Als Mythie bei mir einzog, wollte ich alles perfekt machen. Mythie – Heidelbeere (Myrtille) wegen ihres blauen Fells, Mythos wegen der ruhigen Eleganz ihrer Rasse – war mein allererstes Haustier. Da ich im Einkauf arbeite, gehört das Bewerten, Vergleichen und Prüfen des Preis-Leistungs-Verhältnisses zu meinem Job. Ich habe mich also fast schon obsessiv drangesetzt.
Ich habe eine ganze Woche damit verbracht, Inhaltsstoffe, Bewertungen und Etiketten von über 40 Marken zu durchforsten.
Das Ergebnis? Ich habe das Wesentliche übersehen. Ich habe das Calcium-Phosphor-Verhältnis verpeilt – dabei ist das ein entscheidender Nährstoffparameter für das Gleichgewicht von Russisch Blau Katzen. Schlimmer noch: Die Marke, die ich nach so viel Mühe ausgewählt hatte, hatte vor Kurzem eine massive Rückrufaktion in den USA wegen schwerer Lähmungserscheinungen – eine Info, die man auf den üblichen Vergleichsseiten in Frankreich nirgends finden konnte.
Diese Erkenntnis hat mich echt geschockt: Die meisten Empfehlungen online sind entweder total generisch oder indirekt von den Herstellern gesponsert. Nichts geht wirklich von den objektiven Bedürfnissen der Katze aus, abgeglichen mit den strengen FEDIAF-Standards.
Um aus diesem Dschungel rauszukommen und mir im Alltag zu helfen, habe ich angefangen, ein kleines, unabhängiges Tool zu entwickeln, das auf diesen Referenznormen basiert. Es berechnet die optimale Kombination (vor allem den Mix aus Trocken- und Nassfutter) passend zum Profil der Katze und zum tatsächlichen Budget des Besitzers.
Das Projekt steckt noch in der Prototypen-Phase und ich suche Besitzer von gesunden, erwachsenen Katzen, die in Sachen Ernährung echte „Musterschüler“ sind, um die Logik des Tools zu testen und mir zu sagen, was noch fehlt.
Wenn euch der Ansatz anspricht: Ich habe eine Seite online gestellt, um die Philosophie hinter dem Projekt zu erklären und wo man sich für die ersten Tests anmelden kann: www.mythienutrilogic.com (das Ganze ist absolut kostenlos, ich suche einfach nur konstruktives Feedback).
Hattet ihr auch schon mal das Gefühl, man müsste erst einen Doktor in Tierernährung machen, nur um einen Napf vollzumachen? Wie kriegt ihr das mit den Berechnungen der Verhältnisse im Alltag hin?