Biss von einem Staffy

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Hallo zusammen.

Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Hündin (Parson Jack Russell, 12 Jahre alt) an der Leine spazieren, als sie plötzlich von einem Staffy (Staffordshire Bull Terrier) angegriffen wurde.

Ich habe gar nicht so schnell gecheckt, was da eigentlich los war. Der Staffy war nicht angeleint und hat uns von hinten attackiert. Die Szene war unfassbar gewalttätig. Er hat meine Hündin sekundenlang in den Nacken gebissen – es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Er wollte sie ganz klar töten.

Der Besitzer vom Staffy kam dann angerannt und hat versucht, dass der Hund loslässt, indem er ihn angeschrien und getreten hat.

Wie durch ein Wunder hat er dann locker gelassen und meine Hündin konnte sich befreien. Sie lebt noch, ist aber total verängstigt.

Der Besitzer hat sich nicht mal entschuldigt. Als er gesehen hat, dass ich die Polizei anrufe, hat er seinen Hund schnell nach Hause gebracht und kam dann erst zurück, um mit mir zu reden.

In der Zwischenzeit bin ich zu einem Nachbarn geflüchtet, der meine Schreie gehört und mich reingelassen hatte.

Dann folgte ein völlig irres Gespräch mit dem Besitzer. Das ist ein 18-jähriger Typ, der keine Ahnung von der Rasse seines eigenen Hundes hat. Zuerst meinte er, es sei ein Staff (also ein Listenhund), er hätte ihn erst seit kurzem und das Tier sei früher für Hundekämpfe gezüchtet worden...

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  • Flip-Cockwood
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    @Chef de meute, ich hab das hier gelesen:

    „Da ich schon Hunderudel geführt habe, verspreche ich euch, dass manche Maßregelungen auf den ersten Blick total unbegründet wirken und für jemanden, der das nicht gewohnt ist, echt heftig aussehen können.

    Es zählt nicht, was wir denken, sondern wie der Hund die Sache sieht.“

    Und was ich sagen wollte, ist einfach: Wenn man in die eine Richtung verwirrt sein kann, geht das auch in die andere. Ich meinte abschließend, dass ich nicht glaube, dass nur die Sichtweise des Hundes zählt ...

    Der besagte Shih Tzu muss von seinem Menschen genauso korrigiert werden, wenn er sich danebenbenimmt, wie ein Malinois oder Staff.

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    Rudelführer, du sprichst von Rudelverhalten (das sagst du ja selbst, ich denk mir das ja nicht aus). Was bitteschön haben Interaktionen in einem Rudel damit zu tun, dass ein kleiner Hund von hinten attackiert wird, ohne dass er es überhaupt kommen sieht? 🤔
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    Chef de Meute, ich finde dich echt ziemlich aggressiv Aggie gegenüber – und mir gegenüber übrigens auch, wie du sagst!...

    Dir fehlt eindeutig die Objektivität und der gesunde Menschenverstand

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    Flip-Cockwood
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    Hallo zusammen,

    es gibt tatsächlich Maßregelungen, bei denen wir Menschen den Grund nicht oder nur falsch verstehen. Aber es gibt auch Verhalten, das wir als Korrektur interpretieren, obwohl es gar keine ist. Ein Hund kann zwar selbstbewusst sein, aber eben auch einfach schlecht erzogen.

    Ich hatte erst vor 10 Tagen ein passendes Beispiel mit einem Schäferhund, der meinen Hund eigentlich schon kennt. Der hat ihn mehrmals am Hals gepackt, und das obwohl:

    1. Meiner ganz höflich und freundlich angekommen ist

    2. Meiner sich sofort hingelegt hat, als der andere zugeschnappt hat (ohne zu jaulen)

    Trotz der ganzen Signale von meinem hat der Schäferhund weitergemacht und ihn noch 2-3 Mal gepackt. Als Mensch sagt man da schnell mal „Angriff“ dazu... In diesem Fall war es aber keine echte Attacke, sondern eher ein Einschüchterungsversuch, um die Rangordnung zu klären. Und so ein Verhalten sollte man dem Hund nicht durchgehen lassen.

    Ich bin da ganz bei Kiki, wenn sie sagt, dass unsere Hunde nicht in einer einfachen Rudelstruktur leben. Wir müssen unseren Hunden beibringen, was geht und was nicht. In einem wilden Rudel wird sowas vielleicht nicht gemaßregelt, weil da jeder seine Interaktionen selbst klärt. Das bedeutet aber nicht, dass wir das einfach so übernehmen und jedes grenzwertige Verhalten ignorieren sollten.

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    Sehe ich ganz genauso wie Docline!

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    Ich verstehe dich total, Matou38 (vielleicht, weil ich selbst einen kleinen Hund habe). An deiner Stelle würde ich echt nicht lockerlassen, weil ich null Mitleid mit solchen Leuten habe, die sich dann auch noch so aufspielen, nur weil sie sich mit ihrem Riesenhund so „mächtig“ fühlen... In der Schweiz muss jeder Hund unter der Kontrolle seines Besitzers stehen und für Uneinsichtige gibt es saftige Strafen. Was die Anzeige angeht: Die Polizei ist eigentlich verpflichtet, die aufzunehmen, erst recht in so einem Fall (da bist du wohl an jemanden geraten, der inkompetent war oder einfach keinen Bock hatte, dir zuzuhören...)

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    Docline
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    https://www.zoopsy.com/public/fiches/evaluation-comportementale-des-chiens.php

    Ich denke, du solltest mal über den Rechtsschutz deiner Versicherung gehen, um eine Verhaltensprüfung für diesen Hund zu erzwingen.

    Nee, selbst ein Angriff von hinten ist an sich noch kein gefährliches Verhalten von einem Hund, der keine Tötungsabsicht hat. Wenn du schreibst: "Der Staffy hat meine Hündin sekundenlang in den Nacken gebissen, was sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt hat. Er wollte meine Hündin ganz klar töten", dann scheint mir deine Wahrnehmung der Situation (die ich total verstehen kann) nicht ganz richtig zu sein – denn dein Hund wäre sonst einfach tot, so einfach ist das.

    Was ich dagegen wirklich gefährlich finde, ist, dass jemand einem überforderten Teenie einen Hund anvertraut hat, der dem Vorbesitzer wohl weggenommen wurde, weil er für Kämpfe abgerichtet wurde – falls ich deinen ersten Post richtig gelesen habe??

    Genau das ist das Argument, das du bringen musst, um einen Maulkorbzwang, ein Gutachten UND eine Schulungspflicht für den Halter im Umgang mit so einem Problemhund durchzusetzen.

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    Gabyn
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    @Matou38. Es tut mir echt leid, was deinem Schatz passiert ist. Ich hab selbst schon Hundeangriffe erlebt, das ist echt heftig und ich brauche meistens mehrere Tage, um mich davon zu erholen. Dass die Polizei so reagiert, wundert mich gar nicht. Eine Anzeige bedeutet Papierkram und Nachforschungen, darauf haben die oft keine Lust. Das Gesetz sagt zwar, dass sie eine Anzeige aufnehmen müssen, wenn man das verlangt, aber in der Praxis sieht’s oft anders aus. Ich hab mal erlebt, wie eine Polizistin einen Mann davon abbringen wollte, Anzeige zu erstatten, weil seine Ex ihm das Kind nicht für das Wochenende geben wollte (obwohl er das Recht dazu hatte) – echt krass...

    Vor sechs Monaten ist ein Jagdhund auf der anderen Straßenseite total ausgeflippt, als er den Hund von meinem Kumpel gesehen hat. Er hat so an der Leine gezogen, dass der Karabiner gebrochen ist. Statt den Hund zu schnappen, hat er meinen Freund in den Arm gebissen und nicht mehr losgelassen. Mein Kumpel musste in die Notaufnahme, der Arm war eine Woche lang total durchlöchert und angeschwollen. Der Polizist vor Ort wollte die Anzeige gar nicht aufnehmen, obwohl es ein Menschenbiss war. Er meinte, die Verletzung sei nicht so schlimm und es war ja nur ein Versehen (!), also gab's nur eine einfache Meldung. Mein Kumpel ist dann noch zum Rathaus, um den Vorfall zu melden: „Oh, uns wurde nichts gemeldet, wir melden uns bei Ihnen.“ Wir warten heute noch drauf.

    Pflege deinen Kleinen gut und achte darauf, dass er kein Trauma davonträgt, indem du weiterhin viel mit anderen entspannten Hunden spazieren gehst. Hast du das eigentlich mal mit deiner Versicherung geklärt? In der Hausrat ist oft eine Privathaftpflicht dabei, die vielleicht die Tierarztkosten übernimmt oder sich zumindest mit dem Besitzer des Staffies und seiner Versicherung in Verbindung setzt.

    Wie du schon sagst, der Hund hätte dich im Eifer des Gefechts beißen können oder ein Kind, das gerade im Weg stand. Der Besitzer ist echt absolut verantwortungslos, wenn er die Macken seines Hundes kennt. Er müsste zur Sicherheit aller mit Maulkorb laufen (völlig egal, ob er Papiere hat oder nicht) und sie sollten zu einem Hundetrainer. Wenn was passiert, badet es am Ende immer der Hund aus: Wesenstest, Entzug, Tierheim oder im schlimmsten Fall Einschläferung... das ist es, was ihm blüht.

    Hast du eigentlich irgendwas Schriftliches von der Polizei bekommen? Falls nicht, würde ich da nochmal hingehen und Druck machen. Wie Kikaah schon meinte, schick dem Staffy-Besitzer ein Einschreiben wegen der Kostenrückerstattung. Nicht wegen des Geldes, sondern aus Prinzip. Man muss die Leute da packen, wo es wehtut: am Geldbeutel. Vielleicht hast du über deine Versicherung auch einen Rechtsschutz? Hoffentlich ist das dem jungen Mann eine Lehre. Wer weiß, wie er nach der Sache mit dem Hund umgegangen ist... Aber ein Baskerville-Maulkorb ist echt keine Option, sondern Pflicht. Der Hund kann damit fressen, trinken und rennen, aber er kann niemanden mehr verletzen. Man muss dann halt dazu stehen und es den Leuten erklären, das ist nicht immer einfach, aber mir ist das lieber, als jemanden in Gefahr zu bringen oder das Leben meines Hundes zu riskieren.

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    Ich finde es absolut nicht normal, dass ein Hund einen anderen angreift. Ich habe selbst einen „kleinen Hund“ von 8 kg und bin daher weder für noch gegen Staffies. Aber ein Hund, der ohne Vorwarnung angreift, ist ganz klar eine Gefahr. Ich denke, man sollte zumindest eine Meldung bei der Polizei machen (nur für alle Fälle) und die Gespräche mit den Behörden dokumentieren. Dieser Angriff ist keine Kleinigkeit (besonders wenn der Staffy einfach von hinten angeschossen kam und die Hunde sich gar nicht erst begegnet sind). Ich verstehe echt nicht, dass die Polizei da nicht reagiert hat.

    Ob es uns nun passt oder nicht, unsere Hunde leben in einer menschlichen Gesellschaft und wir können sie nicht einfach machen lassen, was sie wollen. Man muss seinen Hund im Griff haben und verantwortungsbewusst sein.

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    Manche hier benutzen den Begriff Maßregelung viel zu oft. Eine Maßregelung ist es, wenn ein Hund einen anderen in seine Schranken weist, der ihn nervt... aber auf keinen Fall ein Angriff von hinten ohne Provokation oder vorherige Interaktion, egal welcher Art! Da gibt es einen riesigen Unterschied!

    Deine Definition ist meiner Meinung nach extrem eingeschränkt.

    Da ich schon ganze Rudel geführt habe, verspreche ich dir, dass manche Maßregelungen auf den ersten Blick total unbegründet wirken und für jemanden, der das nicht gewohnt ist, sehr heftig aussehen können.

    Es zählt nicht, was wir denken, sondern wie der Hund die Sache sieht.

    Dass der Besitzer nichts hat kommen sehen, ist schon klar.

    Aber ein Angriff hinterlässt Spuren.

    Es steht dir frei, von einer schrecklichen Attacke zu sprechen, obwohl der Hund nicht mal zugebissen hat.

    Okay, der Typ kriegt vielleicht ein Bußgeld aufgebrummt, aber ob eine Anzeige wirklich Erfolg hat... da musst du schon fest dran glauben.

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