🐶 Teste den Charakter deines Hundes!

Werbung

Journalist provoziert: „Wer Hunde oder Katzen liebt, liebt in Wahrheit..."

Frau kuschelt mit Hund. dog-cat-serious
© Shutterstock / Liukov

Die These ist provokant – und wahr? Autor Gerhard Staguhn sieht das Wohl der Tiere in Gefahr, denn sie sind für uns meist ein „narzisstischer Spiegel“.

von Stefanie Gräf

Am 04.03.21, 16:00 veröffentlicht

Woher rührt eigentlich die Liebe für unsere Haustiere – und wollen wir wirklich immer das Beste für unser Tier oder geht es letztlich vielmehr um uns selbst? Zu diesen Fragen äußert sich der bekannte Autor Gerhard Staguhn in seinem Beitrag auf Deutschlandfunk.de Anfang des Jahres. Seine Antworten sind kontrovers und sollen zum Nachdenken anregen, denn Staguhn findet: Wer Haustiere liebt, libt vor allem sich selbst.

Für dem Autor lieben wir bei unseren Haustieren „vor allem ihre menschlichen Wesenszüge“. Wir würden sie als „Abbild unserer selbst“ schätzen und dabei würden wir oftmals das eigentliche Wesen des Tieres vernachlässigen und ihm nicht gerecht werden. Seine Ansicht:

„Man schafft sich ein Tier an, um es den eigenen, meist seelischen Bedürfnissen nutzbar zu machen.“

Tiere sollten nicht vermenschlicht werden

Er argumentiert einerseits damit, dass wir Menschen letztlich nur rund fünf Prozent der Tiere als unsere Begleiter ausgesucht haben, und zwar vor allem diejenigen, die besonders „harmlos, niedlich, zutraulich, anhänglich“ seien und die am ehesten Verhaltensweisen zeigen, die den unseren ähneln. So ein Tier würde in „zumeist liebender Absicht in Lebensverhältnisse hineingezwungen, die seinem angeborenen Verhalten nur bedingt entsprechen.“

 

Sorge ums Tierwohl

Staguhn bezieht sich hier beispielsweise auf Hunde oder Katzen, die ein Dasein ohne ausreichende Bewegung und artgerechte Beschäftigung fristen müssen und „aus lauter Liebe langsam zu Tode gehätschelt und zu Tode gefüttert werden“. Das Tierwohl gerate aus dem Fokus, wenn es um das menschliche seelische Wohlbefinden gehe.

Die Vermenschlichung gipfelt für den Autor in dem Argument, das Tier würde ja auch in inniger Liebe am Halter hängen. Es sei ein Fehler, eine enge Bindung mit Gegenliebe zu verwechseln. Ein nüchterner Blick auf das Verhältnis zum Tier sei letztlich das Beste, was wir in Sachen Tierwohl tun können.