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Nach Urintest: Tierarzt schlägt Alarm

Hund Nevio trauriger Blick in die Kamera © Facebook @ BILD Frankfurt

Dass Giftköder auf Deutschlands Straßen zu einer immer größeren Bedrohung für Hunde werden, ist längst bekannt. Doch nun lauert beim Gassi-Gehen eine weitere Gefahr auf das Leben unserer treuen Begleiter: Sie sieht für das menschliche Auge oft harmlos aus, kann einem Vierbeiner aber das Leben kosten.

von Carina Petermann, 05.03.2019

Nevio, ein 11-jähriger Deutscher Kurzhaar, kann ein Lied davon singen: Schon zwei Mal hat es den Hund beim Spaziergang erwischt. Nichtsahnend erschnüffelt die Spürnase etwas, was auf den ersten Blick interessant scheint. Nur einen kleinen Bissen wagt er - Stunden später wacht er benommen in einer Frankfurter Tierklinik auf. Diagnose: Überdosis. 

Nevio hatte den Cannabis-Wirkstoff THC im Blut

Seine Besitzer erkennen erst nicht, was mit ihrem Nevio vor sich geht, sie denken an einen Schlaganfall. Ihr Hund kann sich kaum noch auf den Beinen halten. In der Klinik bringt ein Urintest jedoch die Wahrheit ans Licht: Darin finden die Ärzte den Cannabis-Wirkstoff THC. Nevio könnte beim Spaziergang die Überreste eines Joints gefressen haben, spekuliert das Klinikpersonal. Bei Allesfressern komme das schon vor, erklären die Mitarbeiter den überraschten Besitzern. Der Deutsche Kurzhaar muss in der Klinik eine Infusion über sich ergehen lassen, mit der die Drogenrückstände ausgespült wurden.

Immer mehr Hunde sind betroffen

Leider ist Nevios Geschichte, der mittlerweile schon zwei Mal Opfer eines unfreiwilligen Trips wurde, kein Einzelfall: "Wir sehen das immer wieder", berichtet Tierarzt Hendrik Lehmann aus der Kleintierklinik der Universität Gießen der Deutschen Presseagentur. Leicht festzustellen ist der Drogenrausch nicht: Die Symptome bei Hunden seien vielfältig, so der Tierarzt.

Die Hunde leiden an Gleichgewichtsstörungen, geweiteten Pupillen, Inkontinenz, Zittern, Zucken und Erbrechen.

Dass die Vergiftung beim Hund dramatische Folgen haben kann, erklärt sich fast von selbst: "Je nach Schweregrad der Symptome und aufgenommener Dosis" könne das auch zum Tod führen, so Tierarzt Lehmann. Besonders gefährlich werde es für die Vierbeiner dann, wenn die Droge in Keksen oder Kuchen verarbeitet ist. THC in der Kombination mit Schokolade, die für Hunde ohnehin gefährlich ist, berge ein besonders großes Risiko. Er empfiehlt, Hunde die "Aufnahme von Fremdstoffen" abzutrainieren, ähnlich wie es bei Drogenspürhunden gemacht wird. 

 

Armer Nevio! 😍

Posted by BILD Frankfurt on Monday, March 4, 2019