Mein Hund bellt, wenn wir am Tisch sitzen, Hilfe!

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Hallo,

ich habe aktuell einen 2 Jahre alten Hund, der super lieb ist, aber total verfressen.

Als er noch ein Welpe war, hat meine Mama ihm die blöde Angewohnheit beigebracht, am Tisch Pfötchen zu geben, um was zu kriegen.

Das ist seit fast einem Jahr nicht mehr passiert (zumindest nicht, wenn ich dabei bin).

Aber jetzt bellt er bei fast jeder Mahlzeit oder so gut wie immer, er gibt Pfötchen und wird immer lauter. Ich sage bestimmt 'Nein' und ignoriere ihn, aber nichts hilft.

Dann locke ich ihn mit einem Leckerli in ein anderes Zimmer.

Jetzt fahre ich aber nächste Woche mit ihm in den Urlaub (Hotel) und ich habe echt Bedenken, dass ich da eine andere Lösung brauche....

Danke für eure Hilfe.

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    Ich kenne eine Frau, die aktuell 4 Hunde hat und in ihrem Leben bestimmt schon an die 50 hatte. Alle haben bei ihr im Bett geschlafen und vor ihr gefressen, und kein einziger ihrer Hunde hatte Verhaltensprobleme.

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    Ein Tierarzt kümmert sich um die Gesundheit, nicht um das Verhalten. Lass das Thema Verhalten den Verhaltensberatern und die Erziehung den Trainern – jeder hat so seinen Bereich, erst recht, wenn man gar nicht weiß, wovon man eigentlich redet...

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    An die Dame, die den Beitrag gepostet hat... Andere Leute sind vielleicht nicht meiner Meinung, aber was ich damit sagen will: Durch ganz einfache Alltagsgesten und mit viel Liebe lernt der Hund, wo sein Platz ist. Der „Chef“ ist derjenige, der füttert, bürstet, streichelt und seine Zeit für den Hund opfert. Deshalb rät man ja auch immer dazu, bei kleinen Kindern (so 5-6 Jahre) sie das Futter geben zu lassen. Mein Ziel ist es ja eigentlich, dir bei deinem Problem mit dem bellenden Hund zu helfen. Probier mal aus, was ich dir gesagt habe. Du bist das Frauchen, du bist der Boss. Er frisst nach dir, er geht erst nach dir durch die Tür. Allein die Geste, die Hand beim Streicheln oben auf die Schnauze zu legen, erinnert ihn an deine Position. Sei immer konsequent und bleib dir in deinem Verhalten treu. Gib deinem Hund auf keinen Fall Reste vom Tisch und füttere ihn niemals, während du selbst isst. Dann sollte sich das Thema eigentlich schnell erledigen :) Viel Erfolg mit deinem Hund! Und falls dir andere Leute andere Tipps geben, die am Ende funktionieren, ist das ja die Hauptsache – schließlich ist das hier dein Post und keine Debatte über Rangordnung :)

    Liebe Grüße, schönen Urlaub und viel Erfolg (ich musste meine Nachricht leider in zwei Teile teilen ;) )

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    Ich studiere Tiermedizin und hatte schon ewig viele Vorlesungen über das Verhalten von Hunden, ihre Körpersprache und Mimik. Die Leute neigen oft dazu, Hunde zu vermenschlichen. Dabei ist der Hund ein Rudeltier, genau wie der Wolf. In einem Rudel gibt es immer eine Hierarchie. Immer. Ich kenne zig Beispiele für Probleme, die entstehen, wenn der Besitzer es nicht schafft, seine Alpha-Position klarzumachen. Bei kleinen Hunden ist das meistens kein Thema. Aber wenn sich eine Frau einen Dobermann-Rüden holt – dann sag mir mal bitte noch einer, dass es keine Mensch-Hund-Hierarchie gibt, wenn der Dobermann einen knurrend und zähnefletschend nicht mehr an den Kühlschrank lässt, bereit zuzubeißen. Haufenweise Hunde werden eingeschläfert, weil die Besitzer es nicht auf die Reihe gekriegt haben, den Hund durch ganz einfache Gesten im Alltag zu führen. Manche greifen dann zur Gewalt, was echt das Letzte ist. Sie schlagen den Hund und denken, sie dominieren ihn dadurch, obwohl ein bisschen Grundwissen über Hundeerziehung die Situation hätte retten können.

    Du hast deine Meinung, ist ja okay. Aber ich habe Praktika bei Tierärzten und Verhaltenstherapeuten gemacht. Ich habe Hunde gesehen, die eingeschläfert wurden, weil sie ihre Besitzer gebissen haben. Die Schuld liegt beim Besitzer, aber der arme Hund muss es ausbaden. Und da willst du mir echt sagen, dass es keine Hierarchie gibt? Ich hab das live erlebt, mit meinen eigenen Augen gesehen.

    Man muss echt aufhören, Hunde zu vermenschlichen... so passieren nämlich Unfälle. Dabei haben Hunde so viele Codes, und wenn du diese Regeln kennst, kannst du einem Hund wahnsinnig schnell alles Mögliche beibringen. Ich habe schon viele Hunde erzogen. Mir werden oft Welpen anvertraut, damit ich sie stubenrein kriege, weil ich durch mein Studium die grundlegenden Instinkte der Kleinen verstehe.

    Ich weiß natürlich noch lange nicht alles, ich bin ja noch Studentin. Aber das ist eben meine Meinung zu der Sache. Mehr nicht.

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    Wenn du es schaffst, einen Hund zu ignorieren, der dir beim Essen direkt ins Gesicht bellt, dann ist das überhaupt nicht gut.

    Also ich hab's geschafft, meine Hündin zu ignorieren, die bei mir im Zimmer schläft. Zwei Nächte lang hat sie so 3 bis 4 Stunden rumgewinselt und in der dritten Nacht war dann Ruhe. Das beweist doch, dass es funktioniert und gut ist. Und was die Hierarchie angeht: Die gibt's ja nicht mal unter Wildhunden, warum sollte es die dann bei Menschen geben?

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    Luridia, es gibt keine Hierarchie zwischen Mensch und Hund, weil es gar keinen Grund gibt, dass sich so etwas bildet. Es gibt sie auch deshalb nicht, weil es unter Hunden selbst keine Hierarchie gibt. Die ganzen Regeln, die du da aufzählst, sind totaler Quatsch: Hunde fressen ohne Probleme zusammen, Wölfe auch, solange genug Futter da ist. Wenn nicht, geht es um einen Ressourcenkonflikt und absolut nicht um Hierarchie. Wenn man gleichzeitig mit seinem Hund isst, kann man sogar einige Verhaltensprobleme lösen (hab ich bei Iduun so gemacht), genau wie beim gemeinsamen Schlafen (mit Haï Olly getestet) ...

    Übrigens, wenn du eine Hierarchie mit deinem Hund etablieren willst, musst du auch wirklich verstehen, was er dir sagt. Kannst du sein Schwanzwedeln richtig deuten? Jagdtrieb, Stress, Freude, Aufregung ... Allein schon beim Rhythmus oder ob die Rute mehr zur einen oder anderen Seite schlägt ... Kannst du die Mimik des Hundes lesen? Selbst mit viel Training entgehen uns unheimlich viele Botschaften ... Wenn man einen Hund im Nacken packt (was eigentlich einen Tötungsbiss simuliert), zeigt er massenweise Beschwichtigungssignale, die jeden „normal tickenden“ Hund stoppen würden, der möchte, dass der andere sich unterwirft ... aber die Menschen, die das machen, hören nicht auf. Sie machen weiter, der Hund sendet starke Signale, um die Situation zu beruhigen, er bittet darum, dass es aufhört, der Mensch macht weiter, der Hund zeigt Stress und Unwohlsein, der Mensch macht weiter ... Wenn man Unterordnung sucht, müsste man in dem Moment, in dem der Hund ein Signal sendet, das man als „bitte hör auf“ übersetzen kann, doch eigentlich zufrieden sein und aufhören. Trotzdem machen wir weiter ... Ohne es gelernt zu haben, können wir sie einfach nicht verstehen. Wie soll man da also bitteschön eine künstliche Hierarchie aus dem Nichts erschaffen?

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    Célineo
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    Ich sage aus Gewohnheit meistens „meine Hunde“. Ich habe Fenris, einen Lundehund (ein nordischer Jagdhund, wiegt so um die 8 Kilo), und ich habe eigentlich immer einen Pflegehund bei mir, aktuell ist das Haï Olly (ein Dobermann-Beauceron-Mix, ca. 25 Kilo). Zurzeit habe ich oft sogar noch einen dritten Hund in Pflege (erst hatte ich Capsule, dann Iduun). Ich nehme meistens Hunde auf, die Verhaltensauffälligkeiten haben. Ich arbeite nicht wirklich mit „Verboten“. Ein Hund braucht kein direktes Verbot, um etwas nicht zu tun – es reicht völlig aus, wenn er einfach keine Lust dazu hat. Und ich sorge eben dafür, dass er keine Lust darauf bekommt. Mal ein Beispiel: Fenris hat früher an den Stuhlbeinen geknabbert. Bei mir zu Hause ist das eigentlich tabu, das will ich nicht sehen und auch nicht haben ... Aber ich habe Fenris nie beigebracht, dass das verboten ist. Ich habe ihm stattdessen gezeigt, dass es viel cooler ist, an seinem Spielzeug zu kauen ... Im Endeffekt knabbert Fenris die Stühle nicht mehr an. Er weiß aber gar nicht, dass es verboten ist – ist es ja auch nicht, es gibt einfach nur Besseres zu tun. So gehe ich mit Verboten um, um zu vermeiden, dass Frust entsteht, der sich dann woanders entlädt, wenn er zu groß wird. Ich lenke das Ganze lieber direkt in ein positives Verhalten um.
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    Diese Dominanztheorie (die es gar nicht gibt!) macht Hunde seit Jahren einfach nur kaputt.

    Und komischerweise ist es genau andersrum: Gerade wenn man versucht, Regeln oder so ein Pseudo-Dominanz-Verhalten zu erzwingen, kommt es zu Beißvorfällen. Einfach, weil der Hund das nicht checkt und manche Gesten für ihn total aggressiv wirken.

    Und was das Fressen angeht, dieser absurde Glaube: Früher haben wir nur deshalb vor dem Hund gegessen, weil es noch kein Trockenfutter gab. Die Hunde haben die Reste bekommen, also musste man erst mal aufessen, damit überhaupt Reste da waren – es sei denn, man schafft es, Reste zu produzieren, bevor man überhaupt gegessen hat!

    Die armen Fellnasen werden wohl noch lange leiden, solange so viele Leute an diese Mensch-Hund-Dominanztheorie glauben. Das einzige Wesen, das hier wirklich dominiert, ist der Mensch und sonst niemand.

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    Warum sagen eigentlich alle, dass es keine Hund-Mensch-Hierarchie gibt? Natürlich gibt es die! Der Hund checkt die Rangordnung in der Familie direkt und er MUSS ganz unten stehen, weil ein dominanter Hund irgendwann einfach beißt, Punkt aus. Ein unterwürfiger Hund wird niemals beißen. Um mal direkt auf den Post zu antworten: Das ist genau ein fettes Dominanzproblem... Der rangniedrigere Hund kriegt sein Futter nach seinem Rudelführer und den anderen Ranghöheren. Wenn er am Tisch gleichzeitig mit der Familie Futter einfordert, dann heißt das, dass er sich auf der gleichen Stufe wie ihr sieht. Um einen Hund zu dominieren, muss man ihn nicht unbedingt im Nacken packen und auf den Rücken werfen, auch wenn man das zwar machen kann, aber das ist nur von kurzer Dauer und im Alltag nicht wirklich effektiv. Man muss einfach ein paar Regeln einhalten. Der Hund frisst nie vor oder gleichzeitig mit dir, sondern erst danach! Wenn ihr alle fertig gegessen habt. Der Hund geht erst nach dir aus dem Haus, wenn ihr Gassi geht. Du bist der Chef, du gehst voran und führst. Das sind einfache Gesten, mit denen du ihn dominieren kannst und er dann auch leichter hört.

    Ich stimme dir da voll und ganz zu

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    Mein Hund frisst vor mir und läuft manchmal vor mir, aber das heißt noch lange nicht, dass er mich dominiert. Ich hab ihn trotzdem immer voll unter Kontrolle.
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