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Sieht aus wie eine Katze, aber die Wahrheit zeigt, in welcher Welt wir heute leben

Die Roboterkatze Lizzy © dpa-Zentralbild

Strubbeliges rot-weißes Fell, vier Beine, ein langer Schwanz...

von Stefanie Gräf, 04.07.2019

Doch vor allem: ganz viel Elektronik! Reicht das wirklich schon aus, um ein lebendiges Tier zu ersetzen? In den Krankenhäusern in Brandenburg werden jetzt Roboterkatzen getestet, die Patienten die Zeit hier erleichtern sollen. 

Täuschend echt oder echt enttäuschend?

Die Roboterkatze hört auf den Namen Lizzy. Sie ist so programmiert, dass die auf Berührung mit einem schnurrenden Geräusch reagiert, den Kopf dreht und mit den Ohren wackelt. Und sie soll Patienten glücklich machen. Von den Projektverantwortlichen betont, dass das Streicheln auch die Feinmotorik der Hände verbessert.

Gedacht sind diese Tierimitationen, die in Japan entwickelt wurden, als „emotionale Türöffner“ zwischen Patient und Arzt bzw. Therapeut, um schwerkranke Menschen zu entspannen und ihnen etwas Freude zu schenken.

Roboterkatze
Roboter-Katze Lizzy© Privat

Mechanik statt Herzschlag

Der Gedanke ist seltsam: Wie soll ein Spielzeug, und das ist Lizzy letztlich, ein echtes, lebendiges Tier ersetzen können? Ein reales Lebewesen, das einen eigenen Charakter hat und deutlich spürt, wenn es dem Partner Mensch vielleicht mal nicht so gut geht. Wären echte Tiere nicht besser - und günstiger?

Leider sind in deutschen Kliniken Tiere aus hygienischen Gründen zumeist verboten. Das eigene Haustier ist nahezu überall ausgesperrt, insofern ist ein Wiedersehen maximal vor den Toren des Krankenhauses möglich. Gerade für bettlägerige Patienten kann der Klinikaufenthalt daher schwer werden.

Menschliche Besucher sind das größere Hygieneproblem

Tatsächlich zeigen aber spezielle Projekte, in denen z.B. Therapiehunde in Krankenhäusern im Einsatz sind, dass es Lösungen für das Hygieneproblem gibt. Wichtig sind dabei lediglich eine gute Planung und das Einhalten von Regeln, z.B. gründliche Handdesinfektion vorher und nacher sowie optimal tierärztlich versorgte und gesunde Tiere. Fachleute weisen zudem darauf hin, dass die Übertragung von Keimen durch menschliche Besucher wesentlich problematischer ist.

Und für die Wärme eines lebendigen Tieres ist eine Roboterkatze wirklich nur ein schwacher Ersatz.