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Hunde sollen Coronavirus bei Kranken ohne Symptome erschnüffeln können

Der Kampf gegen COVID-19 geht in die nächste Runde: Jetzt sollen Hunde mit ihren feinen Spürnasen helfen, das Coronavirus auszuspüren. In Großbritannien wird mit Hochdruck daran gearbeitet.

von Stefanie Gräf

Am 28.04.20, 10:45 veröffentlicht

Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem, doch nun gibt es neue Ansätze, um es in den Griff zu bekommen. In Großbritannien prüft derzeit die Organisation „Medical Detection Dogs“ in Zusammenarbeit mit der Durham University und der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM), ob Hunde bei der Bekämpfung des Erregers helfen können. Oder genauer: bei seiner Entdeckung.

Sie sollen Corona entdecken, ehe es ausbricht

Denn aktuell stößt das Schnelltest-Verfahren an seine Grenzen. Erst wenn Ärzte einen Test wegen dringenden Verdachts anordnen, wird dieser durchgeführt. Doch dieses Verfahren hat einen entscheidenden Haken, denn infizierte Personen tragen das Virus mehrere Tage in sich, ehe überhaupt Krankheitsanzeichen auftreten. Dennoch können sie bereits andere Menschen anstecken.

Genau hier könnten speziell ausgebildete Assistenzhunde ins Spiel kommen. Diese sollen Corona erschnüffeln und so anzeigen, wer getestet werden sollte. 

Die britischen Forscher gehen davon aus, dass so bis zu 250 Personen binnen einer Stunde zuverlässig und schnell auf das Virus gescannt werden könnten. Zur Zeit wird mit Hochdruck an Verfahren gearbeitet, um den von Corona-Patienten ausgehenden Geruch einzufangen. Dieser wird für das Schnüffel-Training benötigt, das gerade einmal etwa sechs Wochen dauern soll.

Deutsche Fachleute sind vorsichtig optimistisch

In Deutschland äußern sich Experten für das Training von Assistenzhunden eher verhalten zu dieser vielversprechenden Nachricht. Zwar sind die speziell trainierten Hunde mit ihren hervorragenden Nasen in der Lage, Prostata-Krebs, Malaria, Diabetes, Parkinson, bakterielle Infektionen und sogar Fieber sicher anzuzeigen, allerdings gehören Viruserkrankungen bislang noch nicht zum Repertoire dazu. 

Hunde nehmen z.B. feinste Veränderungen in der Hauttemperatur wahr oder die Ausscheidungen von Bakterien oder Krebszellen (anhand der veränderten Sauerstoffzusammensetzung der Atemluft eines Menschen). Christin Hutterer vom Deutschen Assistenz-Hunde-Zentrum geht daher davon aus, dass die Tiere ebenfalls auf eine Lungenerkrankung trainiert werden können.

Sind sechs Wochen wirklich realistisch?

Auch die Sachverständige für Assistenzhunde Katharina Küsters hält das Abrichten durchaus für möglich; sie hält jedoch den Trainingszeitraum für zu optimistisch. Sehr geht, sogar bei Hunden mit Vorerfahrung, von mindestens 10-12 Wochen aus.