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Mit verrückter Behauptung: Impfgegner bringen Hunde ins Spiel

Hund wird geimpft
© Shutterstock

Der Feldzug der Impfgegner geht in die nächste Runde. Dieses Mal im Mittelpunkt stehen jedoch die, die selbst nicht mitreden können: Hunde und Katzen.

von Nina Brandtner, 11.04.2019

Kommt der Welpe oder das Kätzchen zum ersten Mal zum Tierarzt, steht die Grundimmunisierung an. Dann werden Hunde gegen Hepatitis, Staupe, Parvovirose, Tollwut und Leptospirose geschützt, Katzen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut und Katzenleukämievirus. Solange der Halter mit seinem Vierbeiner nicht ins EU-Ausland reisen will, sind diese Impfungen in Deutschland nicht Pflicht. Dennoch raten Tierärzte dringend zu dem Impfschutz.

Nur so werden der eigene Vierbeiner, seine Artgenossen und auch Menschen vor den gefährlichen Krankheiten geschützt.

Impfgegner behaupten, Hunde könnten durch Impfungen Autismus bekommen

Nicht einverstanden mit dieser Empfehlung sind jedoch Impfgegner. Sie protestieren nicht nur gegen Schutzimpfungen beim Menschen, auch ihre Haustiere wollen sie nun nicht mehr immunisieren lassen, wie es in einem Beitrag auf gesundheitstrends.com heißt. Als Argumente dienen nicht zuletzt gefährliche Falschnachrichten, die sich auf einschlägigen Internetseiten rasend schnell verbreiten.

So sah sich letztes Jahr die Vereinigung Britischer Tierärzte (BVA) zu einer Stellungnahme gezwungen, nachdem Impfgegner in den USA behaupteten, Hunde könnten durch Schutzimpfungen Autismus bekommen. Es ist das gleiche Argument, dass die Anti-Impf-Kampagne auch bei Kindern anwendet. Das Problem? Autismus bei Hunden gibt es gar nicht, wie der Telegraph  die Tierärzte der BVA zitiert:

„Aktuell gibt es keine wissenschaftlichen Beweise weder für Autismus bei Hunden, noch für eine Verbindung zwischen Impfungen und Autismus.”

Auch in Deutschland wird die Skepsis größer - mit schlimmen Folgen

Auch in Deutschland sprechen sich manche Websiten klar gegen eine Impfung von Hund und Katze aus und selbst vereinzelte Tierärzte führen keine Impfungen mehr durch. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (BPT) hält dagegen an der Wichtigkeit der der Impfungen fest, wie auf seinem Internetauftritt zu lesen ist:

„Impfen ist (...) nach wie vor nötig und bietet den einfachsten und wirksamsten Schutz gegen die viralen und bakteriellen Erkrankungen.”

Der BPT bezeichnet die Sorge mancher Halter, Impfungen seien schädlich oder hätten erhebliche Nebenwirkungen, und die daraus resultierenden zurückgehenden Impfungen als eine gefährliche Entwicklung. „Wird nicht mehr geimpft, können sich Infektionserreger in der großen Zahl empfänglicher Tiere ungehindert verbreiten. Wer sich nicht an die Empfehlungen seines Tierarztes hält, riskiert also nicht nur eine mögliche Erkrankung seines eigenen Tieres, sondern gefährdet damit die Gesundheit aller Hunde und Katzen.”