nie auf meine Arme oder Hände los.

    Und der Grund ist meiner Meinung nach ganz einfach: Meine Katze – und auch deine – wissen eigentlich, dass sie sich beherrschen müssen, wenn sie mit unseren Händen oder Armen spielen. Sie müssen sich zurückhalten, und das macht denen nicht wirklich Spaß. Aber ich spiele ja mit meiner, und zwar rituell. Genau wie bei deiner Katze, die immer dasselbe zur selben Zeit macht. Ich komme ihr zuvor, indem ich ihr genau diese Art von Spiel (Jagd natürlich) anbiete, und zwar fast immer zur gleichen Zeit.

    Ich habe mindestens drei Lieblingsspielzeuge: eine ganz einfache Schnur und zwei andere, die an einer Angel hängen. Davon hab ich immer was in meinen Morgenmantel-Taschen. Sobald ich da reingreife, weiß sie Bescheid.

    Sie ist so auf diese Spielzeuge fixiert und freut sich so darauf, dass meine Hände oder Arme sie gar nicht mehr interessieren. Verstehst du?

    Dein Problem ist also eigentlich ganz einfach. Je mehr du deiner Katze ermöglichst, Spielzeuge und Szenarien zu entdecken, in denen sie sich ohne Zurückhaltung voll auspowern und ihren Jagdtrieb ausleben kann – und zwar zusammen mit dir! –, desto weniger wird sie sich für deine Arme und Beine interessieren. So einfach ist das.

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    ProvetoJuniorConseil
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    Verifizierter Experte
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    Hallo,

    das könnte tatsächlich einfach nur Spieltrieb sein. Vielleicht machst du eine ruckartige Bewegung, wenn du das Licht ausschaltest, die deine Katze an ein Beutetier erinnert und so ihren Jagdinstinkt auslöst? Falls deine Lampe zum Beispiel auf dem Nachttisch steht, probier doch mal aus, deinen Arm ganz langsam zu bewegen, um zu sehen, ob sie dann immer noch versucht, dich zu erwischen.

    Wenn das Problem erst vor Kurzem aufgetaucht ist: Gab es vielleicht eine Änderung in deiner Abendroutine, die dieses neue Verhalten erklären könnte?

    In jedem Fall werden Katzen oft ruhiger, wenn sie älter werden – falls es also nur Spiel ist, sollte sich das Verhalten mit der Zeit von selbst geben.

    Hoffentlich hilft dir das erst mal weiter.

    Marine

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    Matilda1
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    Sie ist nicht aggressiv, sie will nur spielen. Katzen sind Raubtiere und nachts einfach viel fitter. Eine Spieleinheit vor dem Schlafengehen sollte eigentlich reichen. Katzen lieben Angelspiele oder wenn man ihnen kleine Spielsachen wie Bälle oder Mäuse wirft.

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