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Speicheltest: Hund bringt Polizei und Tierarzt zur Verzweiflung

Mittels Speichel kann die genaue Rasse geklärt werden
© Symboldbild Shutterstock

Eigentlich wollen die Beamten gar nichts Dramatisches – aber als sie sich dem Hund nähern, rastet er schlagartig komplett aus. Zerrt aggressiv an der Leine, knurrt, fletscht die Zähne! Das bullige Tier will sie nicht an sich heranlassen und ist augenscheinlich zu allem entschlossen.

von Stefanie Gräf, 19.06.2019

Kleiner Test – große Wirkung

Der gerade einmal elf Monate alte Hund ist wild entschlossen, weder die Polizisten noch den Tierarzt an sich heranzulassen. Selbst als ein erfahrener Hundeführer es noch einmal probiert, gibt es keine Chance. Der geplante Speicheltest muss erfolglos abgebrochen werden.

Allerdings ist die ganze Angelegenheit ein eindeutiger Beleg für etwas anderes: Dieser Hund kann Menschen gegenüber tatsächlich wirklich gefährlich werden!

Der Speicheltest wurde von der Heidelberger Staatsanwaltschaft angeordnet, weil in Leimen am Pfingstmontag ein 15-Jähriger von zwei Hunden angefallen worden war. Die freilaufenden Tiere, die auch keinen Maulkorb trugen, attackieren ihn plötzlich, als der 16 Jahre alte Bruder des Halters mit ihnen Gassi geht. Nach mehreren Bissen ins Gesicht muss das Opfer in eine Spezialklinik gebracht werden.

Alles eine Frage der Rasse

Die Beamten ordnen den Rüden und die Hündin der Rasse „American Stafford Mix“ zu; das wird allerdings vom 18-Jährigen Besitzer bestritten. Laut seinen Angaben handele es sich um Tiere der Rasse „American Bulldog“. Diese zählen in Baden-Württemberg nicht zu den Kampfhunden und unterliegen daher nicht dem Leinen- und Maulkorbzwang.

Der Speicheltest soll die Klärung des Sachverhalts herbeiführen – und geht gnadenlos schief. Noch immer ist daher die Rasse strittig, dieser Punkt ist aber entscheidend für das weitere Schicksal der beiden Tiere. Zumal auf den Halter ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung zukommt.

Problematische Haltung?

Das Ordnungsamt in Leimen hatte den Hundehalter direkt vor Pfingsten extra einbestellt und ihn auf Leinen- und Maulkorbpflicht für seine Tiere hingewiesen. Offensichtlich ohne Erfolg.

Nun meldet sich auch noch eine Nachbarin zu Wort, die auf eine schlechte Haltung der beiden Tiere hinweist. Sie hätten im Keller gelebt und wären geschlagen worden. Die Polizei kann die Vorwürfe jedoch nicht bestätigen.