🐱 Gewinnspiel für Katzenfreunde 🎁

Werbung

Coronavirus: So ist die Lage in deutschen Tierheimen

Hunde im Tierheim dog-cat-sad
© Shutterstock

Covid-19 hat Europa weiterhin fest im Griff und nun spüren auch Tierheime hierzulande die Auswirkungen der Pandemie. Wamiz hat mit drei großen deutschen Tierschutzvereinen über die Corona-Panik, Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung und ihre finanzielle Lage gesprochen.

von Nina Brandtner

Am 24.03.20, 18:00 veröffentlicht, am 26.03.20, 16:51 aktualisiert

„Wir sind alamiert”, sagt der Pressesprecher des Hamburger Tierschutzvereins, Sven Fraaß, gegenüber Wamiz.

„Wir rechnen mit erkranktem Personal und steigenden Tierzahlen.”

Denn nicht nur werden weiterhin Tiere in Hamburg ausgesetzt, auch die Vermittlungen hätten ein wenig nachgelassen.

Hamburger Tierhalter weitgehend gelassen

Dennoch blickt Fraaß optimistisch auf die kommenden Wochen. Personell und auch finanziell sei das Tierheim gut aufgestellt. Und bisher sei bei den Hamburger Tierhaltern noch keine Corona-Panik ausgebrochen. Bei den Tierschützern seien keine Abgabe-Tiere eingegangen, deren Halter sich vor einer Übertragung fürchten, so Fraaß:

„Die Sorgen waren da, aber viele Tierhalter klären sich auf und auch wir klären auf unserer Website auf.”

Außerdem bietet der Hamburger Tierschutzverein ein Programm an, durch das Hilfsmaßnahmen für erkrankte Tierhalter koordiniert werden. So sollen Betroffene leichter Menschen finden, die ihre Tiere während der Quarantäne oder eines Krankenhausaufenthaltes betreuen können. Mehrere Personen hätten dort laut Fraaß schon ihre Hilfe angeboten, in Anspruch genommen habe dies aber noch niemand.

Hamburger Tierschutzverein Regelung
Nur noch Personen mit wichtigem Anliegen dürfen das Tierheimgelände in Hamburg betreten
© Hamburger Tierschutzverein

Große Hilfsbereitschaft in München

Eine ähnliche Welle der Hilfsbereitschaft macht sich auch in München bemerkbar. Dort berichtet die Pressesprecherin des Tierheims, Judith Brettmeister, dass viele Bewerbungen von Ehrenamtlichen und Pflegeplätzen eingehen, die das Tierheim entlasten wollen.

Wirklich ausnutzen kann man das jedoch nicht: „Wir machen bei Pflegeplätzen immer vorher Platzkontrollen. Wir können die Tiere ja nicht einfach irgendwo hinschicken. Aber momentan können unsere Inspektoren keine Hausbesuche machen.” Denn in Bayern gelten aktuell strenge Ausgangsbeschränkungen.

Ähnliches gilt für die Vermittlung von Tieren: Zwar werden die Tiere aktuell telefonisch vermittelt, doch auch hier erfolgt eigentlich ein Check vor Ort. „Wir sind hier noch in der Klärungsphase”, so Brettmeister. Glücklicherweise drängt die Zeit noch nicht. 

„Wir haben noch nicht viele Abgabetiere, es ist nicht das, was wir erwartet haben.”

Einige Boxen werden im Tierheim München ohnehin immer freigehalten - für Vierbeiner von Alleinstehenden, die ins Krankenhaus müssen. Das sei auch ohne Corona der Fall. Auch wenn das Tierheim momentan auf erkrankte Pfleger - nicht aber an Corona - verzichten müsse, stehe man aktuell gut da, auch finanziell.

Eine beunruhigende Entwicklung hat Brettmeister dennoch beobachtet: Seit Anfang der Woche werden vermehrt Dauerspenden für das Tierheim gekündigt.

Wenig Anfragen in Düsseldorf

Das Problem fehlender Spenden hat man im Tierheim Düsseldorf nicht, wie Leiter Timo Franzen berichtet: „Es ist schon so, dass Leute ein bisschen mehr auf den Euro achten. Aber letzte Woche stand plötzlich jemand mit 500 Euro auf der Matte, die er spenden wollte. Das haben wir sonst nur in der Weihnachtszeit.”

Die Adoptionsanfragen seien zwar spärlich, aber nicht ungewöhnlich niedrig: 

„Im Januar, Februar und März ist das normal, da ist im Tierheim sowieso Sauregurkenzeit.”

Auch wenn es sehr ruhig geworden ist im Tierheim, und die Anfragen telefonisch eingehen, bleibt alles beim Alten. Nur bei den Lieferungen sieht Franzen die Auswirkungen des Coronavirus': „Es gibt leichte Lieferengpässe beim Hundefutter und unser Katzenstreu ist nicht lieferbar, da wurde uns nun ein Alternativprodukt aufs Auge gedrückt.

Hund im Tierheim Hamburg
Das Leben in den Tierheimen geht trotz Coronakrise weiter
© Hamburger Tierschutzverein

Die Lage in anderen deutschen Tierheimen

Wenn Sie selbst ein Tier adoptieren möchten, wenden Sie sich aktuell bitte immer zuerst telefonisch an das Tierheim in Ihrer Nähe. Dort wird man Ihnen genauere Auskünfte über die Abläufe während der Coronakrise geben können.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Regelungen in den größten deutschen Tierheimen (Stand: 24. März 2020).

  • Tierschutzverein für Berlin: Vermittlungsanfragen nur telefonisch zwischen 13 und 16 Uhr (Tiersammelstelle bleibt geöffnet)
  • Tierschutzverein Düsseldorf e.V.: Vermittlungsanfragen nur telefonisch zwischen 12 und 16 Uhr
  • Tierschutzverein Frankfurt/Main: Vermittlungen nur im Einzelfall und telefonisch
  • Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.: Zutritt zum Gelände nur bei wichtigen Anliegen: Tier bringen oder abholen, bzw. ein Tier adoptieren, über das man sich zuvor informiert hat. Kein normaler Besuchsverkehr
  • Tierschutzverein München e.V.: Geschlossen, Vermittlungsverfahren wird aktuell noch geklärt
  • Tierschutzverein Stuttgart und sein Tierheim: Nur laufende Vermittlungen werden noch abgewickelt
Hier geht's zur Wamiz-Tiervermittlung