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Beagle steht auf offener Klappe des Geschirrspülers

Unser neuer "Vorspüler" bei der Arbeit

© Stefanie Gräf

Enzo startet durch: Hausschuh-Alarm, Fleischwurst-Jagd und jede Menge Herzchenaugen

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Der Beagle-Opi ist endlich eingezogen! Und plötzlich fühlt sich das Leben an wie im Tom-und-Jerry-Comic. Denn er hat es faustdick hinter den Schlappohren.

Es ist immer ein ganz besonderer Moment für einen Hundehalter, wenn der neue vierbeinige Mitbewohner endlich einzieht. Insbesondere wenn er so eine Vorgeschichte hat wie der zwölf Jahre alte Enzo, der als Laborbeagle ins Leben startete und 2023 völlig verwahrlost im Tierheim in Halberstadt landete.

Was ich aber nicht ahnte: In diesem schon etwas wackeligen Hunde-Senior steckt noch jede Menge Leben! Und seitdem Nicole von Laborbeaglehilfe e.V. die Tür der Transportbox in unserem Garten öffnete, dreht er als Dauerpflegehund unseren Alltag genüsslich auf links – mit einem breiten, pfiffigen Beagle-Grinsen um die Lefzen.

 

Enzo: Der „Dauerpflegi“ ist endlich da!

Die Begrüßung von Enzo und meiner Marshall-Beagle-Hündin Patsy (7) verläuft problemlos, wenn auch etwas unterkühlt. Sie wirkt leicht pikiert, als der wackelige Rüde sie neugierig beschnüffelt. Vermutlich hofft sie, dass er nur zu Besuch ist. 

Als er kurz darauf durch die Wohnung rennt und überall markiert, verstehe ich Patsy besser. Aber Scheuerlappen her, ein Kaffee und mein Krönchen sitzt wieder. Ich strahle aus allen Knopflöchern, dass Enzo, den ich schnell nur „Hey komm“ rufe, noch so fit und interessiert ist. 

Enzo ist noch hellwach und wickelt uns alle um die Finger© Stefanie Gräf

Dann geht es durch sämtliche Hunde- und Menschenbetten. Nur kurz unterbrochen von jeder Menge Streicheleinheiten, die der Opa regelrecht wie ein Schwamm aufsaugt. Außerdem stellt er in Lichtgeschwindigkeit fest, dass es noch Nachschlag gibt, wenn er uns vorsichtig mit seiner Bettelpfote antupft.

Ein Beagle ohne Appetit?

Eine Riesenüberraschung hat Opi dann auch noch im Gepäck. Nicht nur, dass er sich trotz der aufwendigen Behandlungen seiner Hautprobleme noch immer stark in den Ohren und am Körper kratzt, er ist garantiert auch der mäkeligste Beagle zwischen Hamburg und Haiti. Kein Wunder, dass er so dünn ist, denke ich.

Das erscheint mir in dem Moment logisch, aber schon damals hätte ich bei einem Beagle eigentlich misstrauisch werden sollen, wie ich später auf die harte Tour begreifen muss.

Fleischwurst ist allerdings super. Als meine Mitbewohnerin mit vollen Taschen vom Einkaufen zurückkehrt, ist Opi hin und weg. Wir lachen noch darüber, wie er kopfüber in der Einkaufstasche hängt – da ist er auch schon mit der Fleischwurst auf und davon. 

Seine tolle Beute wieder hergeben, hält Enzo für keine gute Idee. Nur Corinna will die Fleischwurst auf keinen Fall als Begrüßungsgeschenk „opfern“. Nach einer kurzen Hund-Mensch-Diskussion sitzt der Haussegen dann aber wieder gerade. Dachte ich jedenfalls, den kurz darauf stelle ich fest, dass jemand in meine Hausschuhe gepinkelt hat. Naja, ich habe mehrere.

Opi dreht unser Leben auf links

Da der freche „Dauerpflegi“ am nächsten Tag auch dieses Paar flauschiger Hausschuhe markiert, steige ich auf FlipFlops um. Bei dem Sommerwetter sowieso die bessere Option. 

Außerdem brauche ich kein Fernsehen mehr, denn mitten in der Wohnung gibt es neuerdings actionreiche Verfolgungsjagden wie in den Tom-und-Jerry-Cartoons. Sobald meine Mitbewohnerin Corinna sich Schokoriegel genehmigt – und Enzo natürlich nichts abgibt – klaut er ihr kurz darauf die Fernsehfernbedienung. Wieder hergeben? NIEMALS! 

Ein herber Verlust für einen TV-Junkie wie Corinna. Das ist der Moment, wo ich mir Popcorn und ein Kaltgetränk hole. Die nächsten Minuten gibt es beste Unterhaltung pur, ohne Rundfunk- oder Streaminggebühren. Ich überlege kurzfristig, einen Youtube-Kanal aufzumachen.

Welcher Name passt wirklich?

Im Anschluss überlegen wir, ob wir den kleinen Beagle-Terroristen nicht auf den Namen „Bader“ taufen sollen. Er und Patsy geben inzwischen ein exzellentes Terroristen-Duo ab. Die Idee wird aber gleich wieder verworfen. Also bleibt es erstmal bei Opi.

Denn bis auf seine süßen und lustigen Eskapaden ist Enzo wirklich ein absoluter Traumhund. Clever, lustig, freundlich und liebt Kuscheleinheiten. Er ist leinenführig, motzt auch nicht bei Hundebegegnungen, meldet sich zuverlässig, wenn er mal Gassi muss. Der Futterneid, den er im Tierheim noch gezeigt hatte, ist gar kein Thema. Mit Patsy kommt er fabelhaft zurecht. Die Entscheidung, Enzo ein Zuhause zu geben, war goldrichtig, steht für mich und auch meine Mitbewohnerin Corinna fest.

Was ist bloß mit Opi los?

Allerdings ziehen langsam doch auch ein paar Wölkchen am Horizont auf … Opis Kratzerei wird schlimmer. Teilweise hat er auch mal weichen Kot. Irgendwas ist mit dem Futter noch nicht optimal. Doch was hier eigentlich los ist, kapiere ich erst, als ich schließlich um halb drei Uhr nachts in die nächste Tierklinik rase …

 

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