Ängstliches Kätzchen (3 Monate) – wie lange dauert das?
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Hallo, ich wollte euch mal ein Update zu Rosy geben. Sie kommt jetzt aus ihrem Versteck raus, verbringt viel Zeit auf dem Sofa und spielt auch.
Sobald wir ihr ein anderes Zimmer zeigen, bricht Panik aus, also warten wir damit lieber noch ein bisschen...
Das Problem ist aber, dass sie auf die beiden Sofas pinkelt. Habt ihr eine Idee, was ich da machen kann?
Und wir haben sie mal mit unserem Kater zusammengeführt. Das geht so 5 Minuten gut, aber dann versucht der Große sie zu beißen und jagt sie...
Hallo, sie hat es geschafft, einen Eingang ins Sofa zu finden, ich werde einen Stoff drüber nähen.
Ich hab ihr ein Kartonhaus gebaut, so wie in dem Video.
Sie kommt ab und zu raus und versteckt sich dann wieder. Ich werde also diesen Eingang ins Sofa endgültig zumachen.
Sie spielt gut mit meinem 15-jährigen Sohn, mit Spielzeug, das ich gekauft hab...
Aber sie bleibt schüchtern, das ist echt verrückt
Sonst glaube ich, dass das Feliway ein bisschen wirkt, sie ist jedenfalls weniger gestresst...
Ich hoffe, das dauert nicht einen ganzen Monat so, weil ich langsam verzweifle 😲
Was meint ihr, wann kann ich ihr meinen Kater zeigen? Er ist ein Jahr alt und kastriert
Hi,
wenn du ihr den Zugang zu allen Schlupfwinkeln versperrt hast (was ich auch empfohlen hätte), musst du ihr im Gegenzug einen „Rückzugsort“ anbieten – einen Platz, an dem du ihre Privatsphäre respektierst, wenn sie dort ist. Zu wissen, dass sie diesen sicheren Ort hat, wird sie beruhigen und ihr helfen, auf Dauer entspannter zu werden. Ein Karton und ein T-Shirt reichen schon, um super günstig eine kleine Katzenhöhle zu basteln: https://www.youtube.com/watch?v=SyRSqJZFuEg. Ansonsten gibt es natürlich auch Tipis und andere Katzenhäuschen in den gängigen Online-Shops.
Spiel regelmäßig mit ihr und nutze dafür Spielzeug auf Distanz (Katzenangel, Schnur mit einem Korken dran). Und auch wenn sie irgendwann zutraulicher wird: Spiel niemals direkt mit deinen Händen mit ihr.
Ein sehr nützliches Kommunikationsmittel bei Katzen ist das Blinzeln. Vermeide es, sie direkt anzustarren, wenn sie dich ansieht, sondern blinzle lieber langsam mit den Augen. Das ist unter Katzen ein Zeichen der Beschwichtigung :) (Anstarren ist im Gegenteil eine Herausforderung, quasi die Vorstufe zu einem Angriff).
Denk dran, dass Katzen total paranoid sind: In der freien Natur sind sie sowohl Jäger als auch Beute, und diese beiden Punkte sind das A und O beim Verhalten von nicht sozialisierten Katzen.
Viel Erfolg, es kann eigentlich nur besser werden! :)
Hallo,
Gute Idee, bei den Kätzchen zu schlafen. Meine beiden Söhne im Teenie-Alter schlafen nachts bei ihr, damit sie sich an ihre Anwesenheit gewöhnt...
Sie versteckt sich noch und ist noch ziemlich unsicher... noch... aber ich hoffe, das gibt sich mit der Zeit.
Heute hat sie auf dem Schoß von meinem Sohn gefressen. Danach wollte sie aufs Sofa pinkeln, aber mein Sohn hat sie direkt ins Katzenklo gesetzt – daraufhin ist sie sofort wieder abgehauen und hat sich versteckt. Ich hab jetzt beschlossen, alle Ecken dicht zu machen, wo sie sich komplett verkriechen kann. Sowas wie hinter der Couch an der Wand oder sogar im Bettkasten vom Schlafsofa.
Jetzt hockt sie halt in einer kleinen Ecke oder auf der Treppe und beobachtet uns bei unserem Alltag.
Ich werde sie heute Abend wieder aus der Hand füttern und sie dann so eine Viertelstunde lang auf meinem Schoß streicheln.
Ich finde auch, dass man sie manchmal ein bisschen aus der Reserve locken und sie streicheln muss, natürlich ganz sanft.
Seit gestern hab ich auch Feliway im Einsatz, aber ein Wunder ist bisher nicht passiert...
Mal sehen... ich sag euch dann Bescheid, wie es heute Abend gelaufen ist...
Hi nochmal,
ich denke, das wird schon, langsam aber sicher. Dass sie nicht direkt abhaut, wenn du dich ihr näherst, ist doch schon mal ein Riesenschritt.
Nur so zur Info: Jedes Mal, wenn ich kleine Kätzchen hatte, habe ich die ersten zwei Nächte immer mit ihnen im Bett verbracht. Sie fanden das richtig toll, und dieser enge Körperkontakt hat ganz sicher zum Vertrauensaufbau beigetragen. Die Katze nimmt so den Geruch ihres schlafenden Menschen auf, und das beschleunigt das Aneinandergewöhnen und die Bindung total. Ich hab diese Methode, die ich eher instinktiv angewendet habe, mal einem Verhaltensberater erzählt, und er fand die Idee klasse!
Ein Mensch, der liegt und sich nicht bewegt, ist für ein ängstliches Kätzchen viel weniger gruselig als jemand, der steht, oder noch schlimmer, jemand, der herumläuft.
Als ich auf Martinique war, hatten wir ziemlich viele Straßenkätzchen. Meine Mutter hat gerade wieder eine neue Katze aufgenommen. Je nach Charakter kann das echt dauern. Ich erinnere mich an ein Kätzchen, das jeden angefaucht hat. Viele werden mir da wahrscheinlich nicht zustimmen, aber wenn die Angst so richtig tief sitzt, erzwinge ich den Kontakt manchmal einfach, damit danach Ruhe ist. Ich nehm sie mit aufs Sofa und streichle sie für einige Minuten. Dass es dabei Kratzer oder Bisse gibt, ist mir egal, und nach ein paar Tagen legt sich das meistens. Sie wurde dann zur größten Klette des ganzen Wurfs, obwohl sie am Anfang am wenigsten sozial war.
Meine Mutter hat mir erzählt, dass die neue Katze, die sie aufgenommen hat, am Anfang wie ein besessener Dämon war, aber seit einiger Zeit benimmt sie sich wie ein kleiner Hund und läuft allen Menschen hinterher. Je nach Temperament suchen sich manche die Nähe anderer Katzen, manche wollen sich mit Hunden anfreunden (vielleicht um bei Gefahr geschützt zu sein) und manche sind eher auf Menschen fixiert, aber so richtig wild ist am Ende keiner geblieben.
Unser schüchternster Kater wurde erst richtig sanft und ruhig, als er verletzt war und wir ihn etwa einen Monat lang pflegen mussten. Damit ein Tier versteht, dass keine Gefahr droht, muss man die „Gefahr“ manchmal erzwingen. Ich rede hier nicht von einer tief verwurzelten Angst aus mehreren Jahren, die zu Aggressivität führt – da müsste man anders vorgehen. Aber bei dir besteht ja eigentlich gar keine Gefahr, also würde ich, ohne zu grob zu sein, einfach ein bisschen mehr Kontakt erzwingen.
Das habe ich auch bei Straßenhunden so gemacht, die ja eine größere Gefahr darstellen als eine Katze. Wenn das Tier nach 3-4 Tagen nicht von selbst kommt, nähere ich mich ganz ruhig an, aber ich gehe eben aktiv auf sie zu.
Hallo zusammen
Danke für eure lieben Antworten
Ich habe eure Ratschläge befolgt
Letzte Nacht hat sie wohl ein bisschen geweint und gemiaut, und mein Sohn hat sie dann gestreichelt und sie hat es sich gefallen lassen
Heute Morgen habe ich sie auf einer Stufe von der kleinen Treppe im Zimmer gefunden. Sie hat sich zusammengerollt, ist aber nicht weggeflitzt. Ich habe ihr Nassfutter direkt aus der Hand gegeben und sie hat alles aufgefressen!
Später hat sie sich dann wieder versteckt
Sie hat unter das Sofa gepinkelt. Ich habe sie nur kurz hochgenommen, um sie woanders hinzusetzen und das Pipi wegzumachen. Geschimpft habe ich natürlich gar nicht
Wir haben sie nacheinander mal gestreichelt
Sie hat zwar noch Angst, rennt aber nicht mehr panisch weg
Gerade schläft sie wieder auf der Treppenstufe
Und jetzt hat sie sich gerade in ihre kleine Box verkrochen
Ich glaube, sie hört meine andere Katze miauen
Was meint ihr dazu?
Ronnie 🙂
Re-
Eine Katze, die „einfach so bleibt“ und nie wieder aus ihrem Versteck kommt, habe ich in meinem langen Leben als Katzenmama und meiner Zeit im Tierschutz noch nie erlebt. Die Adoption ist ja noch super frisch, das sagt noch gar nichts über ihr späteres Verhalten aus. Die arme Maus hat gerade einfach totale Panik, sie braucht einfach ein bisschen Zeit.
Ein Tipp, der echt gut funktioniert: Leg dich zu ihr auf den Boden und rede ganz leise und sanft mit ihr. Versuch nicht, sie zu greifen, sondern sag einfach immer wieder ihren Namen und biete ihr was richtig Leckeres aus deiner Handfläche an. So verknüpft sie deinen Geruch mit etwas Positivem.
Vergiss bitte nicht, ihr immer frisches Wasser hinzustellen! Mitten im Sommer dehydrieren gerade Kitten extrem schnell. Deshalb ist es super, vor allem Nassfutter (besteht zu 80 % aus Wasser) anzubieten, zusätzlich zum Trockenfutter zur freien Verfügung.
Und falls sie mal woanders hinmacht als ins Katzenklo: Bitte auf keinen Fall schimpfen! Das sind bei ängstlichen Kätzchen ganz typische „Unfälle“. Sie könnte sonst verstehen, dass „sich lösen“ generell verboten ist, und dann gibt’s richtig fiese Probleme mit Harnstau...
Halt uns doch bitte in den nächsten Tagen auf dem Laufenden, wie es sich entwickelt. Ein Feedback ist immer super spannend!
Hallo ihr zwei, danke für eure Antworten.
Sie ist gestern Abend angekommen, es ist also ihr erster Tag bei uns. Ich hab sie aus dem Tierheim adoptiert.
Ich habe schon eine Katze aus demselben Tierheim, aber der Charakter ist komplett anders, sie brauchte überhaupt keine Eingewöhnungszeit!
Aber hier ist es genau das Gegenteil. Sie ist absolut nicht aggressiv, lässt sich auch anfassen, bleibt aber nur in ihrer Ecke.
Den ganzen Tag hat sie sich versteckt und sich in winzige Lücken gequetscht. Wir lassen sie in Ruhe, Futter steht bereit, sie kommt auch zum Fressen raus und hat ihr Katzenklo. Aber sie macht ihr Geschäft nicht dort rein.
Ich habe sie meinem anderen Kater noch nicht vorgestellt, aus Angst, sie noch mehr zu erschrecken. Wenn wir also mit ihr im Zimmer sind, beschäftigen wir uns mit anderen Dingen, Laptop, Lesen, Handy... Wir zwingen sie nicht, rauszukommen, ich hab ihr heute nur mal das Katzenklo gezeigt.
Ich möchte nicht, dass sie so bleibt, also eine Katze, die sich nie aus ihrem Versteck traut...
Danke für eure Tipps!
Hallo,
du hast gar nicht geschrieben, wie lange sie schon bei dir ist?
Man braucht super viel Geduld, Sanftmut und Zeit, bis so ein Straßenkätzchen Vertrauen zu seinem neuen Revier und seinem neuen Menschen aufbaut. Lass ihr alles Nötige in ihrem Zimmer (das Katzenklo immer weit weg vom Futter, ganz wichtig). Und erspar ihr die Begegnung mit der anderen Katze, solange sie noch kein Vertrauen zu dir gefasst hat.
Lass sie sich so lange verstecken, wie sie will, und erzwinge niemals etwas. Je mehr du ihre Angst respektierst, desto schneller wird sie sich legen. Du hast ja noch eine andere Katze, mit der du bestimmt eine enge Bindung hast – das hilft dir sicher dabei, bei der Kleinen die nötige Geduld aufzubringen.
Solche Straßenkätzchen können echt ein paar Wochen brauchen, um mal 'lockerzulassen'. Es kann auch sein, dass sie dich später zwar voll akzeptiert, aber vor allen anderen Menschen Angst hat. Damit muss man sich dann einfach abfinden. Solche kleinen Angsthasen können aber extrem anhänglich bei ihrer Bezugsperson werden, das passiert ziemlich oft.
Geduld, Liebe und Zeit bewirken da echt Wunder!