Hallo,
ich habe nicht alle Diskussionen verfolgt, vor allem was den anderen Post angeht, aber zu diesem hier:
Du musst echt Angst gehabt haben, das ist klar. Du musst jetzt schnell wieder Vertrauen zu anderen Hunden fassen, und vielleicht sollte dein Hund auch mal wieder mit gut sozialisierten Kumpels frei laufen dürfen, die die Hundesprache beherrschen.
Mein Hund hat auch schon grundlose Angriffe erlebt, genau wie deiner, und er wiegt 43 kg bei 69 cm Widerristhöhe. Ich kann dir sagen, jedes Mal hatte er blutige Löcher, egal wie groß die anderen Hunde waren. Ganz ehrlich, wenn der Staffy deinen Hund wirklich hätte töten oder schwer verletzen wollen, hätte er das getan.
Dieses Getue auf „harter Typ“ zu machen, indem man seinen schlecht sozialisierten und ungehorsamen Staffy als gefährlichen „Staff“ oder Kampfhund ausgibt, ist einfach nur erbärmlich, aber leider ein Klassiker. Das ist ein Kindskopf, der den Gangster spielt (aber immerhin ist er zurückgekommen, hat mit dir geredet und dir seine Kontaktdaten gegeben). Ich garantiere dir, wenn das ein echter „Kampfhund“ gewesen wäre, hätte dein armer Hund wohl nicht überlebt. Das ist nur ein Junge, der mit einem schlecht erzogenen Staffy den Dicken markiert und sich nicht eingestehen will, dass er mit der Hundeerziehung völlig überfordert ist.
Leider ist mein Hund auch schon mal auf einen anderen losgegangen (ein unkastrierter Dackel, der eine kleine Nervensäge war und ihn immer angebellt hat). Beide waren an der Leine, aber die Leine vom Dackel ist gerissen. In 5 Sekunden war mein Hund auf dem Dackel, bis ich sie trennen konnte (ich hatte meinen ja an der Leine). Der Dackel hatte ein ordentliches Loch und hat gehumpelt. Solche Verletzungen passieren also verdammt schnell, auch ohne „Kampfhund“ zu sein. Wenn sie verletzen wollen, dann tun sie es. (Keine Sorge, dem Dackel geht es wieder gut, wir sind mit ihm zum Tierarzt zum Nähen und er hat Entzündungshemmer bekommen. Meine Haftpflichtversicherung hat die Kosten übernommen).
Das alles nur, um zu sagen:
Wenn der eigene Hund angegriffen wird (ob aus dem Nichts oder bei einer Beißerei), ist man immer geschockt. Das ist echt heftig.
Die Polizei nimmt keine Anzeige auf, weil das nur die Kriminalstatistik der Gemeinde wegen einer Hunde-Kelei hochtreiben würde, die nicht extrem schlimm ausgegangen ist (auch wenn ich nicht herunterspielen will, dass du echt Angst hattest).
Was die Tierarztkosten angeht, ist das wohl leider aussichtslos. Und ob du Zeit und Energie investieren willst, um den jungen Mann zu einem besseren Mitbürger zu erziehen... das musst du wissen.
Was den Staffy angeht: Das ist ein schlecht sozialisierter Hund, der nicht hört und bei euch im Ort ohne Leine rumläuft. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder hat der Besitzer jetzt doch ein bisschen Schiss bekommen und lässt ihn öfter an der Leine oder arbeitet am Verhalten seines Hundes... oder er macht so weiter und es wird weitere Meldungen geben, die dann irgendwann genug Gewicht haben.