@Matou38. Es tut mir echt leid, was deinem Schatz passiert ist. Ich hab selbst schon Hundeangriffe erlebt, das ist echt heftig und ich brauche meistens mehrere Tage, um mich davon zu erholen. Dass die Polizei so reagiert, wundert mich gar nicht. Eine Anzeige bedeutet Papierkram und Nachforschungen, darauf haben die oft keine Lust. Das Gesetz sagt zwar, dass sie eine Anzeige aufnehmen müssen, wenn man das verlangt, aber in der Praxis sieht’s oft anders aus. Ich hab mal erlebt, wie eine Polizistin einen Mann davon abbringen wollte, Anzeige zu erstatten, weil seine Ex ihm das Kind nicht für das Wochenende geben wollte (obwohl er das Recht dazu hatte) – echt krass...
Vor sechs Monaten ist ein Jagdhund auf der anderen Straßenseite total ausgeflippt, als er den Hund von meinem Kumpel gesehen hat. Er hat so an der Leine gezogen, dass der Karabiner gebrochen ist. Statt den Hund zu schnappen, hat er meinen Freund in den Arm gebissen und nicht mehr losgelassen. Mein Kumpel musste in die Notaufnahme, der Arm war eine Woche lang total durchlöchert und angeschwollen. Der Polizist vor Ort wollte die Anzeige gar nicht aufnehmen, obwohl es ein Menschenbiss war. Er meinte, die Verletzung sei nicht so schlimm und es war ja nur ein Versehen (!), also gab's nur eine einfache Meldung. Mein Kumpel ist dann noch zum Rathaus, um den Vorfall zu melden: „Oh, uns wurde nichts gemeldet, wir melden uns bei Ihnen.“ Wir warten heute noch drauf.
Pflege deinen Kleinen gut und achte darauf, dass er kein Trauma davonträgt, indem du weiterhin viel mit anderen entspannten Hunden spazieren gehst. Hast du das eigentlich mal mit deiner Versicherung geklärt? In der Hausrat ist oft eine Privathaftpflicht dabei, die vielleicht die Tierarztkosten übernimmt oder sich zumindest mit dem Besitzer des Staffies und seiner Versicherung in Verbindung setzt.
Wie du schon sagst, der Hund hätte dich im Eifer des Gefechts beißen können oder ein Kind, das gerade im Weg stand. Der Besitzer ist echt absolut verantwortungslos, wenn er die Macken seines Hundes kennt. Er müsste zur Sicherheit aller mit Maulkorb laufen (völlig egal, ob er Papiere hat oder nicht) und sie sollten zu einem Hundetrainer. Wenn was passiert, badet es am Ende immer der Hund aus: Wesenstest, Entzug, Tierheim oder im schlimmsten Fall Einschläferung... das ist es, was ihm blüht.
Hast du eigentlich irgendwas Schriftliches von der Polizei bekommen? Falls nicht, würde ich da nochmal hingehen und Druck machen. Wie Kikaah schon meinte, schick dem Staffy-Besitzer ein Einschreiben wegen der Kostenrückerstattung. Nicht wegen des Geldes, sondern aus Prinzip. Man muss die Leute da packen, wo es wehtut: am Geldbeutel. Vielleicht hast du über deine Versicherung auch einen Rechtsschutz? Hoffentlich ist das dem jungen Mann eine Lehre. Wer weiß, wie er nach der Sache mit dem Hund umgegangen ist... Aber ein Baskerville-Maulkorb ist echt keine Option, sondern Pflicht. Der Hund kann damit fressen, trinken und rennen, aber er kann niemanden mehr verletzen. Man muss dann halt dazu stehen und es den Leuten erklären, das ist nicht immer einfach, aber mir ist das lieber, als jemanden in Gefahr zu bringen oder das Leben meines Hundes zu riskieren.