„Warum macht er das? Dabei hab ich ihn doch gut sozialisiert...“
Weil er ein unkastrierter Rüde ist und Hunde nun mal so programmiert sind :)
Ich verstehe nicht, warum es so schwerfällt, zu akzeptieren, dass unkastrierte Rüden sich gegenüber anderen unkastrierten Rüden rivalisierend verhalten können (mehr oder weniger, je nach Alter, Größe und Charakter des anderen Hundes). Dass man so große Schwierigkeiten hat, das als Teil ihrer Natur zu sehen und stattdessen „um jeden Preis“ nach einer anderen Erklärung sucht.
Ich kann total verstehen, wenn man seinen Hund aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen nicht kastrieren lassen will oder weil man mit ihm züchten möchte, aber dann... muss man halt auch mit der Natur des Hundes klarkommen : souligner
Bei einem unkastrierten Rüden sind die Begegnungen mit anderen Rüden meistens komplizierter, außer er hat einen extrem sanften Charakter. Das bedeutet für dich, wenn du ihn nicht kastrieren lassen willst:
- Du musst viel genauer aussuchen, welche Hunde man ihm vorstellt (keine Chance, mal eben auf 'nen Absacker zu Tante Janine zu gehen, die selbst einen unkastrierten Rüden hat, mit dem es nicht klappt – da bleibt der Fiffi eben zu Hause).
- Du musst hellwach sein, wenn du an Orten spazieren gehst, wo andere Hunde frei laufen und auf deinen zurennen könnten (oder solche Orte sogar meiden, wenn dein Hund wirklich aggressiv ist und andere verletzen könnte).
- Und du musst den Gehorsam massiv verstärken, damit der Hund sich zumindest ein bisschen zusammenreißen kann, wenn ihm die Nase des Gegenübers gar nicht passt.
Sobald man damit okay ist, ist es absolut kein Problem, ihn unkastriert zu lassen. Aber wenn man diese Entscheidung trifft (die ich respektiere), muss man eben auch das akzeptieren, was dazugehört.
Was Max angeht: Wenn du ihn unkastriert lassen willst, gibt es keine tausend Lösungen. Du suchst die Hunde aus, mit denen ihr spazieren geht (du kannst ihm nicht zwei Stunden lang einen anderen Rüden aufzwingen, den er nicht leiden kann, nur weil du gerne hättest, dass die beiden sich verstehen). Im Gegenzug verlangst du von ihm, dass er sich kurz zusammenreißt, wenn ihr beim Gassi gehen an einem anderen Rüden vorbeikommt. Da gibt’s kein Wunderrezept – am Ende machen deine Führung und das vorherige Gehorsamstraining den Unterschied.