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Was in dieser Tierklinik passierte, ist der Alptraum jedes Tierschützers

Überall Fell im Behandlungsraum © Facebook / Tierschutzverein Aschaffenburg

Das Foto des Behandlungsraums wirkt, als hätte hier ein Massaker stattgefunden. Doch die Wahrheit dahinter macht Tierschützer einfach nur fassungslos.

von Stefanie Gräf, 03.12.2019

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Überall liegt abgeschorenes Fell herum, in großen, stinkigen Haufen. Auf dem Behandlungstisch, auf dem Boden. Ganze Berge davon. Ein erschütternder Anblick, dabei handelt es sich hierbei nur um die Spitze des Eisbergs. Denn der Anlass für die Scher-Aktion ist tieftraurig.

 

Ein Jahr im Dreck

 

Bei einer Rettungsaktion vor einigen Tagen hat die Polizei in Aschaffenburg mehrere extrem vernachlässigte Tiere befreit. Mehr als ein Jahr mussten zwei Hunde sowie vier Perserkatzen auf engstem Raum dahinvegetieren. Der Vogelverschlag im Garten, in dem der Halter, ein Rentner, seine Tiere „verwahrte“, ist gerade einmal sechs Quadratmeter groß! Die wichtige Fellpflege wurde völlig vergessen.

 

Erst als der Mann die Nachbarn fragt, ob sie die Tiere geschenkt haben wollen, kommt dieser schlimme Fall von Tierquälerei ans Licht. Die alarmierte Polizei regiert sofort und bringt die völlig verfilzten, mit Fäkalien beschmierten und verdreckten Tiere ins Aschaffenburger Tierheim. Doch bevor man sie hier auf ihren Gesundheitszustand untersuchen kann, müssen die Hunde und Katzen erst einmal komplett geschoren und gesäubert werden!

 

Keinerlei Unrechtsbewusstsein!

 

Das Ganze dauert rund dreieinhalb Stunden und jedes andere Tier hätte sich sicherlich verzweifelt dagegen gewehrt, doch diese sind so verschüchtert, dass sie alles mit sich geschehen lassen. Das Endergebnis schließlich: Bei einer Katze werden Entzündungen entdeckt, ein Hund hat Nasenbluten. 

 

Die Tierschutz-Beraterin Alexandra K. beschreibt die Reaktion des Ex-Halters so:

 

„Er wirkte, als könne er das nicht abschätzen, meinte noch, es sei doch gar nicht so schlimm.“

 

Vielleicht liegt diese Haltung in der Familie, denn seine nebenan in einer Wohnung lebende Tochter soll zwölf Tiere bei sich leben haben. Auch hier will die Polizei tätig werden.