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Tierschützer erhalten anonyme Post. Die Nachricht hat es in sich!

Drama in einer Dortmunder Wohnung © Symbolbild / Shutterstock

Anonyme Hinweise sind oft mit Vorsicht zu genießen, doch dieser Brief hat es in sich. Die Tierschützer setzen sofort alles daran, um nachzuprüfen, ob etwas dran ist. Die Wahrheit verschlägt ihnen den Atem.

von Stefanie Gräf, 26.07.2019

Als das Team von Arche 90 e.V. diesen Brief liest, ist sofort klar, der Fall muss unbedingt überprüft werden. Der namenlose Verfasser berichtet über einen Hund, der in einem Stadtteil von Dortmund angeblich rund um die Uhr an die Heizung gekettet ist und nie die Wohnung verlassen darf.

Mehrere Anläufe

Mehrfach stehen die Tierschützer an der im Brief angegebenen Adresse, doch niemand öffnet und sie müssen unverrichteter Dinge wieder gehen. Deshalb vereinbaren sie schließlich mit den angezeigten Tierhaltern einen Termin – wohl wissend, dass dies das Bild vor Ort verfälschen kann.

Tatsächlich finden die Helfer von Arche 90 in der Wohnung der achtköpfigen Familie keinen Hund vor, der an einen Heizkörper angebunden ist. Dennoch merken sie schnell, dass hier etwas nicht stimmen kann.

Außer einem Jack Russel Terrier befindet sich bei der Stellenkontrolle ein Hovawart-Collie-Mix in der Wohnung. Er darf zwar frei herumlaufen, doch sein körperlicher Zustand ist extrem schlecht.

Magerer Hund
Vollkommen abgemagert ist der Hovawart-Mischling, als die Tierschützer bei der Wohnung ankommen© Tierschutzorganisation Arche 90 e.V.

Schlimme Verfassung

Die Knochen stechen heraus, er ist deutlich zu dünn. Offenbar bekommt er nicht genügend Futter, weshalb er sich auf alles stürzt, was essbar sein könnte – sogar auf noch verpackte Lebensmittel. Dabei ist er ausgesprochen futterneidisch. Er hat keinerlei Muskulatur und das Stehen fällt dem Tier sehr schwer.

Doch die erfahrenen Tierschützer sehen noch mehr: Kreisrunde schwielen an den Hinterbeinen deuten darauf hin, dass der einjährige Hund sehr viel liegt. Außerdem riecht der Mix deutlich nach Kot und Urin – obwohl er frisch gebadet ist.

Die Tierschützer fackeln nicht lange: Sie können die Halter überzeugen, ihnen den Hund mitzugeben. Jetzt wird er erstmal aufgepäppelt und dann vermittelt.