wamiz-v3_1

Werbung

Chinesen gelingt Sensation: Dieses Kätzchen ist kein Gewöhnliches!

Geklontes Kätzchen Garlic © Sinogene Biotechnology

China macht erneut mit einer wissenschaftlichen Sensation auf sich aufmerksam: Vor gut einem Monat kam dort Garlic zur Welt, ein eigentlich süßes und ganz besonderes Kätzchen. Doch die Nachricht stößt nicht nur auf Begeisterung.

von Nina Brandtner, 22.08.2019

Wie der Direktor des Forschungsunternehmens Sinogene Biotechnology gegenüber dem Magazin China Science and Technology Daily am Montag mitteilte, ist den Forschern ein revolutionäres Projekt geglückt.

Eine Revolution im Klonen

Am 21. Juli wurde das erste Klon-Kätzchen der Welt geboren, Garlic. Es kam damit einige Monate später zur Welt, als ursprünglich gedacht. Denn die Geburt des Wunder-Kätzchens war bereits für März 2019 geplant.

Garlic ist ein niedlicher Britisch Kurzhaar-Kater, der sich offenbar bester Gesundheit erfreut. 66 Tage vor seiner Geburt wurde der Embryo einer vierbeinigen Leihmutter eingepflanzt, die den Kater später zur Welt brachte. Mit dem selben Verfahren wurde in den 90er Jahren bereits das Schaf Dolly geklont.

Die Technologie ermöglicht es Forschern, mithilfe von genetischem Material eine exakte physische Kopie eines Tieres zu produzieren. In Auftrag gegeben wurde Garlic vom Chinesen Huang Zu, dessen Kater kurz zuvor an einer Blasenentzündung verstorben war. Er vermisste seine Fellnase derart, dass er sein Tier klonen ließ. Mit Erfolg: Zwar kann niemand garantieren, dass Garlic den gleichen Charakter besitzt, wie sein genetisch identischer Vorgänger, doch zumindest gleichen sich die Kater wie ein Ei dem anderen.

Eine fast identische Kopie

Natürlich hat Garlic keinerlei Erinnerungen an seinen Vorgänger und dessen Leben. Das wollen die Forscher jedoch ändern: Eine Form künstlicher Intelligenz soll es Haltern in Zukunft möglich machen, nicht nur ein exaktes Ebenbild ihres Tieres, sondern auch ihre innige Verbindung mit Katze oder Hund beizubehalten.

Laut Sinogene Biotechnology ist die Lebenserwartung einer geklonten Katze genauso hoch wie die eines auf natürlichem Wege zur Welt gekommen Tieres.

Der Erfolg des Projektes öffnet nun die Türen zur Vermarktung von geklonten Haustieren in China. Bereits seit 2017 bietet das Unternehmen das Klonen von Welpen an. Für viele der Millionen Haustierhalter in China ist das ein Geschenk des Himmels, wenngleich sie dafür stolze Summen von über 31.000 Euro (250.000 chinesische Yuan) bezahlen und die Wartezeit sechs bis zehn Monate beträgt.

Geklonter Kater Garlic mit Leihmutter
Eine Leihmutter hat den Embryo des geklonten Katers ausgetragen© Sinogene Biotechnology

Eine umstrittene Technik

Dabei ist das Klonen von Haustieren milde gesagt ein umstrittenes Thema. Viele Tierschützer kritisieren, dass der Prozess des Klones schmerzhaft und den Tieren unwürdig sei. Außerdem warten in Tierheimen und Auffangstationen bereits unzählige Hunde und Katzen auf ein neues Zuhause. Nicht zuletzt befürchten viele Kritiker, dass das Klonen mit dem schnellen Fortschreiten der Technik auch irgendwann bei uns Menschen angewendet werden könnte.

Während die Diskussion um das Klonen von Haustieren weiter geht, hoffen gleichzeitig viele, dass in naher Zukunft das Klonen von vom Aussterben bedrohter Tierarten möglich wird. Ein erster Schritt in diese Richtung gelang 1999, als Forscher den Embryos eines Riesenpandas klonten. Dennoch arbeitet China derzeitig nicht an solchen Experimenten: Denn gerade weil bei bedrohten Tierarten der Bestand ohnehin gering ist, sind Leihmütter nur schwer zu finden - und Fehler könnten eine ganze Art auslöschen.

Geklonter Kater Garlic
Putzmunter soll der etwa einen Monat alte, geklonte Kater Garlic sein© Sinogene Biotechnology