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Hundefutter-Trend: Forscher warnen vor multiresistenten Bakterien

Hund vor Fressen dog-serious
© milatiger / Shutterstock

Das Futter sollte unsere Hunde stärken und nicht mit multiresistenten Keimen infizieren. Genau das hat jedoch Studie herausgefunden.

von Leonie Brinkmann

Am 13.07.21, 17:30 veröffentlicht

Erschreckende Neuigkeiten aus Portugal – Forschende haben 55 Hundefuttersorten auf multiresistente Keime untersucht, sprich jene, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken. Für Tiere aber auch Menschen können diese Keime lebensgefährlich sein.

Leider sind die Ergebnisse der beim European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases vorgestellten Studie durchaus besorgniserregend. Besonders schlecht schneidet das aktuell sehr beliebte, weil artgerechte Rohfleischfutter bei der Untersuchung ab.

 

Multiresistente Keime in Rohfleischfutter

In allen Proben des Rohfleischfutters finden die Forschenden antibiotikaresistente Enterokokken. Diese gehören zwar eigentlich zur natürlichen Darmflora des Menschen und mancher Säugetiere, können aber, wenn sie aus dem Darmbereich verschleppt werden schwere gesundheitliche Schäden mit sich bringen.

Multiresistente Keime stellen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) heutzutage eine der größten gesundheitlichen Gefahren dar. Vor allem durch die Mastzucht und auch den inflationären Einsatz von Antibiotika beim Menschen wird die Entwicklung multiresistenter Bakterien stark vorangetrieben.

Hunde als Überträger resistenter Keime?

Das Risiko, dass gerade unsere geliebten vierbeinigen Freunde durch die Übertragung dieser Keime eine hohe gesundheitliche Gefahr für uns darstellen könnten, bereitet nun vielen begründete Sorge. Denn eine weitere bei dem Kongress vorgestellte Studie zeigt, dass die Übertragung multiresistenter Keime vom Tier auf den Menschen und umgekehrt durchaus möglich ist.

Die Forschenden ermahnen Haustierhalterinnen und -halter daher zur Vorsicht. Wissenschaftlerin Ana Freitas erklärt:

„Der enge Kontakt von Menschen mit Hunden und die Kommerzialisierung der untersuchten Marken in verschiedenen Ländern stellt ein internationales Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.“

Forschende fordern Sensibilisierung für das Thema

Aktuell sterben Schätzungen der WHO zufolge jährlich etwa 700.000 Menschen weltweit an multiresistenten Krankheitserregern, gegen die aktuelle Antibiotika nicht mehr anschlagen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnten es im Jahr 2050 schon zehn Millionen Menschen jährlich sein.

Um dieser besorgniserregenden Entwicklung vorzubeugen, fordern die Forschenden von den europäischen Behörden, das Bewusstsein für die potenziellen Gesundheitsrisiken, die von Rohfleischfutter ausgehen zu schärfen.

Außerdem appellieren sie an Hundehalterinnen und -halter, sich nachdem Füttern und Entsorgen von Kot gründlich mit Seife die Hände zu waschen.