Unverständliche Reue nach der Adoption...

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[Partie1]

Hallo zusammen,

ich bin hier, weil ich auf ein paar Tipps und Erfahrungsberichte von euch hoffe. Ich sage es direkt vorab: Wer mir jetzt Vorwürfe machen will – ich mache mir selbst schon die schlimmsten Vorwürfe. Ich schäme mich so sehr und fühle mich so mies, dass es wirklich nichts bringt, wenn ihr noch eins draufsetzt...

Um euch kurz die Situation zu erklären: Ich lebe mit einem alten Malinois-Rüden zusammen, den ich vor über einem Jahr aus dem Tierheim adoptiert habe. Es war schon immer mein Traum, einen Hund zu haben, und als die Bedingungen endlich passten, habe ich mich auf die Suche gemacht. Bei meinem Hund war es Liebe auf den ersten Blick, und obwohl er wegen seiner schweren Vergangenheit einige Macken hatte, war es bisher das reinste Glück. Ich habe bei ihm nie gezweifelt, nie etwas bereut, und mir ein Leben ohne ihn vorzustellen, zerreißt mir das Herz.

Vor etwas mehr als einer Woche habe ich nun eine junge Hündin adoptiert, ebenfalls ein Schäferhund (Holländischer Schäferhund), die wirklich klasse ist! Sie ist verspielt und verschmust, kann aber auch abschalten, liebt Spaziergänge und Schläfchen, bellt nicht, hört gut und macht für einen jungen Hund kaum Blödsinn. Für viele wäre sie der perfekte Hund, und sie spielt auch total viel mit meinem Ersthund.

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18 Antworten
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    Vielleicht hast du dir unbewusst gedacht, weil dein Hund ja schon alt ist, dass du bereit wärst, das Kapitel Haustier abzuschließen, wenn er mal nicht mehr da ist. Und jetzt, bei der Adoption der Kleinen, merkst du erst, dass du dich wieder für viele weitere Jahre darauf eingelassen hast.

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    Aber ein eher ängstlicher Hund nimmt Veränderungen nicht sofort mit totaler Begeisterung auf. Er hasst sie auch nicht direkt, er ist eben einfach vorsichtig. Er muss sich erst mal an alles gewöhnen, neue Routinen finden, die Kleine kennenlernen, und so weiter...

    Das ist ein Prozess, den du dir mit diesem kleinen Fellknäuel ins Haus geholt hast.

    Ist es jetzt anders? Ja. Ist es schlecht für deinen Hund? Nicht unbedingt... Ängstliche Hunde finden es oft toll, einen gelassenen Kumpel an ihrer Seite zu haben, der ihnen bei den gruseligen Dingen im Leben Sicherheit gibt.

    Die Kleine wird wachsen und selbstbewusster werden. Es ist erst eine Woche vergangen. Das ist noch viel zu früh, um die Situation wirklich schon beurteilen zu können.

    Oder um zu wissen, ob dein Ersthund die Neue wirklich komplett ablehnt, ob du sie jemals lieben wirst, etc...

    Ich hatte schon immer mehrere Hunde von überall her (Tierschutz, schlechte Haltung, etc.). Jeder Neuzugang wurde respektiert, aber sie wurden von den anderen nicht unbedingt direkt mit Freudensprüngen begrüßt 😂

    Bei manchen war es Liebe auf den ersten Blick, bei anderen nicht, aber alle verstehen sich gut.

    Wie bei uns Menschen gibt es eben die Liebe auf den ersten Blick (wie bei deinem ersten Hund) und die Liebe, die erst mit der Zeit wachsen muss...

    Ich finde es gar nicht komisch, dass du für die Kleine nicht sofort Feuer und Flamme warst. Es funkt halt nicht immer sofort.

    Aber das heißt noch lange nicht, dass daraus keine wunderbare Beziehung entstehen kann.

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    Ich kann mich vielen der Kommentare hier nur anschließen. Das Leben spielt einem manchmal echt komische Streiche: Man adoptiert ein Tier, bei dem man erst denkt, man könnte es niemals lieben – und wenn man ihm dann eine Chance gibt, erobert es einem das Herz im Sturm.

    Du warst in deinen ersten Hund sofort schockverliebt, beim zweiten aber nicht. Aber wie viele hier schon geschrieben haben, gehöre ich auch eher zur Kategorie: „Keine Liebe auf den ersten Blick“.

    Meine Tiere sind für mich Lebewesen, genau wie ein fremder Mensch, der irgendwann mal ein Freund oder mehr werden könnte. Ich hänge nicht sofort an jemandem, den ich noch gar nicht kenne.

    Die Beziehung zu meinen Tieren wächst durch das, was wir zusammen erleben und wie wir uns gegenseitig kennenlernen.

    Ganz einfach: Ich lerne sie kennen, entdecke ihren Charakter und mit der Zeit merke ich, wie witzig sie sind oder was sie besonders mögen – und so entsteht dann die Bindung.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass das bei Tieren genauso ist. Außer bei meinem Spinner hier, der war sofort in mich verschossen 😅

    Aber ein Welpe, der gerade erst sein Zuhause und seine Geschwister verlassen hat, eine Katze von der Straße, ein Hund aus dem Tierheim...

    Er liebt das Zuhause, das ich ihm biete, er liebt die Sicherheit, die Spaziergänge, seine Schlafplätze, aber er kennt MICH ja noch gar nicht.

    Er lernt erst meinen Tonfall kennen, meine Reaktionen und baut dann nach und nach eine Bindung zu mir auf.

    Der Unterschied ist: Ich weiß das. Deshalb mache ich mir absolut nichts daraus, wenn ich einen Neuzugang am Anfang noch nicht direkt „liebe“.

    Das heißt ja nicht, dass ich das Tier hasse... es heißt nur, dass ich mich deshalb nicht verrückt mache. Für mich ist es völlig normal, sich erst mal zu beschnuppern und gemeinsam Vertrauen aufzubauen.

    Ich muss allerdings zugeben, dass es mir total Spaß macht, sie erst mal zu „erforschen“, noch bevor ich die gemeinsame Zeit so richtig genieße. Ich finde es toll rauszufinden, ob einer gerne schwimmt, gerne fährten liest, lieber Ball spielt oder lieber rumtobt... usw.

    Vielleicht findest du aber gerade deshalb keinen Spaß an der Sache, weil du das Gefühl hast, du MÜSSTEST ihn lieben, was aber (noch) nicht der Fall ist.

    Genau wie beim Schlafen ist der größte Feind der Liebe der Zwang, das „Erzwingen-Wollen“.

    Und was dein Gefühl angeht, dass du deinen Hund nicht mehr genießen kannst: Ist das wirklich so? Habt ihr keine gemeinsamen Spaziergänge, Kuschelmomente oder Spiele mehr? Oder ist es einfach nur anders?

    Du sagst, dein Hund ist ängstlich gegenüber der Kleinen. Aber das braucht eben seine Zeit. Ein Hund, der mit sich im Reinen ist (was deine Kleine sicher wird, da sie ja jung adoptiert wurde), ist oft eine super Stütze für ein eher ängstliches Tier.

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    Emla
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    Ich komme vielleicht herzlos rüber (manche denken das eh schon 😅), aber bei jeder Adoption brauche ich erst mal ein paar Monate, bis ich eine Bindung zum Neuzugang aufbaue.

    Das macht mir aber keine Sorgen, weil ich weiß, dass es am Ende immer passiert.

    Aber am Anfang brauche ich einfach Zeit...

    Ich versorge sie anfangs eher „mechanisch“. Damit meine ich, dass ich einfach nur schaue, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden, nicht mehr und nicht weniger. Und nach und nach, während wir Dinge zusammen erleben, ich ihren Charakter entdecke und die kleinen Details sehe, die sie einzigartig machen, entsteht die Bindung und sie werden wirklich zu meinen Hunden.

    Es ist völlig normal, dass du nicht die gleiche Bindung oder Gefühle für einen Hund hast, der erst seit einer Woche da ist, wie für deinen anderen Hund – egal, wie man es nennt. So perfekt diese Hündin auch sein mag, ihr habt einfach noch keine gemeinsame Geschichte.

    Bei deinem Ersten war das anders, der Erste bleibt immer der Erste, und damals hattest du ja auch keinen Vergleich...

    Was die Beziehung zwischen den beiden angeht oder das Gefühl, dass die neue Hündin dich von ihm entfernen könnte: Das ist eine rein menschliche Wahrnehmung.

    Er gewinnt doch nur dabei! Er hat sein Frauchen + eine neue Freundin. Ein Hund rechnet da nichts auf.

    Gib dir Zeit.

    Wie Boxy schon meinte, ist das gerade die schlimmste Zeit für die Tierheime. Solange du das „Materielle“ absichern kannst, lass dir für den Rest einfach Zeit.

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    SUCHE EIN LIEBEVOLLES ZUHAUSE FÜR UNSERE LEONBERGER-WELPEN

    Da wir leider gezwungen sind, unsere Zucht aufzugeben, geben wir unsere süßen Leonberger-Welpen nur in allerbeste Hände ab. Geboren am 10.04.2022; 9 Rüden und 5 Hündinnen, gechippt, geimpft und mit Papieren (LOF). Erstklassige Abstammung, die Eltern sind französische Champions. Sie haben einen tollen Charakter und sind mitten in der Familie aufgewachsen. Frei von Dysplasie, Kennnummer der Mutter: 2CLL6244581524.

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    Bitte nur ernstgemeinte Anfragen.

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    Docline
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    Was ein Hund vor allem von einem Menschen braucht – sorry, aber das ist nicht Liebe: Es geht um Sicherheit und Bedingungen, die zu seinem Aktivitätslevel und seinem Bedürfnis nach sozialen Kontakten passen. Ich denke, dass sie das bei dir finden kann. Eine Bindung entsteht ja selten sofort, und ich glaube, dein Ersthund würde enorm von einem „Störfaktor“ in eurer zu engen Beziehung profitieren, was meiner Meinung nach sowieso nie so richtig gesund ist ...
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    Hallo,

    warum machst du dir solche Vorwürfe? Deine Reaktion ist total menschlich. Wenn der Funke am Anfang übergesprungen ist, dann ist er auch noch da – nur bringt ein Neuzugang oft verdammt viel Druck mit sich.

    Es braucht einfach Zeit, ein neues Gleichgewicht und eine Routine zu finden und alles wieder einzupendeln.

    Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wenn diese Routine gestört wird, hat das Folgen, aber das heißt nicht, dass wir uns nicht mehr anpassen können – denn der Mensch ist extrem anpassungsfähig.

    Deine Fragen sind sinnvoll und wichtig. Ja, ein Neuzugang stellt erst mal alles auf den Kopf. Man muss sich erst kennenlernen, sich aneinander gewöhnen und einander verstehen. Aber die Gefühle, die du am Anfang hattest, sind immer noch da – sie sind gerade nur unter einem Berg von Emotionen vergraben, die auf dich einprasseln.

    Du musst dich nicht zerreißen und du musst auch nicht das eine Tier vernachlässigen, um dem anderen gerecht zu werden. Und du bist erst recht kein Monster, nur weil du dir diese Fragen stellst.

    Eine Woche ist nicht viel, aber es reicht, um sich verletzlich zu fühlen. Die Angst, etwas falsch zu machen oder das neue Tier weniger zu lieben... aber man liebt nicht weniger, man liebt einfach anders, mal mit mehr und mal mit weniger Leidenschaft.

    Wir alle haben oft dieses eine „Seelentier“, mit dem wir etwas ganz Besonderes teilen. Das wahre Wunder ist aber der Tag, an dem man bei irgendeiner (vielleicht total banalen) Sache plötzlich den Blick seines „hässlichen Entleins“ auffängt und kapiert: Da ist sie, die Verbindung, die Vertrautheit. Sei es beim Spielen oder Herumrennen – völlig egal. In dem Moment schaltet der Kopf ab und man merkt, dass die Gefühle eigentlich schon die ganze Zeit da waren.

    Das kann mal länger dauern, mal geht's schneller. Aber das heißt nicht, dass du sie nicht liebst. Sie ist einfach anders, sie ist sie selbst, du bist du. Und wie in jeder Beziehung muss man erst voneinander lernen, um selbst daran zu wachsen.

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    Auf jeden Fall wollte ich nur kurz daran erinnern, dass das gerade die schlechteste Zeit ist, sie ins Tierheim oder so zu geben.

    Im Sommer gibt es einfach zu viele Abgaben. Und wenn Hunde ständig weitergereicht werden, macht es das auch nicht leichter, eine neue Familie zu finden.

    Sie ist ja erst seit etwas mehr als einer Woche bei euch, also lernt euch erst mal in Ruhe kennen, gewöhnt euch an ihre Anwesenheit usw.

    Ansonsten behaltet sie am besten einfach so lange, bis eure Schwester bereit ist, sie aufzunehmen.

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    Es ist jetzt etwas über eine Woche her und ich habe echt das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Ich glaube, am Ende ist es wie mit allem: Man mag manche einfach lieber als andere, egal ob Menschen oder Tiere, und das merkt man erst nach einer gewissen Zeit. Nach einem Besuch im Tierheim lässt sich das schwer sagen. Mein Hund spielt zwar gern mit ihr, aber beim Gassi gehen rempelt sie ihn total heftig an und jetzt hat er Angst, wenn sie zu schnell auf ihn zukommt. Er wurde früher misshandelt, deshalb tut mir das richtig leid. Die Hündin tut mir auch leid, weil ich einfach gar nichts für sie empfinde und ich mir denke, dass sie jemanden verdient hätte, der sie bedingungslos liebt, so wie ich meinen Ersthund liebe. Für mich fühlt sich das nicht nach Puppy Blues an, weil sie eigentlich sogar viel besser ist, als ich gehofft hatte, wie ich oben schon geschrieben habe. Genau deshalb habe ich auch Angst, dass sich das nicht mehr ändern wird.

    Die beiden werden ihr Verhalten noch anpassen, also vor allem deine Hündin, oder man kann das trainieren.

    Ist es vielleicht so, dass du zu sehr nach Perfektion strebst und dir damit selbst das Leben schwer machst...

    Oder ist das ein Vorwand, um dir selbst mehr Gründe zu geben, warum es nicht klappen wird?

    Es ist schwer, einen Hund direkt nach dem Tierheim-Besuch zu lieben, aber sie ist erst seit einer Woche bei dir. Das ist auch einfach zu kurz, um einen Hund schon so bedingungslos zu lieben wie deinen ersten – vor allem, weil man ja weiß, dass es oft einfach anders ist. Wenn du also vergleichst, wirst du zwangsläufig Gründe finden zu glauben, dass da was nicht stimmt.

    Auch beim Puppy Blues ist nicht immer der Hund das eigentliche Problem.

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    Loustick
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    Hallo, wir haben hier ein Mitglied, das sich echt gut mit dem auskennt, was du gerade durchmachst – das ist Bandji. Ich hoffe, sie schaut mal vorbei, um mit dir zu quatschen.

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