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Kranke Tierärztin sammelt dutzende Tiere. Jetzt bekommt sie ihre Strafe!

Die ehemalige Tierärztin und ihr Verteidiger vor Gericht © swr.de

Tierfreunde in ganz Deutschland schauen seit Monaten gespannt auf diesen schlimmen Fall. Jetzt wurde das Urteil gesprochen.

von Stefanie Gräf, 17.05.2019

Dieser Fall von Animal Hoarding erschüttert Tierfreunde in ganz Deutschland, als er öffentlich wird: Ausgerechnet ein Tierärztin hält in Bornheim (Kreis Südliche Weinstraße) dutzende Hunde, Katzen sowie 3 Kängurus unter erbärmlichsten Umständen in zwei leerstehenden Häusern. Die armen Tiere sehen kein Tageslicht, bekommen keinen Auslauf, sind auf engstem Raum zusammengepfercht, müssen in ihren eigenen Fäkalien leben und sogar schlafen. Fürchterliche Zustände!

Selbst das Gerichtsurteil beeindruckt sie nicht

In einem ersten Verfahren wird die 51-jährige Tierärztin wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angeklagt – sowie wegen Betrug. Denn sie soll auch Tiere gegen Entgelt in Pension genommen und in die fensterlosen Verliese eingesperrt haben. 

Im Rahmen der Verhandlung wird schnell klar, dass die Frau eine schwere Persönlichkeitsstörung hat: Sie ist Animal Hoarderin. Sie sammelt krankhaft Tiere und glaubt tatsächlich, dass sich niemand so gut um diese kümmern kann wie sie.

Den Dreck, den Gestank, den fehlenden Auslauf – all dies nimmt sie nicht wahr.

Das Ergebnis: Die Frau wird zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem verhängt das Gericht ein dreijähriges Berufsverbot und für fünf Jahre ein Verbot der Tierhaltung. 

Der Tier-Messie lässt sich nicht aufhalten

Doch selbst von dem Urteil der ersten Instanz lässt sich die Frau nicht beeindrucken: Sie fängt sofort an, sich wieder Hunde anzuschaffen. Allerdings zieht sie um ins Elsass, um ungestört weitermachen zu können. Zudem arbeitet sie nun einfach als Tierheilpraktikerin.

Parallel legt ihre Verteidigung Berufung gegen das erste Urteil ein. Begründung: Die Tiere seien zwar dreckig gewesen, aber gut genährt.

Sie muss nun doch in Haft

Am 25. März startet schließlich das Berufungsverfahren vor dem Amtsgericht in Landau. Jetzt Mitte Mai wurde das endgültige Urteil gefällt: Die ehemalige Tierärztin muss für neun Monate hinter Gitter. Ohne Bewährung. Denn das Gericht geht davon aus, dass die Animal-Hoarderin ansonsten sofort wieder straffällig wird. Außerdem wird die Frau zu einer Geldstrafe verurteilt und es wird ein Tierhaltungsverbot verhängt.