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Shitstorm: Frau verliert ihren Blindenhund, der Grund ist skandalös

Blindenhund Perseus wird mitgenommen
© Facebook / Nicole Reiber

Nicole Reiber gibt den Labrador Perseus nach seiner Pensionierung ein neues Zuhause. Aber dann wird ihr der Hund weggenommen.

von Christina Werner, 27.04.2019

Nachdem der Labrador Perseus jahrelang als Blindenhund tätig war, verbringt der 13-jährige Rüde seinen „Ruhestand” bei Nicole Reiber in Zürich. Dies war zumindest bis vor kurzem der Fall. Denn Mitarbeiter der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde kamen Ende letzten Jahres bei der Hundehalterin vorbei und nahmen den pensionierten Blindenhund mit.

Der Grund: Der Blindenhund hat zu viele Kilo auf den Rippen!

Zu Nicole Reiber ist der Hund vor vier Jahren mit Beginn seines Ruhestandes gekommen. Binnen neun Monaten habe der Hund neun Kilo – von 25,5 auf 34,5 Kilo – zugenommen, berichtet die Blindenhundeschule Allschwil BL. Und auch die Aufforderung, Perseus auf Diät zu setzen, erzielt nicht den gewünschten Erfolg.

Sonst war der Hund gesund

Das von der Stiftung vorgegebene Gewicht sei verrückt gewesen. „Sonst war er gesund, das attestierte auch der Tierarzt”, sagt Reiber, die monatlich mit ihrem Vierbeiner zur Gewichtskontrolle zum Tierarzt ging.

Die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde besitzt über 1000 Hunde und begleitet sie ihr Leben lang. „Umplatzierungen gegen den Willen des Halters sind aber sehr selten. Üblicherweise findet man eine einvernehmliche Lösung”, so der Geschäftsleiter Gèrard Guyer gegenüber 20 Minuten.

Die Ex-Hundhalterin Reiber kann die Entscheidung der Blindenhundeschule nicht verstehen. Perseus und sie kennen sich bereits seit vielen Jahren und auch während seiner aktiven Zeit haben sie regelmäßig gemeinsame Spaziergänge unternommen.

 

Verabschiedung zweier besten Freunde, Perseus und James 😢😢😢

Posted by Nicole Reiber on Thursday, November 22, 2018

Eine neue Familie

Perseus wird wohl bald eine neue Familie bekommen. Die Chancen, dass der Hund wieder zurück zu Nicole Reiber kann, bestehen laut der Blindenhundeschule nicht.

Denn neben dem starken Übergewicht stellen sie auch eine starke Vernachlässigung des Tieres fest.

„Beim letzten Besuch Anfang Oktober machte der Hund einen vernachlässigten und ungesunden Eindruck.” Das Fell des Hundes sei ungepflegt gewesen und er habe gerochen, so die Blindenhundeschule. „Wir fanden zudem mehrere Knoten am Körper, die die bisherige Halterin nicht bemerkte. Diese wären jedoch bei täglicher Pflege des Tieres ertastbar.“

Laut der Einrichtung geht es dem Blindenhund mittlerweile wieder besser. Dass Nicole Reiber die Entscheidung nicht unbedingt teilt, könne man jedoch verstehen, so die Blindenhundeschule Allschwil BL. Auch wenn Nicole Reiber den Hund nicht wieder zurückbekommt, zumindest der Unterstützung der Netzgemeinde kann sie sich sicher sein. Ihr Facebook-Post, in dem sie ihre Sicht der Dinge schildert, wurde über 1700-mal geteilt und von Hunderten kommentiert.