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Polizei-Einsatz im Tierheim: Hilfeschrei der Mitarbeiter sorgt für Wirbel

Wieder sind die leidtragenden die Tiere © Facebook - Tierheim Passau

Normalerweise unterstützt die Polizei Tierschützer eher, wenn es darum geht, gequälte oder vernachlässigte Tiere zu retten. In diesem Fall ist alles anders. Das Tierheim in Passau ist fassungslos, als plötzlich die Polizei vor der Tür steht. Bedeutet das das Aus für 69 Hunde?

von Stefanie Gräf, 17.05.2019

Im März feiern Tierschützer des Tierheims Passau noch einen Triumph: Sie können insgesamt 69 Hunde aus einem komplett überbesetzten Shelter in Rumänien retten. Als die glücklichen Hunde in Passau ankommen, stellt sich schon bald heraus, dass sie zum Teil schwer krank und extrem verängstigt sind. 

Polizei dringt auf Herausgabe der Tiere

Am Donnerstag geschieht kaum Vorstellbares: Gemeinsam mit acht Polizisten steht der Amtstierarzt vor den Toren des Tierheims und verlangt die Herausgabe der rumänischen Hunde sowie aller weiteren Quarantäne-Tiere. Die Mitarbeiter sind komplett fassungslos, sie verstehen nicht, wieso man ihre Arbeit so behindert.

Dabei begann alles erstmal sehr positiv: Nach dem Eintreffen der 69 Hunde haben die Tierschützer als Ersthilfe sofort dringend benötigte medizinische Behandlungen eingeleitet. Nach und nach tauen die Hunde auf. Die Freude ist groß.

Doch dann der Schock: Die beiden Betreiber des Shelters haben beim zuständigen deutschen Veterinäramt eine hohe Geldsumme gezahlt, um die geretteten Vierbeiner wieder zurückzubekommen. Es ergeht eine Amtsanweisung, die Tiere wieder herauszugeben. 

 

Ihr könnt euch sicher noch an den Transport mit den 69 Tieren Mitte März erinnern, wovon insgesamt sieben der Hunde nach...

Posted by Tierheim Passau on Wednesday, May 15, 2019

Mafiöse Machenschaften der Shelter-Betreiber?

Die Hunde wieder zurück in die schrecklichen Verhältnisse in Rumänien schicken? Undenkbar für die verzweifelten Mitarbeiter des Passauer Tierheims! Zumal sie in Erfahrung bringen, dass die angeblichen „Besteller“ der Tiere in England abgesprungen sind. Außerdem scheint es in Bezug auf die Shelterbetreiber noch weitere Ungereimtheiten zu geben.

Das Angebot auf Übernahme der Tiere durch das Tierheim wird abgelehnt

Jetzt am Donnerstag steht erneut der Wagen für den Rücktransport vor den Toren des Tierheims. Da den dortigen Mitarbeitern die vom Amt auferlegte Kontrolle der Boxen nicht ermöglicht wird, verweigern sie wiederum die Herausgabe.

Warten auf den Staatsanwalt

Daraufhin taucht am Donnerstag der Amtstierarzt zusammen mit acht Polizeibeamten auf. Die Tierschützer haben erneut aus Gewissensgründen die Herausgabe der Tiere verweigert. Nun droht auch noch eine Anzeige wegen Unterschlagung. Die Mitarbeiter warten nun auf den Beschluss der Staatsanwaltschaft und haben ihre Rechtsanwältin eingeschaltet.

 

Ausnahmezustand... Es ist alles nicht mehr zu fassen! Heute Nachmittag war das Veterinäramt vor Ort, im Schlepptau 8...

Posted by Tierheim Passau on Thursday, May 16, 2019