Border Collie beißt Leute beim Spaziergang

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Hallo zusammen,

ich bin völlig am Ende und verzweifelt und poste diesen Beitrag hier in der Hoffnung, ein paar Antworten und vor allem hilfreiche Tipps zu finden.

Ich habe eine Border-Collie-Hündin, die anderthalb Jahre alt ist. Bis sie etwa 10 bis 12 Monate alt war, hatte sie beim Gassi gehen nur einen Tick: Autos hinterherzujagen. Seit ein paar Monaten hat sie sich eine neue Beschäftigung gesucht: Sie stürzt sich auf Leute, die zu Fuß unterwegs sind, und zwickt oder beißt sie in die Wade, den Oberschenkel oder die Hand. Heute Morgen hat sie einen etwa zehnjährigen Jungen in den Oberschenkel gezwickt, und das war so fest, dass der Kleine durch seine Skihose hindurch Abdrücke hatte...

Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll, dabei habe ich eigentlich das Gefühl, dass meine Hündin alles hat, was sie braucht, um „ausgeglichen“ zu sein:

- Sie kommt jeden Tag mindestens eine Stunde raus und darf frei laufen. Außerdem joggt sie 4 bis 6 Mal pro Woche für jeweils 1 bis 3 Stunden mit mir. Ich lasse sie so viel wie möglich frei laufen, aber ich achte darauf, sie in belebten Gegenden an die Leine zu nehmen oder sobald ich von weitem jemanden sehe. Wenn uns jemand begegnet, muss ich die Leine extrem kurz halten, sonst knurrt sie richtig böse und springt die Leute an, um sie zu zwicken.

- Sie spielt viel mit uns im Garten oder im Haus.

- Wir haben einen eingezäunten, 1000 m² großen Garten, in dem sie sich austoben kann, wann immer sie will.

- Wir haben strikte Regeln aufgestellt, die sie auch befolgt (das Wohnzimmer mit dem Sofa und dem Teppich ist absolut tabu, der Gemüsegarten ist verboten, das Schlafzimmer ebenfalls).

Eigentlich ist sie eine superliebe Hündin und meistens auch gehorsam... naja, zumindest wenn sie gerade Lust darauf hat! Sie neigt dazu, dickköpfig zu sein und ihr eigenes Ding zu machen, wenn sie einmal in Action ist – zum Beispiel, wenn sie im Wald einem Tier hinterherhetzt oder auf dem Feld nach Wühlmäusen sucht. Wir arbeiten auf Anraten eines Hundetrainers am Gehorsam in solchen Momenten extremer Aufregung, aber das ist ein langer und mühsamer Weg. Immerhin sehe ich seit ein paar Wochen kleine Fortschritte.

Um diesen langen Text abzuschließen (sorry dafür): Wir waren bisher bei drei verschiedenen Trainern. Einmal, als sie noch ein Welpe war, weil sie unser erster Hund ist. Dann ein Termin, um das Problem mit dem Hinterherjagen von Autos in den Griff zu bekommen (ohne Erfolg), und vor kurzem wegen der Aggressivität gegenüber Leuten beim Spazierengehen (ebenfalls ohne Erfolg).

Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich mir sogar einen Maulkorb zulegen will, damit ich sie draußen frei laufen lassen kann, ohne das Risiko einzugehen, dass sie jemanden verletzt. Aber das ist natürlich keine echte Lösung, da es das Grundproblem nicht behebt.

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!

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26 Antworten
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    @Marie4pat, wie sieht’s denn ein Jahr später bei euch aus? Bin gerade über eure Beiträge gestolpert, weil ich selbst ein bisschen recherchiert habe. Mein Border ist jetzt 9 Monate alt und zeigt genau dieses Verhalten gegenüber Spaziergängern oder Radfahrern, die uns begegnen... Mich würde echt interessieren, ob sich das Problem bei deiner Hündin mittlerweile erledigt hat und was du gemacht hast, um das in den Griff zu bekommen?

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    Kikaah
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    Nee, ich hab die Lösung, folg einfach diesem Link http://prendsmoipourunpigeon.com 😈

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    Auf YouTube findest du Videos zum „Gänsehüten“ speziell für Borders. Nicht ganz so nett für das Gänsepaar, aber im Garten ist das einfacher als mit Schafen. Eine echte Leidenschaft für den Hund, der so seinen Drang auslebt, andere in die Schranken zu weisen 😁

    Er darf die Gänse bloß nicht killen

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    Konkurrenz ist doch was Schönes! 😁
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    Und mit Hühnern? Klappt das auch? 😋🐔

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    Docline
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    Auf YouTube findest du Videos zum "Gänsehüten" speziell für Border Collies.

    Nicht ganz so nett für das Gänsepaar, aber die lassen sich im Garten halt leichter halten als Schafe. Für den Hund ist das eine echte Leidenschaft, da er so sein Bedürfnis befriedigen kann, andere mal wieder in die Schranken zu weisen 😁

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    Wie kann ich euch nur für die ganzen Tipps danken? Ihr seid echt klasse, dass ihr euch die Zeit nehmt, um mir zu helfen. Danke, danke, danke 🙏🏻

    Kari liebt Suchspiele im Haus total. Sie ist darin auch echt gut, selbst wenn wir das Spielzeug irgendwo weiter oben oder unter anderen Sachen verstecken usw.

    Wir arbeiten schon seit ihren ersten Monaten am Wechsel vom „On“- zum „Off“-Modus beim Spielen. Sie schafft es auch ganz gut, schnell wieder runterzukommen. Nur draußen mit den ganzen super spannenden Reizen (Vögel, Rehe, Spaziergänger, Autos...) ist es viel schwieriger zu händeln.

    Ich werde nochmal bei den Basics anfangen, weil ich Kari in der Beschreibung zum Gehorsam bei Sitz/Platz absolut wiedererkenne. 😄

    Es ist echt komplex, einen Hund zu erziehen, damit er entspannt mit uns Menschen zusammenlebt, aber es ist auch total spannend! 🙂 Und man lernt echt Geduld... 😄

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    Kainate
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    Eine weitere super Möglichkeit, einen Hund „geistig“ effektiv auszulasten, ohne ihn dabei aufzudrehen, ist Fährtenarbeit bzw. Nasenarbeit.

    Ganz simpel: Du verteilst sein Futter (falls es Trockenfutter ist) einfach im Gras im Garten und los geht’s: Such! Das kann locker reichen, um sie gute 20 Minuten zu beschäftigen. Außerdem wirkt Nasenarbeit total beruhigend auf Hunde (senkt die Herzfrequenz usw.).

    Etwas schwieriger: Du versteckst ihr ein Spielzeug im Garten (dafür muss sie das Kommando „Such“ natürlich schon gut beherrschen und verstanden haben, was sie genau suchen soll).

    Dass ich so viel von Beruhigung vs. Aufregung schreibe, liegt daran, dass das Verhalten, das du bei deiner Hündin beschreibst – was man im Hundetraining unter dem Begriff „Reaktivität“ zusammenfasst (in ihrem Fall auf Bewegungsreize) – stark durch Aufregung und einen chronischen Stresszustand begünstigt wird. Wenn deine Hündin ständig auf „ON“ ist, immer in Alarmbereitschaft und das Blut quasi voller Adrenalin, reagiert sie viel schneller (niedrigere Reizschwelle) und heftiger auf all diese Reize, als wenn sie ruhig und ausgeglichen wäre. Genau diesen ruhigen Zustand gilt es bei ihr zu fördern: durch Erziehung (Gehorsam) und eine gute Tagesroutine (beruhigende Aktivitäten wie Nasenarbeit, Entspannungstraining – zum Beispiel im Körbchen bleiben –, Kopfarbeit unter entspannten Bedingungen usw.).

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    Kainate
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    Ja, die geistige Auslastung ist beim Border super wichtig, und das kann echt gut über das Lernen von "Tricks" klappen.

    Setz lieber auf Übungen, bei denen sie lernt, sich zu beherrschen und zu konzentrieren, statt auf Sachen, die sie total hochpushen. Denk immer dran: Während dieser Einheiten ist die Einstellung deiner Hündin (ruhig und konzentriert) viel wichtiger als das Ergebnis (also ob sie jetzt wirklich die Wäsche ausräumt). Mach also lieber kurze Sessions mit einer Hündin, die voll bei der Sache ist.

    Die ganzen Tricks lassen sich echt einfach beibringen (besonders bei einem Border), wenn man das Konzept "Shaping" nutzt (man führt den Hund an ein komplexes Verhalten ran, indem man es in kleine Schritte zerlegt, die er von sich aus anbietet und die man dann belohnt) – ob mit oder ohne Clicker. Das hier im Forum ganz genau zu erklären, wäre zu kompliziert, aber auf YouTube gibt's massenhaft Videos dazu. Behalt aber immer das Ziel im Kopf: Es geht nicht um den Trick an sich (du willst ja keinen Zirkushund ^^), sondern darum, dass deine Hündin mental ausgeglichener wird.

    Ich sag das deshalb, weil man in manchen Videos leider sieht, dass die Hunde total überdreht sind, kläffen, den Besitzer anspringen, nur auf die Leckerlis fixiert sind und ihr ganzes Repertoire wie Roboter abspulen (Sitz, Platz, Männchen, Pfote...), ohne überhaupt zuzuhören, was der Besitzer eigentlich will. Für mich ist das keine gute Arbeitseinstellung und es hilft dem Hund auch nicht, mental stabiler zu werden. Da ist weniger mehr: lieber einfach, aber dafür ordentlich :)

    Nur mal als Beispiel: Mit meinem 3-jährigen Hund bin ich momentan dabei, die Kommandos "Sitz / Steh / Platz" nochmal ganz präzise aufzubauen. Ich könnte ihm viel lustigere "Tricks" beibringen, das Potenzial dazu hat er locker :)

    Aber ich mache lieber wenig, dafür aber richtig.

    Er kennt die Kommandos schon, seit er 2 Monate alt ist. Aber wie bei vielen Hunden: nicht sauber. Das heißt, wenn er sitzt und man nochmal "Sitz" sagt, legt er sich hin. Wenn er liegt und man "Sitz" sagt, versteht er es nicht und legt meistens nur den Kopf auf den Boden, so nach dem Motto: "Hä, ich lieg doch schon". Kurz gesagt: Er "kennt" die Kommandos, kann sie aber nicht sauber unterscheiden. Also statt ihm "lustige" Tricks beizubringen, entscheide ich mich dafür, die "Basics" nochmal durchzugehen, was sein Köpfchen viel mehr anstrengt (es zwingt ihn, sich zu konzentrieren, um genau zu verstehen, was ich will, statt nur reflexartig zu reagieren). Denn wie gesagt: Mir geht's um seine Einstellung und seine kognitiven Fähigkeiten – die Übung an sich ist nur der Vorwand :)

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    Ich hab’s zwar selbst noch nie ausprobiert, aber Treibball ist meiner Meinung nach eine gute Idee, vorausgesetzt du siehst es nicht bloß als eine Art Auspowern für deine Hündin (das könnte nämlich sonst ihre „Bewegungssucht“ eher noch fördern), sondern wirklich dazu, ihre Impulskontrolle und die Reaktion auf Abbruchsignale (Stopp etc.) zu trainieren.

    Im Grunde ist das Ganze nur dann interessant, wenn du während der Einheiten wirklich darauf achtest, an der Einstellung der Hündin zu arbeiten.

    Wenn du zulässt, dass sie bei diesen Spielen völlig hochdreht, nicht mehr zuhört, total fixiert und wie hypnotisiert von den Bällen ist, kläfft, in alles Mögliche reinbeißt... dann wird ihr das nicht helfen.

    Falls du die Möglichkeit dazu hast, finde ich Hütearbeit als Aktivität sogar noch besser, weil es einfach vielschichtiger und komplexer ist. Der Hund muss dabei von sich aus lernen, sein Verhalten gegenüber echten Tieren besser zu kontrollieren als bei bloßen Bällen.

    Wenn du sagst, dass sie Schwierigkeiten hat, sich auf dich zu konzentrieren, ist das auch ein Punkt, an dem ihr arbeiten solltet.

    Bring ihr zu Hause bei, ein Kommando zu halten (eine Position wie „Sitz“, Blickkontakt halten etc.), egal was um sie herum passiert.

    Das Prinzip ist immer das Gleiche: Schritt für Schritt (steigender Schwierigkeitsgrad).

    Du fängst an, ein Kommando (z. B. „Sitz“) in aller Ruhe und ohne Ablenkung (Störreize) zu festigen. Dann bringst du nach und nach Ablenkungen ins Spiel. Erst mal ein Ball, der ganz langsam rollt, dann schneller. Jemand (ein Helfer), der erst ruhig vorbeiläuft und später, wenn das klappt, rennt. Und so weiter. Zerlege die Lernschritte so, dass sie nicht zu oft Misserfolge hat (ich versuche meistens, wenn ich meinen Hunden was beibringe, den Schwierigkeitsgrad so zu wählen, dass sie mindestens zu 75 % Erfolg haben, damit sie das richtige Verhalten effektiv abspeichern können).

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