Deswegen ist es echt eine gute Absicherung, die Teppiche wegzuräumen, solange der Welpe noch nicht ganz stubenrein ist – egal, ob man jetzt Welpenunterlagen benutzt oder nicht. Viele Welpen suchen sich nämlich instinktiv saugfähige Oberflächen aus. Wenn dann Teppiche da liegen, suchen sie sich halt die aus, selbst wenn man nie Unterlagen benutzt hat. Das passiert zwar nicht jedes Mal, aber wenn man so einfach verhindern kann, dass sich so eine blöde Angewohnheit einschleicht, die man später nur schwer wieder wegbekommt, sollte man das Risiko lieber nicht eingehen.
Bei mir heißt es also: Welpe = keine Teppiche. Und das nicht nur wegen der Pipi-Sache, ein Teppich lässt sich nämlich auch wunderbar zerkauen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses ganze Drama um diese Unterlagen nie verstanden habe. Ich glaube, wie so oft ist nicht der Gegenstand das Problem, sondern wie man ihn benutzt. Man kann eine Unterlage nutzen und trotzdem ganz klassisch die Stubenreinheit trainieren. Ich weiß nicht, wie deine Eltern das gemacht haben, aber offensichtlich nicht so wie ich, denn ich habe meinen Hunden nie beigebracht, dass es „erlaubt ist, drinnen zu machen“, wie du es beschreibst.
Ich habe die Unterlagen rein opportunistisch genutzt. Das heißt, ich habe meinem Welpen nie beigebracht, da draufzugehen, er ist von selbst hin, einfach weil er eine saugfähige Fläche bevorzugt hat.
Hätte mein Hund diesen Reflex nicht gehabt (nicht alle haben den, besonders Welpen, die das beim Züchter nicht kannten), hätte ich auch nicht versucht, es ihm aktiv beizubringen (ich hätte es ihm höchstens 2-3 Mal gezeigt, damit er merkt, dass das Ding da ist, aber ohne Druck). Darauf zu bestehen, dass der Hund die Unterlage nutzt, wenn es ihm nicht natürlich vorkommt, oder das Ganze noch zu bestätigen (Leckerlis usw.), halte ich für Zeitverschwendung, wenn das eigentliche Ziel ja ist, dass er draußen macht.
Solange man die Unterlage nur als Hilfsmittel nutzt und den Instinkt vieler Welpen ausnutzt, auf saugfähige Oberflächen zu machen (Streu, Unterlagen, Teppiche drinnen... Gras, Erde, Sand draußen...), aber das Training an sich ganz klassisch läuft (so oft wie möglich rausgehen, loben, wenn er draußen macht), sehe ich nicht, warum das „gefährlicher“ sein sollte, als den Parkettboden zu schützen, so wie du es gemacht hast.
Den Boden zu schützen ist ja letztlich auch nichts anderes, als eine Unterlage über das ganze Parkett zu legen. Ich habe statt des ganzen Bodens eben nur einen winzigen Teil geschützt (da, wo die Unterlage lag) und habe davon profitiert, dass der Instinkt den Welpen genau dorthin führt. :)