Hallo Yoyolut,
Ich kann das, was du sagst, nur bestätigen:
- Nachträgliches Bestrafen bringt gar nichts, außer dass es die Bindung zum Hund unnötig schädigt (sogar im Moment selbst beim Abruf, auch wenn @EnergieSolaire da das lebende Gegenbeispiel ist :p).
- Die Flegeljahre beim Hund sind nicht weniger anstrengend als beim Menschen, und wenn ich das richtig verstanden habe, hast du auch einen Australian Shepherd. Da kann ich dir also von meinen Erfahrungen berichten (auch wenn nicht alle die gleiche heftige Pubertätskrise durchmachen 😉)
Um dir mal zu erzählen, wie das bei mir war: Als er klein war, haben mich alle gewarnt und mir wegen der Pubertät meines Wuffis total Angst gemacht. Als er dann in das entsprechende Alter kam, habe ich versucht, auf alle Anzeichen zu achten: ob er bei den Übungen weniger hört, ob er anfängt zu rebellieren, ob ich mit der Erziehung wieder bei Null anfangen muss, wie man mir gesagt hatte, usw. Und eigentlich war ich total happy: Die Pubertät bei meinem Aussie schien wie am Schnürchen zu laufen, seine Lernkurve und sein Niedlichkeitsfaktor blieben unverändert – ein perfekter Hund, alles tiptop! ^^
... Bis er dann beschlossen hat, dass der Abruf zwar ganz nett ist, aber die Kumpels und der Wind im Gras dann doch viel cooler sind. 😒
(Zum Glück war das mein „einziges“ Problem in der Pubertät 🙄)
Und da darf man nicht wie ich in die Falle mit dem Teufelskreis tappen: Je weniger er auf den Rückruf hörte, desto schlechter ging es mir damit, aber je schlechter ich drauf war, desto weniger Lust hatte er, zu kommen. Das wurde echt zum Albtraum. Ich wusste nie, ob es klappt oder ob ich 10 Minuten lang wie blöd rufen muss, bevor er sich mal herablässt, seine Kumpels stehen zu lassen, um zu schauen, was ich eigentlich von ihm will.
Der super Hundetrainer, bei dem wir damals schon waren, hat mir schließlich was Gutes gesagt: Stress dich nicht, das geht vorbei. Solange man an gefährlichen Orten ist (also direkt an der Straße), kann man sich mit einer Schleppleine absichern. Aber Vertrauen gewinnt man nur, wenn man es testet. Wenn ich ihn nie von der Leine lasse, werde ich nie wissen, ob ich ihn laufen lassen kann. Wenn ich also an einem sicheren Ort bin (was man so oft wie möglich machen sollte), lasse ich ihn frei und arbeite daran – und zwar nicht nur mit ihm, sondern auch an mir selbst. Das ist so im Großen und Ganzen die Einstellung dazu.