Wamiz Logo

Werbung

Gotteslästerung: Frau nimmt Hund in Moschee mit. Jetzt drohen ihr Konsequenzen! (Video)

Der kleine Hund versteht die Aufregung nicht © YouTube - Mr. Reptile Expert Malaysia

Ein brisanter Fall aus dem muslimisch geprägten Indonesien erregt momentan die Gemüter.

von Carina Petermann, 04.07.2019

Gotteslästerung mit Videobeweis

Wer schon einmal eine Moschee besucht hat, weiß, dass es untersagt ist, Schuhe im Inneren zu tragen. In Bogor auf der Insel Java hat dies eine Frau getan. Doch damit nicht genug: Sie hat auch einen kleinen Hund mitgebracht. Das berichten u.a. Amnesty International Indonesia und der britische Independant. In einem etwas verwackelten YouTube-Video ist diese brisante Szene zu sehen.

Offenbar ist die Frau, die angibt, eine Katholikin zu sein, psychisch krank und geistig verwirrt. Sie behauptet, dass sie an diesem Tag die Hochzeit ihres Mannes mit einer anderen Frau verhindern will. Erregt verlangt sie nach einer Erklärung von den Anwesenden, aber niemand weiß von einer solchen Feier.

Das Verhalten der Frau stellt eine Provokation für viele Muslime dar: Sie hat einen Hund, laut der Glaubensregeln ein unreines Tier, mit in das Gotteshaus genommen! Jetzt droht ihr deshalb eine Anklage wegen Gotteslästerung, es erwarten sie bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Die Frau wurde nach dem Vorfall in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht, es ist jedoch fraglich, ob ihr dies mildernd angerechnet wird.  Tragisch zudem: Der kleine Hund ist inzwischen tot. Gläubige hatten ihn aus der Moschee verjagt. Als Tierschützer ihn retten wollten, lief er vor ein Auto.

Unterschiedliche kulturelle Vorstellungen

Für Europäer ist die Aufregung nur schwer nachvollziehbar. Zwar sind hier Hunde in Kirchen und Gotteshäusern zumeist unerwünscht, weil sie den Gottesdienst stören könnten, aber von Gotteslästerung würde keiner sprechen und Ausnahmen gibt es hin und wieder. Vielmehr finden zunehmend spezielle Gottesdienste statt bei denen Tiere gern gesehene Begleiter und erwünscht sind. Sie werden als „Mitgeschöpfe Gottes“ gesehen.

Anders ist dies im Islam: V.a. für streng gläubige Muslime stellen Hunde unreine Tiere dar, deren Berührung möglichst vermieden wird. Schwarzen Hunden wird sogar nachgesagt, in ihnen wohne der Teufel – vergleichbar mit den schwarzen „Teufelskatzen“ in der westlichen Welt. Im Iran wurde Anfang des Jahres ein Gassi-Verbot erlassen.

Unterdessen fordert Amnesty International Indonesia die Überprüfung des Gesetzes zur Blasmephie, das oft zur Anwendung komme, um religiöse Minderheiten zu verfolgen.

 

On Sunday, a video of a woman wearing shoes walking with a dog into a mosque in Sentul, West Java, went viral on social...

Posted by Amnesty International Indonesia on Wednesday, July 3, 2019