Hallo. Euch zu lesen bringt zwar an sich keinen Trost, aber ich fühle mich dadurch weniger allein und mit meinem Schmerz weniger unverstanden.
Letzten Montag habe ich meine Tina verloren, vor genau einer Woche. Sie war 16 ½ Jahre alt, nierenkrank, aber stabil. Es gab zwar Probleme, es lief alles nicht mehr ganz rund... aber letztendlich hat sie sich wacker gehalten. Ich musste sie zu einer Tierärztin bei mir um die Ecke bringen, weil es ihr schlecht ging... eigentlich war ich da kaum noch, weil ich kein Vertrauen mehr hatte. Meine Katze hat sie gehasst und sie hat es nie geschafft, ihr Blut abzunehmen, ohne sie schlafen zu legen, während andere das super hinbekommen haben. Das Ende vom Lied war, dass sie in ihrem Leben viel zu viele unnötige Narkosen bekommen hat.
Seit ihrem letzten Nierenschub war sie bei Advetia in Vélizy in Behandlung... aber die Preise dort sind der absolute Wahnsinn, ich konnte sie nicht ständig dorthin bringen. Die großen Check-ups habe ich also dort gemacht und die kleineren Sachen bei meinem Tierarzt im Viertel...
Am Freitag, den 28. Dez. 2024, habe ich Tina also zum Bluttest beim Tierarzt im Viertel gebracht und wie üblich hat sie sie dafür schlafen gelegt... Der Check war okay, die Ergebnisse eigentlich ganz ermutigend und stabil. Sie hat sich dann eine Blasenentzündung aus den Fingern gesogen, und ich bin mit einem Entkrampfer für Katzen wieder abgezogen – für eine Katze, die seit drei Wochen nicht mehr richtig gefressen hatte.
Als sie wieder aus der Narkose wach war, wirkte meine Tina völlig neben der Spur und desorientiert. Sie hat den ganzen Abend lang gemiaut. Sie hat irgendwas im Haus gesucht, ich weiß nicht was. Es ging ihr offensichtlich gar nicht gut, und ich hatte das Gefühl, dass die Narkose alles noch schlimmer gemacht hat als vorher.
Ich habe den Notdienst angerufen, habe Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, aber alle sagten mir, das könne nicht sein, es sei Wochenende und ich müsse in die Tierklinik in der nächsten Stadt fahren oder dorthin, wo sie sonst in Behandlung ist. Wobei ich vorher schon mit ihrer dortigen Tierärztin gesprochen hatte, die an eine Harnwegsinfektion oder Pankreatitis dachte und eine Blutuntersuchung oder sogar einen Ultraschall empfahl. Sie meinte aber auch, dass so eine spontane Aufnahme auf jeden Fall über den Notdienst der Klinik laufen würde und man mit 1000 € und mehr rechnen müsse! Mein Herz blutet... ich hatte das Gefühl, mich entscheiden zu müssen, ob ich mir ein Bein ausreiße oder meine Katze rette...
Das Wochenende verging, aber Tina fraß immer noch nichts. Sie wirkte verloren und miaute überall rum, bis Sonntagmorgen. Ich habe überall herumtelefoniert, um Infos und Hilfe zu finden. Um eine effektive Behandlung zu bekommen, aber trotzdem den Rest des Monats noch was zu essen zu haben. Ich habe mich dann doch dazu entschlossen, sie zu Advetia zu bringen, da die Preise in den Spezialkliniken eh alle gleich sind und ich bei den Krankheiten meiner Katze zu nichts anderem mehr Vertrauen hatte...
Die Untersuchung bei der Ankunft war gut. Der Tierarzt war beruhigend. Am nächsten Tag vor dem Ultraschall das Gleiche. Der Arzt beruhigte mich und sagte, Tina sei in einem guten Allgemeinzustand.
Aber Tina hat sich beim Ultraschall bewegt. Also haben sie ihr ein Beruhigungsmittel gegeben. Sie bekam einen Atemstillstand und ihr Herz hat einfach aufgehört zu schlagen.
Ich hatte zweimal ausdrücklich gesagt, dass Tina erst am Freitag davor eine Narkose hatte und ich fand, dass sie die schlecht vertragen hat (verdammt noch mal, bei einer fast 17-jährigen Katze, nur 3 Tage vorher!!!!!!!!!!)... aber weil ich selbst so fertig und am Ende war, weil das nicht mein erster Notfall mit Tina war, habe ich es zwar gesagt, aber nicht genug darauf beharrt, und sie haben nicht richtig zugehört!
Genau wie die Person oben mit ihrer 10-jährigen Katze war ich fest davon überzeugt, sie in zwei Tagen nach den Untersuchungen wieder mit nach Hause zu nehmen – und um 1300 € ärmer zu sein. Ich habe Tina nach einem Knuddler wieder in ihre Box gesetzt, aber ganz beiläufig, wie man das halt so macht... sie hat die letzten 24 Stunden ihres Lebens in einem Käfig in einer kalten, unpersönlichen Klinik verbracht, ohne mich. Und sie ist in den Armen von Fremden gestorben. Dieser Gedanke macht mich fertig. Er macht mich richtig krank.
Ich bin sofort hin, um Tinas Körper zu holen und habe sie nach Hause gebracht. Ich konnte eine Totenwache für sie halten. Ich habe ihr Dinge mitgegeben, Kerzen angezündet, meine Eltern kamen, um sich zu verabschieden. Am nächsten Tag haben mein Vater und ich das Grab ausgehoben. Ich bin ein letztes Mal mit ihr spazieren gegangen und habe sie an ihrem letzten Ruheort beerdigt. Ich habe eine Kamelie, eine Christrose und Alpenveilchen gepflanzt und aus Steinen ein Herz auf das Grab gelegt.
Seitdem besuche ich sie jeden Tag.
Ich bin jetzt allein in meinem völlig leeren Haus. Tina war 16 Jahre lang Teil meines Lebens. Mein ganzes Erwachsenenleben. Mit ihr habe ich in Brasilien, auf Korsika und in der Schweiz gewohnt. Sie war mein Zuhause, mein Fixpunkt, mein Rückzugsort. Mir war klar, dass ihre Zeit kommen würde, vielleicht früher als gedacht, aber ich hatte mir das alles ganz anders vorgestellt... ich hätte nie gedacht, dass sie so von mir geht, ohne mich... nicht so.
Seitdem irre ich nur noch umher. Ich weine und laufe ziellos rum. Ich fühle mich wie eine Waise und völlig orientierungslos. Ich habe beschlossen, es mit Tierkommunikation zu versuchen... hatte schon zwei Kontakte... ich weiß nicht, was dabei rauskommt... und ich bereue es vor allem so sehr, es nicht früher gemacht zu haben, um sie zu fragen, was sie braucht...
Ich teile hier meinen Schmerz und meine Geschichte, genau wie ihr... weil ich glaube, dass nur wenige Menschen diesen Schmerz wirklich nachempfinden können. Er zerreißt einem die Seele, denn unsere Tiere sind unsere Lebensbegleiter und Weggefährten. Sie werden ein Teil unserer Identität. Wir verdanken ihnen so viel.
An meine Tina, die ich so sehr geliebt habe.