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Drama nach Attacke auf Therapiehund: „Er ist in meinen Armen gestorben“

Aiko ist ein lieber Collie
© Shutterstock

Martina S. ist unfähig zu verstehen, wieso ihr treuer „Aiko“ sterben musste. Er tat keiner Fliege etwas zuleide. Dennoch wurde ausgerechnet er nun das Opfer einer grausamen Attacke.

von Stefanie Gräf, 01.10.2019

Die Hundehalter in Wiesbaden-Auringen sind geschockt. Mit so einem Angriff hat niemand gerechnet. Deshalb fragen sich nun alle: Wie sicher ist mein Hund eigentlich?

Ärgernis freilaufender Hund

Der 10-jährige Collie Aiko ist ausgebildeter Therapiehund und begleitet seine an Multipler Sklerose erkrankte Halterin Martina S. auf Schritt und Tritt - allerdings ohne Leine. Martina S. lässt den Hund freilaufen, weil er gut hört und sie auf Gehhilfen angewiesen ist. Das stört offenbar einen 21 Jahre alten Nachbarn. Schon mehrfach habe der Bundeswehrsoldat deshalb sogar gedroht, den „Drecksköter abzustechen“, wie Martina S. angibt.

Wieso hat er ein Messer dabei?

Vergangene Woche ist es dann tatsächlich passiert. Als Martina S. gerade mit Aiko und dem Hund ihres Lebensgefährten Gassi geht, treffen sie auf den 21-jährigen. Die Hunde von Martina S. laufen ein Stück vor ihr. Plötzlich zuckt die Hand des Mannes Richtung Aiko. Der Collie läuft daraufhin zurück zu seiner Halterin – und geht bei ihr zu Boden. Das Fell rötet sich bereits durch sein Blut. In ihren Armen stirbt der durch einen Messerstich getötete Hund.

Zwei Versionen der Geschichte

Den reinen Sachverhalt können mehrere Nachbarn bezeugen, hinsichtlich des genauen Tathergangs liegen aber zwei unterschiedliche Versionen vor. Laut Martina S. hat der Angreifer ihr und ihrem Hund aufgelauert und den Vierbeiner dann mit einem gezielten Stich getötet. Der jedoch gibt an, dass der Hund ihn angegriffen und er lediglich in Notwehr gehandelt habe.

Viele Facebook-Nutzer trauern mit der Hundehalterin. Derzeit ermittelt die Polizei. Besonders dramatisch für die schwer kranke Frau: Der Täter bleibt vorerst auf freiem Fuß, da der Tod eines Tieres als Sachbeschädigung gilt.

Genau dagegen wehren sich nun zahlreiche Hundefreunde, die mit Martina S. um ihren Aiko trauern. Sie starteten eine Online-Petition, die eine Gesetzesänderung und damit eine härtere Strafe für den Hunde-Mörder fordert.