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Wamiz-Studie zeigt: Hunde sind während Corona Therapeuten auf vier Pfoten

Frau küsst Hund auf die Schnauze dog-serious
© JopsStock / Shutterstock

Die Coronapandemie hat das Leben der Deutschen auf den Kopf gestellt. Doch wie eine Studie von Wamiz nun bestätigt, gibt es einen Retter in der Not: den Hund. Halter fühlen sich ihren Vierbeinern in der Pandemie so verbunden wie noch nie. Die Ergebnisse im Detail und warum viele sich dennoch Sorgen um ihre Hunde machen, lesen Sie hier.

von Nina Brandtner

Am 24.02.21, 12:00 veröffentlicht

Der Hund bleibt in der Coronakrise nicht nur der treue Freund des Menschen, er wird darüber hinaus auch zum Seelentröster, Ansprechpartner und Rettungsanker in der Not. Zu diesem Schluss kommt eine groß angelegte Befragung von Wamiz, an der im Zeitraum vom 27. Januar bis 7. Februar rund 1100 deutsche Hundehalter teilgenommen haben.

Angesichts der enormen psychischen Belastungen einer solchen Krise sind sich 84 % der Hundehalter einig: Ihr Hund ist ihnen in dieser ungewöhnlichen Zeit eine große emotionale Hilfe. Kein Wunder also, dass sich 72 % der Befragten mit ihrem Hund nun noch stärker verbunden fühlen.

Für Psychologen Prof. Dr. Frank Nestmann, Mitglied der Forschungsgruppe „Mensch-Tier-Beziehung“ an der TU Dresden, ist das eine logische Entwicklung:

„Menschen sind soziale Wesen. Wenn man die Sozialität zurückfährt und Distanzgebote etabliert, bekommen andere soziale Lebewesen wie Hunde oder Haustiere generell eine noch stärkere Bedeutung.“

Halter beschäftigen sich mehr mit Hunden

Nicht nur der Hundehalter profitiert von der engeren Bindung zu seinem Vierbeiner. Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Homeoffice bedeuten für viele Hunde mehr Zeit mit ihren Menschen. So gaben in der Befragung über die Hälfte der Hundehalter (55%) an, sich in der Coronakrise noch mehr mit ihrem Hund zu beschäftigen.

Die Hunde von jedem vierten Befragten dürfen sich zudem über häufigere und längere Spaziergänge freuen. Mehr Bewegung, aber auch einfach die gemeinsame Zeit, tue Hund und Halter gut, so Nestmann: „Generell wissen wir: Menschen, die Haustiere haben, sind gesünder. Es gibt Studien, die nachweisen, dass Hundebesitzer niedrigere Stresslevel haben, bessere Herz-Kreislaufwerte und sich nach Herzerkrankungen besser und schneller erholen.“

Wie geht es unseren Hunden in der Krise?

Nach 40.000 Jahren des Zusammenlebens sind Haushunde heute stärker am Menschen orientiert als an ihren Artgenossen, sagt Nestmann. Für ihn ist es deshalb keine Überraschung, dass 43 % der befragten Hundehalter angeben, ihre Vierbeiner seien in der Coronakrise anhänglicher geworden. 30 % empfinden ihren Hund zudem als glücklicher, die Hunde von einem Viertel der Befragten sind in der Pandemie ausgeglichener.

Die gesteigerte Zuwendung, die Hundehaltern ihren vierbeinigen Freunden in der Pandemie zukommen lassen, wirkt sich laut Nestmann auch positiv auf den Menschen aus:

„Wenn ein Mensch ein Tier versorgt, gibt es den positiven Caregiving-Effekt: Leute werden für sich selbst aufgewertet und entwickeln ein besseres Selbstwertgefühl, weil sie das Gefühl haben, sie sind für etwas da und können anderen helfen.“

Auch wenn die meisten sich nun auf die Rückkehr von Normalität freuen dürften, bleibt ein nagender Gedanke: Die stärkere Bindung zu ihrem Hund sorgt bei 29 % der Umfrage-Teilnehmer für Sorgen vor dem Tag, an dem sie ihren Hund wieder öfter und länger alleine lassen müssen. 

Hunde Lockdown Corona

Haustier-Boom birgt Gefahren

Die wohltuende Gesellschaft von Hunden in der Pandemie verschafft der Haustierbranche aktuell einen regelrechten Boom. Eine Entwicklung, die viele Tierschützer schon lange beunruhigt. Denn was wird aus den Hunden nach Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen? Außerdem befeuert der Wunsch nach Welpen den illegalen Tierhandel im Internet.

Auch Prof. Dr. Frank Nestmann befürchtet undurchdachte Handlungen: „Es gibt Gefahr der schnellen Funktionalisierung. Diese Haltung gibt es in unserer Gesellschaft in Bezug auf vieles. Sozusagen: Ich hol mir jetzt nen Hund und wenn ich ihn nicht mehr brauche gebe ich ihn wieder weg. Der Hund ist aber kein Gegenstand, sondern ein Lebewesen, das Bedürfnisse hat.“