Wie man über den Tod der eigenen Hündin hinwegkommt

Cacabrouette
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Guten Abend, meine Hündin ist am 21. Dezember ziemlich plötzlich an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung gestorben (sie war in der Nacht von Sonntag auf Montag sehr krank, ich bin direkt bei der Öffnung zum Tierarzt gerast, ich nehme Schlaftabletten, also konnte ich nachts nicht fahren, obwohl ich für sie da war, und dachte erst an eine Magen-Darm-Geschichte...). Der Tierarzt hat alles gegeben, ich war am Montagnachmittag noch bei ihr zum Kuscheln, sie hat ein bisschen gefressen und die Tierärztin war eigentlich optimistisch, dass sie vielleicht am Dienstagabend nach Hause darf.

Am Dienstag wollte sie nicht fressen, ich hab ihr was von zu Hause mitgebracht, aber sie hat die Nahrung trotzdem verweigert. Ich bin eine Stunde lang bei ihr geblieben, hab sie geknuddelt und ihr gesagt, wie sehr ich sie liebe... Aber sie ist am frühen Abend gestorben und seitdem fühlt es sich an, als wäre mein Herz gebrochen, als hätte ich die Liebe meines Lebens verloren. Dabei hab ich schon andere Todesfälle erlebt... aber nichts hat jemals so wehgetan!

Wir hatten sie nur zweieinhalb Jahre (sie war eine alte Omi aus dem Tierheim, der wir einen schönen Lebensabend schenken wollten) und trotzdem war sie mein Ein und Alles, wir haben alles zusammen gemacht.

Im Oktober bin ich in eine Depression gerutscht und war zwei Monate krankgeschrieben. Sie war rund um die Uhr bei mir zu Hause, wir haben ohne Ende gelöffelt... Unsere Verbindung war so stark, dass ich mir ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen kann. Mir fehlt einfach alles (sogar das, was mich manchmal genervt hat, wie zum Beispiel, dass sie zwischen uns beiden geschlafen hat und ich dann oft keine Decke mehr hatte; sie lag mit mir auf dem Sofa, ganz eng oder sogar auf mir, ist mir bis aufs Klo gefolgt... kurz: sie war mein Schatten. Und ja, ich weiß, wir waren viel zu nachsichtig, aber sie war so eine süße alte Pute, man konnte ihr einfach nicht widerstehen).

Ich weiß, es ist noch ganz frisch, aber seitdem kann ich mich zu nichts aufraffen, ich heule nur noch und mache mir Vorwürfe. Mein Haus kommt mir so leer vor, mein ganzer Alltag ist völlig durcheinander, weil ich neue Routinen finden muss, aber ich hab an nichts mehr Freude... Ich fühle mich schrecklich einsam und verloren.

Natürlich hab ich schon daran gedacht, wieder eine Fellnase aus dem Tierheim zu holen, nicht um sie zu ersetzen, sondern um mein Herz ein bisschen zu heilen, aber ich hab zu große Angst, dass ich Vergleiche anstelle und dem neuen Hund nicht die Liebe geben kann, die er braucht. Ich glaube, ich sollte wohl besser noch warten.

Habt ihr vielleicht Ideen oder Tipps, wie ich den Schmerz ein bisschen lindern kann?

Ich danke euch und sorry für den langen Text

Wie man über den Tod der eigenen Hündin hinwegkommt

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  • Cacabrouette
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    Am Freitag und Samstag haben wir Termine in zwei Tierheimen, um uns verschiedene Fellnasen anzuschauen. Man muss aber echt sagen, dass uns eigentlich nur Molosser wie Staffs ansprechen. Die Heime sind so voll davon und manche hatten so ein furchtbares Leben, dass ich sie am liebsten alle adoptieren würde, um ihnen das beste Leben überhaupt zu schenken! (Na ja, meine 50 qm und mein mickriges Gehalt holen mich da leider ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück 🙄)

    Falls wir uns aber echt verlieben, werde ich versuchen, dass wenigstens die Farbe und die Schnute anders aussehen als bei meiner Maus.

    Es ist schrecklich, weil ich total hin- und hergerissen bin: Einerseits möchte ich einem anderen Hund ein tolles Leben bieten und die Leere in meinem Herzen füllen, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, meine Süße zu verraten. Es fühlt sich fast mies von uns an, jetzt schon eine neue Fellnase adoptieren zu wollen, wo ich doch erst morgen ihre Asche abhole...

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    Docline
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    Ich bin ja eher ein Fan davon, sich einen Hund zu holen, der ganz anders ist als der, der gerade verstorben ist,

    ohne sich aber direkt auf den erstbesten zu stürzen, der einem begegnet.

    Man sollte sich da zu nichts zwingen.

    2012 ist meine Scottish-Hündin Ende März gestorben, das war absolut nicht so geplant (zum Glück hatte ich da schon Elastic), und Mitte Juni hab ich mir dann meinen Aussie geholt. Ich hab die Zeit einfach gebraucht, um das Ganze zu verarbeiten (wenn ein Tod absehbar ist, komm ich damit viel schneller klar) und einen Neuanfang mit einer ganz anderen Persönlichkeit zu wagen.

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    Ja, wir gehen echt unterschiedlich mit der Trauer um. Er zieht sich total zurück und zeigt nach außen hin nichts, aber ich weiß, dass er genauso leidet wie ich. Er zockt halt gerne und lenkt sich so ab... Ich schlage die Zeit vor dem Fernseher tot, hab aber eigentlich auf nichts Lust, außer zu schlafen. Morgen wieder arbeiten zu gehen, wird wahrscheinlich echt hart, auch wenn es mich dazu zwingt, mal rauszukommen und mich auf andere Gedanken zu bringen.

    Ich schaue mir gerade Anzeigen von Tierheimen an und habe zwei Fellnasen entdeckt, die uns echt gut gefallen. Leider ist die erste eine Staff-Hündin (die ein echt beschissenes Leben hatte, weshalb ich ihr so gerne ganz viel Liebe schenken würde, aber sie ist schon 10 und hat Gesäugetumore. Da hab ich einfach Angst, das Gleiche nochmal durchmachen zu müssen wie mit meiner Hündin, die auch fast 10 war, als wir sie adoptiert haben). Der andere ist ein Labrador-Retriever mit einem Gesicht zum Anbeißen (aber ich kenne die Rasse nicht und weiß nicht, ob sie zu unserem Lebensstil passt). Ich hab trotzdem mal eine Anfrage ans Tierheim geschickt, die wollen sich bei mir melden.

    Ich weiß nicht, ob wir sofort wieder jemanden adoptieren, denn es kann gut sein, dass wir erst direkt vor Ort im Tierheim merken, dass wir doch noch nicht so weit sind.

    Eigentlich ist es total doof, aber weil meine Maus erst vor Kurzem gestorben ist, habe ich Angst, sie zu schnell „ersetzen“ zu wollen. Auch wenn sie nicht mehr da ist, hab ich das Gefühl, dass es nicht ganz fair von mir ist, so früh schon einen neuen Hund zu wollen – als ob sie mir nicht wichtig genug gewesen wäre...

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    M
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    @Cacabrouette, es ist erst 10 Tage her, dass du deinen Hund verloren hast. Für deinen Partner ist es sicher noch viel zu schwer, sich schon jetzt auf eine neue Adoption einzulassen. Und jeder geht eben anders damit um, manche brauchen einfach Zeit (beim ersten Mal ging es mir genauso). Aber letztendlich bringt es nichts, jahrelang zu warten, wenn du sowieso weißt, dass du dir wieder einen Hund holst. Selbst Jahre später wird der Einzug eines Neuen „kompliziert“ oder zögerlich sein, man vergleicht ihn zwangsläufig mit dem Vorgänger. Und das ist völlig normal! Denn wir vergessen unsere Lieblinge, die von uns gegangen sind, niemals.

    Als ich meine Bordeauxdogge verloren habe, habe ich mir sehr schnell einen Dogo Argentino geholt. Natürlich habe ich ihn mit meiner Bordeauxdogge verglichen (und mache das heute noch), aber nicht als Vorwurf. Odin hat das eben so gemacht, Sagro macht es anders, Odin war brav, Sagro ist ein totaler Tollpatsch. Das sind zwei völlig unterschiedliche Hunde, das ist echt wie Tag und Nacht. Aber ich mache Sagro niemals einen Vorwurf daraus, dass er so ist, wie er ist.

    Als ich meine Bordeauxdogge verlor, fing ich an, überall Anzeigen zu wälzen, noch bevor ich mir zu 100 % sicher war, einen neuen zu nehmen. Und nach und nach habe ich mir vorgestellt, wie es mit einem anderen Hund wäre. Bis ich eines Tages die Anzeige von Sagro sah (oder wiedersah, ich dachte schon, ich hätte sie verpasst) und sofort geantwortet habe – mein Herz hat total gerast! Und ich habe ihn durch pures Glück bekommen, der war echt für mich bestimmt.

    Vielleicht könntest du ja erst mal anfangen, Anzeigen zu schauen und deinem Partner die zu zeigen, die dir gefallen. Der Verlust eures Hundes ist noch so frisch, da ist es schwer, nach vorne zu schauen.

    Vielleicht verliebt er sich ja auch in einen Hund, wenn du ihm Anzeigen zeigst, und dann ist er es einfach!

    Aber du bist doch kein launisches Kind! Du brauchst einen Hund, der dir hilft, weiterzumachen. Dein Partner sollte das verstehen, das ist keine bloße Laune!

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    Rinrin
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    Hallo, bei mir war es mein Freund, der gesehen hat, dass es mit mir immer weiter bergab ging (genau wie bei dir: ich hab nichts mehr gegessen, hatte auf nichts mehr Lust, bin zwar noch zur Arbeit gegangen, aber der Rest …). Er hat dann die Initiative ergriffen und angefangen, nach einem Hund zu suchen, damit ich wieder nach vorne schauen kann.

    Ich selbst wollte das eigentlich gar nicht, ich hatte zu viel Angst davor, dasselbe nochmal durchmachen zu müssen, und ich wollte Walter nicht ersetzen. Aber er hat mich abgeholt und mich fast schon mit Gewalt zu mehreren Familien geschleppt, die Welpen zur Adoption hatten. So habe ich Cortex kennengelernt: Er kam direkt auf mich zu, hat sich kerzengerade vor mich hingesetzt und mich neugierig beobachtet, während sein kleiner Schwanz fröhlich gewedelt hat. Er ist jetzt seit fast 6 Monaten bei mir und ich bin so froh, dass er da ist. Er hat mir geholfen, viel schneller wieder auf die Beine zu kommen, und das ganz ohne Medikamente.

    Vielleicht sprichst du mal mit deinem Partner darüber? Ohne direkt etwas zu fordern, sondern erklär ihm einfach, was du brauchst. Vielleicht könntet ihr ja erst mal anfangen, zusammen mit Hunden aus dem Tierheim Gassi zu gehen. Vielleicht verliebt ihr euch ja in so eine Fellnase (und wenn dein Mann mitkommt, hilft ihm das vielleicht auch bei der Entscheidung).

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    Cacabrouette
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    Hallo zusammen, danke euch allen für eure Antworten, die tun mir echt gut.

    Wahrscheinlich wäre es etwas einfacher gewesen, wenn wir mehrere Tiere zu Hause gehabt hätten, aber meine Maus war nicht so gut mit Artgenossen und sie hat mir einfach all die Liebe gegeben, die ich brauchte.

    Zum Glück unterstützen mich meine Familie und Freunde, auch wenn ich merke, dass mein Partner langsam etwas hilflos ist und nicht mehr so recht weiß, was er mit mir und meiner Trauer anfangen soll.

    Ich habe das Gefühl, immer tiefer in die Depression zu rutschen, deshalb denke ich immer öfter darüber nach, wieder einen Hund aus dem Tierschutz zu holen. Aber ich habe solche Angst, Vergleiche zu ziehen oder nur das zu suchen, was mir meine Süße gegeben hat, und es nicht zu schaffen, dem neuen Hund all die Liebe zu schenken, die er braucht.

    Und gleichzeitig habe ich noch so viel Liebe zu geben, dass ich mir fast sicher bin, dass ich ihm nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ein tolles Leben bieten würde :)

    Das Problem ist nur mein Partner: Er ist zwar grundsätzlich bereit für einen neuen Hund, aber nicht jetzt sofort. Ich kann ihm das natürlich nicht aufzwingen, aber ich habe das Gefühl, ohne einen Hund immer weiter abzustürzen. Ich komme mir vor wie ein bockiges Kind, das allen auf den Geist geht, bis es endlich seinen neuen Hund bekommt 😏

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    Yuna La Ficelle
    Yuna la ficelle Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
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    Ich sehe das eigentlich genauso wie emla. Ich finde auch, dass es sowohl für die Tiere als auch für einen selbst besser ist, wenn man nie nur ein einziges Tier zu Hause hat. Das löst viele Probleme ganz von selbst, wie zum Beispiel das Alleinbleiben – ein Thema, das hier ja ständig aufkommt –, aber auch die Sache mit der Trauer, sofern man natürlich nicht Tiere im selben Alter adoptiert hat.

    Es geht dabei natürlich absolut nicht darum, einen Hund einfach nur als Hund abzustempeln und ihn zu ersetzen, als würde man ein Auto austauschen. Aber man muss sich einfach bewusst sein, dass unsere kleinen Fellnasen uns irgendwann Kummer bereiten werden, weil sie nun mal zwangsläufig vor uns gehen. Das liegt in der Natur der Dinge. Ab diesem Punkt kann man entweder aufhören zu „leben“, wenn ein geliebtes Wesen stirbt, oder man entscheidet sich dazu, weiterzumachen...

    Mir hat es jedenfalls sehr geholfen, mehrere Tiere zu haben, als eines von ihnen gestorben ist. Das mindert zwar weder den Schmerz noch die Trauer – jemand wird immer fehlen, auch noch lange Zeit später –, aber die anderen trösten einen einfach durch ihre Art und zwingen einen dazu (wie in der Situation von emla beschrieben), den nötigen Alltag für die anderen beizubehalten und so durch diese schwere Zeit zu kommen.

    Viel Kraft dir und hoffentlich fängt das neue Jahr besser an, als das alte für dich aufgehört hat.

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    Docline
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    Das stimmt, es ist echt wichtig, offene Ohren für diesen Schmerz zu finden, den viele Leute gar nicht richtig anerkennen.

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    Tania28
    Tania28 Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
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    Genau so ist es leider.

    Manche werden nie verstehen, welchen Platz unsere Hunde und Katzen bei uns einnehmen. Aber die Menschen, die es verstehen, sind uns wichtig – bei denen kommt man sich nicht blöd oder bescheuert vor, wenn man um ein Tier weint oder seinen Gefühlen einfach freien Lauf lässt.

    Sie sind ein Teil von uns, da ist man einfach völlig fertig.

    Also viel Kraft dir, drüber zu schreiben tut auf jeden Fall gut.

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    V
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    Manche haben ein Herz, andere einen Stein an der Stelle.

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