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Hund macht Luxusurlaub, doch die Lage des Hundehotels ist eine Schande

Das Hotel bietet auch ein Café für Tiere
© Facebook - AtFrits Pet Hotel & Daycare Centre

Auch Hunde haben ein Recht auf Erholung. Manche Herrchen und Frauchen suchen sogar ein Luxushotel für ihren Vierbeiner aus. Doch muss es wirklich hier sein?

von Stefanie Gräf, 09.07.2019

Kapstadt in Südafrika ist eine Metropole der Extreme: Einerseits gibt es hier die Superreiche und viele Touristen, die die wunderschöne Kulisse genießen. In den Armenvierteln der Stadt wird jedoch täglich ums Überleben gekämpft. Ausgerechnet hier gibt es ein Luxus-Tierhotel – ist das wirklich in Ordnung?

Luxus-Hunde-Hotel: 135 Euro pro Nacht

Eine Luxussuite für die lieben Vierbeiner kostet im AtFrits-Tierhotel in Kapstadt bei Viererbelegung pro Nacht 135 Euro. Dafür ist aber mobile Überwachung per Cam und Smartphone-App für die Halter selbstverständlich inklusive. Spa-Besuch samt Wellnessanwendungen, Physiotherapie, Fahrservice sowie individuelle Spiel- und Kuschelstunden kosten noch einmal extra. 

Platz ist im AtFrits für rund 250 Hunde und 33 Katzen. Die Zimmer kosten zwischen 9,50 Euro und 34 Euro, das Hotel von Yanic Klue erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 2400 Quadratmetern. Wirklich ein Haus der Superlative – deshalb wurde auch schon beim Guinness-Buch der Rekorde ein Antrag für das größte Tierhotel der Welt eingereicht. 

Armut in Südafrika: 2 Euro am Tag

Beträge, von denen draußen in den Armenvierteln die Menschen nur träumen können. Mit 135 Euro wäre eine mehrköpfige Familie in der Lage, mehrere Wochen bequem zu leben.

Zumal auch der Gedanke an Massagen für Katzen und Hunde einem sich seltsam vorkommt, wie von einem anderen Planeten, wenn man in kleinen Wellblechhütten leben muss – eine komplette Familie mit Kleinkindern und Großeltern, eingepfercht auf wenigen Quadratmetern.

Armensiedlung Kapstadt
Township: Armensiedlung in Kapstadt (Südafrika)© Shutterstock

Kein Wunder, dass der Gedanke an so ein Tierhotel der Superior-Kategorie „5 Sterne plus“ einem schwer im Magen liegt. Dieser Eindruck wird noch beim Betrachten der Komfortzimmer verstärkt: Da sind die Zimmer mit goldgerahmten Hundeporträts verziert, ein Kronleuchter hängt von der Decke und auf den Liegestätten erwarten die handgenähte Bettbezüge die vierbeinigen Gäste.

Eine Stadt der Extreme

Die Halter der Gäste finden den Luxus durchaus auch angemessen und gar nicht verwerflich, denn schließlich sind „meine Hunde wie meine Kinder“, wie eine Hundehalterin erklärt.

Vor dem Hintergrund, dass fast ein Fünftel aller Südafrikaner im Jahr 2015 unter der Armutsgrenze von 1,90 Dollar pro Tag existieren musste, machen solche Aussagen doch betroffen. Dies verdeutlicht besser als alles andere, dass hier die Schere zwischen Arm und Reich immer noch weit auseinanderklafft.

 

Let me guess, you want a tall Puppaccino with a side of mom’s shoes? #ColbyAtTheCaffé

Posted by AtFrits Pet Hotel & Daycare Centre on Thursday, May 30, 2019