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Wegen Frauchen und Herrchen: Tierärzte kündigen ihre Arbeit

Welpe beim Tierarzt dog-cat-serious

Erschreckende Zahlen

© Shutterstock v-svirido

Die British Veterinary Association (BVA) hat deutlich gemacht, dass Belästigungen gegen Tierärzte aufhören müssen.

 

von Wiebke Witterhold

Am veröffentlicht

Die Tiermediziner in Großbritannien haben keine Lust mehr. Die British Veterinary Association (Britische Veterinärvereinigung) fordert Haustierhalter dazu auf, „nachzudenken, bevor sie zuschlagen“. 

 

In einer Umfrage von 2021 geben 57 % der Ärzte an, im vergangenen Jahr vom Verhalten der Haustierhalter eingeschüchtert worden zu sein. Die Quote ist damit innerhalb von zwei Jahren um 10 % gestiegen. 

Die britische Tageszeitung Mirror berichtet, dass viele Tierärzte die Türen ihrer Praxen zuschlagen, weil sie online oder auch physisch belästigt werden.

Das könnte dazu führen, dass schwere Krisen innerhalb der Branche entstehen. 

„Noch nie da gewesener Druck“

Justine Shotton, Präsidentin der BVA erklärt, „dass es inakzeptabel sei, dass die Arbeit durch Attacken erschwert wird, egal ob online oder physisch.“

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass ein Tierarztbesuch ein beängstigender Moment für die Menschen sein kann. Vor allem, wenn es eine schlechte Diagnose gibt oder die Behandlung teuer ist. Dennoch ist es nicht tragbar, den eigenen Frust am Personal auszulassen.“

Veterinärmediziner in Großbritannien sind also noch nie da gewesenem Druck ausgesetzt. Das hat vor allem mit dem Brexit, der Corona-Pandemie und einer gestiegenen Anzahl der Haustierhalter zu tun.

Deutschen Tierärzten geht es ähnlich

Auch Tierärzte hierzulande haben es schwer. Oft starten Tierärzte mit viel Idealismus in den Beruf. Ergebnisse einer Studie der FU Berlin und der Universität Leipzig zeigen aber, dass keine andere Berufsgruppe ein so hohes Suizidrisiko aufweist. 

Zu den Gründen zählt vor allem die Erschöpfung wegen der harten Arbeitszeiten und die Belastung durch das Einschläfern von Tieren. Ein ethischer Konflikt entsteht, wenn Halter hohe Behandlungskosten nicht aufbringen können. Oftmals reagieren sie mit Verständnislosigkeit. 

Wissenschaftler planen nun spezielle Programme zur Unterstützung.

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