Mein Hund bellt, wenn wir am Tisch sitzen, Hilfe!

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Hallo,

ich habe aktuell einen 2 Jahre alten Hund, der super lieb ist, aber total verfressen.

Als er noch ein Welpe war, hat meine Mama ihm die blöde Angewohnheit beigebracht, am Tisch Pfötchen zu geben, um was zu kriegen.

Das ist seit fast einem Jahr nicht mehr passiert (zumindest nicht, wenn ich dabei bin).

Aber jetzt bellt er bei fast jeder Mahlzeit oder so gut wie immer, er gibt Pfötchen und wird immer lauter. Ich sage bestimmt 'Nein' und ignoriere ihn, aber nichts hilft.

Dann locke ich ihn mit einem Leckerli in ein anderes Zimmer.

Jetzt fahre ich aber nächste Woche mit ihm in den Urlaub (Hotel) und ich habe echt Bedenken, dass ich da eine andere Lösung brauche....

Danke für eure Hilfe.

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    Hallo,

    Ich rate dir, auf keinen Fall nachzugeben! Gib ihm auch auf keinen Fall in einem anderen Zimmer zu fressen. Sonst bellt er am Ende nur weiter, um was zu kriegen. Sag einmal Nein, dann ein zweites Mal, und beim dritten Mal packst du ihn im Nacken (so machen das die Hundemütter auch, um sie zurechtzuweisen) und schickst ihn in sein Körbchen in die Unterwerfungsposition. Dein Hund wird sich am Anfang sicher nicht alles gefallen lassen, aber du darfst auf keinen Fall lockerlassen. Dem Hund tut das nicht weh, er wird sich aber irgendwann beruhigen. Lass deinen Hund während der Mahlzeiten in seinem Körbchen, damit ihr in Ruhe essen könnt. Klar, das geht nicht von heute auf morgen.

    Liebe Grüße

    Ich stimme Mouss da voll zu.

    Abgesehen davon ist es echt schwer, dem Hund diese Angewohnheit wieder abzugewöhnen. Wenn er nämlich schon öfter damit Erfolg hatte, denkt er sich, dass es immer wieder klappen könnte...

    Viel Erfolg!

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    dark, ist dein Hund normalerweise aggressiv? 😧

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    Célineo
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    Ich hab auch verschiedene Quellen, weißt du ... Ethologen, Verhaltenstierärzte, Verhaltensberater, Hundetrainer ... Am Anfang war ich echt überzeugt, dass es eine Hierarchie zwischen Mensch und Hund gibt und die auch nötig ist. Ich versuche jetzt schon seit fast drei Jahren, eine zu finden, aber ich krieg's einfach nicht hin. Jedes Mal, wenn man ins Detail geht, passt es nicht ... Andersrum wäre es echt viel einfacher!

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    Genau das ist das Problem und in gewisser Weise ist es auch nicht deine Schuld. Das Problem ist einfach, dass es diese Art von Training zur Dominanztheorie immer noch gibt und viel (zu) viele Hundetrainer und Verhaltensberater die Leute weiterhin auf Basis dieser Theorie beraten. Und solange solche Ratschläge gegeben werden, werden die Hunde darunter leiden.

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    Ich weiche mal kurz vom eigentlichen Thema ab, tut mir leid, aber ich wollte mal einen Punkt zur Diskussion über „Dominanz“ ansprechen. Wie manche vielleicht wissen, habe ich einen 3 Monate alten Jack Russell Welpen. Es ist mein erster Hund, ich lerne also jeden Tag dazu, informiere mich so gut es geht und merke trotzdem, dass es da zwei völlig verschiedene Meinungen gibt, durch die ich nicht mehr so ganz durchsteige! Auf der einen Seite die 100 % positive Erziehung und auf der anderen, dass man den Hund „dominieren“ muss, damit er seinen Platz in der Familie versteht! Ich würde eigentlich eher zur positiven Erziehung tendieren, finde aber, dass sie ihre Schwachstellen hat. Ich nehme mal ein Beispiel: Gestern Abend hat Jack aus irgendeinem Grund angefangen, mich anzuknurren und anzubellen. Er hat sich an meiner Hose festgebissen, bis sie zerrissen ist, und mich dann so fest in die Wade gebissen, dass es geblutet hat. Ich hab versucht, wie versteinert stehen zu bleiben, ihn zu ignorieren und auf ein Spielzeug umzulenken, aber nichts hat genützt und am Ende hatte ich ein Loch in der Wade. Ich hab ihn dann in die Garage gesperrt, damit er sich beruhigt, nachdem ich laut geworden bin.

    Also meine Frage an die Anhänger der rein positiven Methode: Was macht man in so einem Fall? Soll ich ihn einfach meine Wade blutig beißen lassen und ihn belohnen, wenn er aufhört? Ich denke nicht! Und wenn das mit meiner 3-jährigen Nichte passiert wäre, hätte ich da auch einfach zusehen sollen? Ich gebe mein Bestes mit der positiven Methode, aber ich hab mir keinen Hund angeschafft, um mich beißen zu lassen, nur weil er Aufmerksamkeit will, spielen möchte oder was auch immer! Ich würde so ein aggressives Verhalten von einem Menschen nicht akzeptieren, warum sollte ich es also bei einem Hund tun?

    Ich habe sicher irgendwelche Signale übersehen, vielleicht wollte er mir was sagen, ich weiß es nicht, aber ich finde nicht, dass das rechtfertigt, dass man sich wortlos die Wade zerlöchern lässt!

    Kann mir da jemand weiterhelfen?

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    luridia, mach dir keine Sorgen, wir wissen ja, dass du nur helfen willst. Und vielleicht hast du ja sogar recht, aber es ist halt einfach nicht unsere Meinung 😌

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    Ich schau mir das Video aufmerksam an, danke ;) Ich sag nur das, was mir beigebracht wurde, um zu helfen – und das hab ich in vielen verschiedenen Büchern gelesen und auch von mehreren Tierärzten so gehört und mit ihnen besprochen. Wenn man mehrere Quellen hat, kann man ja meistens davon ausgehen, dass man die Basics drauf hat, aber eins ist sicher: In der Wissenschaft ist nie etwas endgültig sicher und ich will ja auch einfach dazulernen :) Ich schau mir dein Video auf jeden Fall mit großem Interesse an, aber jetzt geht’s erst mal ab ins Bett ^^ Schönen Abend euch allen!

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    Célineo
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    Wenn du Tiermedizin studierst, weißt du ja bestimmt, dass man sein Wissen in Sachen Verhaltenskunde immer auf dem neuesten Stand halten muss ... Hier ist mal ein Beispiel, was Tierärzte heutzutage so an Vorträgen haben: https://merial-fr.adobeconnect.com/_a880721604/p4v5le03vqf/?launcher=false&fcsContent=true&pbMode=normal

    Meine Leitung ist gerade nicht so besonders, deshalb kriege ich das Video nicht nochmal geladen. Wenn ich mich recht erinnere, wird da das Thema Rudel und Hierarchie angesprochen, und ich meine, das war ein Vortrag speziell für angehende Tierärzte.

    In der Ethologie liest man eigentlich, dass es zwischen zwei verschiedenen Arten keine Hierarchie gibt. Also, außer man betrachtet den Hund eben als Menschen oder stellt sich den Menschen als Hund vor – eine artübergreifende Hierarchie existiert so nicht. Man findet dazu auch nirgends was. Ich hab echt gesucht und nur eine einzige Quelle gefunden, aber die war so speziell, dass sie auf die Mensch-Hund-Beziehung gar nicht passte. Die Arbeit war auch schon ziemlich alt und wurde nirgends mehr aufgegriffen ... stattdessen gibt es jetzt andere Studien. Es kommen verschiedene Modelle für die Mensch-Hund-Beziehung infrage; sicher ist man sich noch nicht, aber Wissenschaftler haben zum Beispiel "interspezifisches Leadership" beobachtet.

    Es ist ein riesiger Unterschied, ob man Vermenschlichung betreibt oder wirklich schaut, wie der Hund sich verhält ... Den Hund als Karikatur eines Menschen zu sehen, funktioniert nicht, und ihn in so eine Wolfs-Fantasie zu drängen, klappt auch nicht. Ein Hund ist einfach nur ein Hund, und so wie er ist, ist er schon absolut klasse.

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    Wenn der Hund bellt (meiner Meinung nach jedenfalls, ich kann es natürlich nicht mit Sicherheit sagen), dann liegt das daran, dass er früher schon mal was vom Tisch bekommen hat. Er will halt, dass das so weitergeht, also bellt er und merkt, dass es funktioniert – und kriegt dazu auch noch Aufmerksamkeit. Das hat absolut nichts damit zu tun, dass er sich irgendwie überlegen fühlt oder meint, er müsste das Rudel dominieren.
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    @Gwash95. Man muss Tiermedizin studieren, um Verhaltensspezialist zu werden. Erst 6 Jahre Studium, dann ein Jahr Praktikum und danach noch 4 Jahre Spezialisierung. Ich will Verhaltensmediziner werden, das Thema interessiert mich wahnsinnig. Ich habe schon Praktika bei Verhaltensberatern gemacht, und auch ein ganz normaler Tierarzt lernt im Studium die Grundlagen über Tierverhalten. Ein Tierarzt muss die Leute ja trotzdem beraten können. Aber danke für den aggressiven und herablassenden Ton. Was du von meinem Wissen hältst, ist mir eigentlich egal – es hat schon vielen Leuten geholfen. @Clara360: Was du schreibst, freut mich sehr :) Ich hatte auf einen Post zu einem Problem mit einem Hund geantwortet, der bellt, während der Besitzer isst – das ist ein ganz spezielles Problem. Nicht jeder Hund reagiert gleich. Die Dame, die du kennst, hat wohl einen Weg gefunden (und für sie sicher den richtigen), um ihre Grenzen klarzumachen. Jeder hat da seine eigenen Grenzen. Manche lassen den Hund mit ins Bett, unter die Decke, andere nur ans Fußende und wieder andere wollen ihn gar nicht erst in der Küche haben. Hundeerziehung ist eine sehr persönliche Sache und hängt stark davon ab, was der Besitzer bereit ist zu akzeptieren. Die Frau, die den Post erstellt hat, hat ein Problem, weil der Hund Grenzen überschreitet, die sie nicht mehr akzeptieren kann, und das bringt sie jetzt in die Klemme, wo sie bald verreist. Ich versuche nur, mit meinem bescheidenen Wissen zu helfen. Man kann das nicht verallgemeinern. Jeder Fall ist anders. Es gibt ein paar Grundregeln, die man nutzen kann, aber man muss nicht alles anwenden und es ist auch nicht immer nötig :) So sehe ich das Ganze. Mir ist vor allem wichtig, dass Hund und Halter harmonisch zusammenleben, ohne dass einer den anderen unterdrückt. Die Dame in deiner Geschichte konnte ihre Hunde perfekt nach ihren Vorstellungen führen, echt klasse. Ich krieg das mit meinen auch hin. Aber am Ende denkt da eben jeder anders ;)
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