Hallo, ich schreibe euch mit sehr schwerem Herzen und brauche euren Rat und eure Meinung.
Um euch den Hintergrund zu erklären: Ich hatte einen 12,5 Jahre alten Kater (heute Morgen verstorben), der die ersten 4 Jahre seines Lebens in einer Wohnung gelebt hat. Das Eingesperrtsein hat ihn extrem gestresst, so sehr, dass er im Alter von 2 Jahren eine stressbedingte Hepatitis entwickelte und als Notfall in die Klinik musste. Er hat das damals ohne Folgeschäden überstanden. Er war ein Kater, der es absolut nicht ertrug, eingesperrt zu sein, und deshalb 80 % der Zeit draußen verbrachte. Das habe ich jedem Tierarzt gegenüber immer wieder betont.
Ende Mai 2026 fing es an, dass es ihm schlechter ging. Ich rief den mobilen Tiernotdienst, der einen Hexenschuss diagnostizierte. Er gab ihm Entzündungshemmer und sagte, ich solle nochmal zu meinem Haustierarzt gehen.
Ein paar Tage später hatte ich den Termin beim Tierarzt. Es wurde geröntgt: Nichts Besonderes, außer etwas Arthrose. Es gab auch eine Osteopathie-Sitzung. Mein Kater war kurzzeitig wieder munterer, aber dann verschlechterte sich sein Zustand erneut.
Diesmal ging ich zu einem Kollegen in der Praxis, da der erste Tierarzt im Urlaub war. Ich berichtete ihm, dass er seit 2 bis 3 Monaten erbrach, etwa 4- bis 5-mal pro Woche, immer morgens auf nüchternen Magen. Ich merkte jedoch an, dass das Erbrechen seit dem Futterwechsel seltener geworden war. Außerdem erzählte ich, dass er etwa 1- bis 2-mal in 3 Monaten hustete und nach Luft rang, fast wie bei einem Asthmaanfall. Er bekam daraufhin Antibiotika.
Trotzdem wurde es immer schlimmer. Mein Kater miaute und kauerte sich beim Urinieren hin, sein Allgemeinzustand verschlechterte sich, auch wenn er noch nicht völlig apathisch war.
Ich ging wieder zum ersten Tierarzt. Er meinte, es seien nur noch zwei Tage Behandlung übrig und wir müssten die Kur zu Ende führen. Das haben wir gemacht.
Da keine Besserung eintrat, gingen wir wieder hin. Ich wies darauf hin, dass sein Bauch etwas geschwollen war. Derselbe Tierarzt diagnostizierte eine Harnwegsinfektion. Nach einem Ultraschall bekam er wieder Antibiotika und Entzündungshemmer.
Als sich immer noch nichts besserte, ging ich erneut hin und betonte, dass sein Bauch immer noch dick war und das unnormal sei. Der Tierarzt prüfte, ob die Blase gestaut war (kein Harnverhalt), und schickte mich wieder nach Hause.
Da es nicht besser wurde, ging ich zum x-ten Mal zum Tierarzt. Es wurde eine Harnpunktion gemacht. Laut ihm sah der Urin gut aus: sehr klar, kein Blut, nur ein paar winzige Verunreinigungen, die man mit bloßem Auge kaum sah. Die Probe wurde ins Labor geschickt.
Ein paar Tage später war ich wieder da, aber ich erfuhr nicht wirklich, ob er Steine hatte oder nicht. Die Antwort der Tierärztin blieb sehr vage.
Da sein Zustand sich weiter verschlechterte, gingen wir erneut hin. Ich betonte wieder, dass sein Bauch dick blieb und es ihm nicht besser ging. (Ich hatte Angst vor einem Harnverhalt, da sie die urologische Schiene bestätigt hatte). Sie tastete den Bauch ab, fühlte aber keinen Harnverhalt. Ich fragte sie nochmals, ob die Analyse Steine ergeben hätte, und sie sagte einfach nur ja. Ein zweiter Ultraschall wurde gemacht, diesmal aber nur von der Blase.
Einige Tage später mussten wir schließlich als Notfall hin, weil sein Bauch noch dicker geworden war und sein Zustand miserabel war. Beim Abtasten fühlte die Tierärztin nun einen ganz kleinen Harnverhalt. Sie entschied sich für einen Katheter (der Urin war ok und floss normal) und er bekam krampflösende Mittel.
In diesem Moment sprach man zum ersten Mal von einer Urethrostomie (Penis-Amputation), um einen akuten Harnverhalt in der Zukunft zu verhindern.
Wir hatten ein letztes Gespräch ein paar Tage vor dem Eingriff. Er bekam eine Kortisonspritze, die mehrere Tage wirken sollte, um die Zeit bis zur OP zu überbrücken.
Die Urethrostomie wurde dann durchgeführt.
Ich bat auch darum, ein Blutbild zu machen, um sicherzugehen, dass alles okay ist, da mir das vorher nie angeboten oder gemacht worden war. Es wurde nur eine klinische Chemie gemacht, ohne Analyse der Leukozyten oder roten Blutkörperchen. Das Ergebnis der Chemie zeigte leicht erhöhte Globin-Werte sowie Protein.
Die OP verlief gut. Sein Allgemeinzustand besserte sich jedoch nicht und sein Bauch blieb dick.
Bei einem Nachsorgetermin erwähnte ich wieder den dicken Bauch. Der Tierarzt antwortete, dass alles in Ordnung sei und ich „aufhören solle, mich so auf seinen Bauch zu fixieren“. Ich fing an, an mir selbst zu zweifeln und dachte, ich übertreibe vielleicht... Da sie mir sagten, Ultraschall und Blutbild seien okay, redete ich mir ein, dass alles gut wird.
Zwei oder drei Wochen nach der OP brachte ich ihn wieder hin, weil er mir noch schwächer vorkam. Laut der Tierärztin schien er Fieber zu haben.
Seitdem ist sein Bauch nie wieder abgeschwollen.
Heute, Ende August 2026, war mein Kater völlig am Ende und hatte hohes Fieber. Ich brachte ihn als Notfall zu einem anderen Tierarzt.
Nach einem ersten kompletten Blutbild waren die Ergebnisse erschreckend: hohe Leukozyten, kaum noch rote Blutkörperchen, schwere Dehydration, gefolgt von einer Reihe weiterer Untersuchungen... Flüssigkeitsansammlungen an den Nieren und Blutungen im Magen. Aber keine Spur von Nierensteinen. Er war in Lebensgefahr und wurde stationär aufgenommen.
Schließlich kam die Diagnose: Es war ein fortgeschrittenes Nierenlymphom, das bereits in den Magen gestreut hatte.
Als ich das alles dem Tierarzt erklärte, der ihn jetzt behandelte, bestätigte er mir, dass bei meinem Kater eine Fehldiagnose gestellt worden war.
Ich habe heute das Gefühl, dass mir trotz meiner zahlreichen Warnungen wegen seines dicken Bauches und seines Zustands nicht zugehört wurde. Ich fühlte mich verurteilt und nicht ernst genommen, wenn ich auf bestimmte Symptome bestand. Heute habe ich ein Familienmitglied verloren und noch viel mehr.
Ich möchte erwähnen, dass ich in dieser Klinik seit Beginn der Geschichte fast 2.000 € ausgegeben habe.
Der Scheck für die Urethrostomie, die vor etwa drei Monaten war, wurde immer noch nicht eingelöst.
Meine Frage ist nun: Welche Möglichkeiten habe ich in so einer Situation?
Ich habe die Klinik direkt bei Ladenöffnung angerufen und sie gebeten, den Scheck angesichts der Fehldiagnose und des Todes meines Schatzes nicht einzulösen. Ich habe noch keine Rückmeldung. Ist es möglich, die Stornierung oder Rückgabe des Schecks für den Eingriff zu fordern, da ein anderer Tierarzt nun eine Fehldiagnose bestätigt hat?
Mir geht es nicht darum, einen Schuldigen zu suchen, denn die jetzige Diagnose hätte ihm vielleicht sowieso nicht das Leben gerettet. Aber es hätte uns vielleicht mehr Zeit mit ihm ermöglicht und ihm vor allem einige Qualen erspart.
Falls jemand von euch schon mal in einer ähnlichen Situation war (Fehldiagnose, Rechtsstreit mit einem Tierarzt, Beschwerde bei der Tierärztekammer oder der Versicherung des Tierarztes), wäre ich sehr an euren Erfahrungen und Ratschlägen interessiert.
Vielen Dank im Voraus an alle, die sich die Zeit nehmen, das hier zu lesen und mir zu antworten.