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Katzen-Aids (FIV): Ansteckung, Symptome, Verlauf und Impfung

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© Shutterstock

Es klingt zunächst nach einem Todesurteil: Die Katze ist an Aids erkrankt. Doch was sind die Folgen einer Ansteckung mit dem Felinem Immundefizienz-Virus? Wir klären über die Anzeichen und den Verlauf der Erkrankung auf. Auch wenn sie nicht heilbar ist, gibt es dennoch Hoffnung für die Samtpfote.

von Carina Petermann

Felines Immundefizienzsyndrom der Katze

Wie der Name vermuten lässt, weist diese Krankheit viele Parallelen mit Aids beim Menschen auf. Der Infektion mit einem Virus – dem „Felinen Immundefizienz-Virus“, kurz: FIV – folgen viele symptomfreie Jahre. Die verantwortlichen Retroviren wirken sich dabei auf das Immunsystem aus, das sie gezielt schwächen. Umgangssprachlich sprechen wir darum auch von „Felinen Immunschwäche-Virus“.

Katzen-Aids: Verbreitung und Ansteckung

FIV ist weit verbreitet: Forscher gehen weltweit von rund elf Prozent infizierten Tieren aus. Dabei ist eine Infektion vor allem für Katzen bedeutsam, die sich in menschlicher Obhut befinden. Denn wilde Katzen leiden aufgrund ihrer weitaus geringeren Lebenserwartung selten unter dem Ausbruch von Katzen-Aids. Eine zuverlässige Impfung gegen FIV ist (noch) nicht möglich.

Übertragung von Katze zu Katze

Vor allem die Raufbolde unter den Katzen sind gefährdet: FIV wird meist durch Bisse übertragen. Viele unkastrierte Kater tragen FIV in sich und geben es bei Revierkämpfen weiter. Auch sexueller Kontakt ist riskant, denn beim Deckakt kann es zu einer FIV-Infektion kommen. Dies ist jedoch weniger wahrscheinlich. Kastrieren von Katze und Kater ist darum ein wichtiger Schritt, um Katzen-Aids vorzubeugen. Stubentiger, die sich gegenseitig putzen oder Körbchen und Napf teilen, sind kaum in Gefahr: Außerhalb des Katzenkörpers überlebt das Virus nur wenige Sekunden.

Ist Katzen-Aids ansteckend für Menschen oder Hunde?

Hier können wir eindeutig entwarnen: Das feline Immunschwäche-Virus greift ausschließlich Katzen an. Das Anstecken von anderen Haustieren oder gar Menschen ist ausgeschlossen.

Feline Immunschwäche (FIV): Symptome und Verlauf

FIV-Test und Diagnose

Ihr Tierarzt kann FIV mittels Antikörper-Bluttest nachweisen. Bei einem sogenannten Schnelltest oder sehr jungen Katzen kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen. Bei einem positiven Test wird Ihr Tierarzt in der Regel einen zweiten Test veranlassen, um eindeutige Ergebnisse zu erhalten.

Es ist sinnvoll, eine neue, bereits erwachsene Katze vor ihrem Einzug auf FIV testen zu lassen. So können Sie künftige Behandlungen wie Impfungen und die Wohnsituation Ihres künftigen Schützlings anpassen. Optimal wäre beispielsweise ein gesicherter Freigang oder eine Wohnungshaltung mit einer sozial verträglichen Zweitkatze.

Die vier Stadien von Katzen-Aids

Infektion: Nach einer Infektion mit FIV reagieren nur manche Katzen mit Symptomen. Das Virus vermehrt sich in den T-Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen und somit zur Immunabwehr eines Körpers gehören. Die Lymphknoten schwellen an und die Körpertemperatur steigt bis hin zu leichtem Fieber. Diese ersten Anzeichen verschwinden oft unbemerkt.

Asymptomatische Phase: Die infizierte Samtpfote kann jahrelang bei guter Gesundheit mit FIV leben, ohne Symptome zu zeigen. Vor allem Stress kann zum Ausbruch von Katzen-Aids führen.

Erste FIV-Symptome: Das Immunsystem beginnt zu schwächeln und wehrt Bakterien oder Viren weniger effektiv ab. Die Katze kränkelt. So heilt beispielsweise ein harmloser Schnupfen wochenlang nicht ab.

Katzen-Aids bricht aus: Das Immunsystem bricht zusehends ein. Die Folge: Infekte weiten sich aus und werden lebensbedrohlich. Zusätzlich können Tumore oder neurologische Störungen auftreten.

Behandlung: Ist Katzen-Aids heilbar?

Feline Immunschwäche ist nicht heilbar. Soweit die schlechte Nachricht. Glücklicherweise gibt es auch eine gute und die lautet: Eine mit FIV infizierte Samtpfote wird oft genauso alt wie eine gesunde Katze.

Therapie und Kosten

Eine Katze mit FIV benötigt ohne Symptome keine Therapie. Dennoch ist es wichtig, den jeweiligen Tierarzt vor einer Behandlung zu informieren. Das Immunsystem Ihrer Katze könnte empfindlicher auf manche Medikamente wie Kortison oder Impfstoffe gegen Standard-Impfungen reagieren. Zudem erfordert jede Infektion meist eine intensivere und ausdauernde Behandlung. Kurzum: Das Immunsystem Ihrer Katze benötigt mehr Aufmerksamkeit.

Die wichtigste Therapie ist dabei kostenlos: Eine FIV-positive Katze profitiert von möglichst wenig Stress, der ihr Immunsystem anfällig machen würde. Ein hochwertiges und auf die Bedürfnisse eines Fleischfressers angepasstes Futter mit viel Protein wappnet Ihre Samtpfote ebenfalls gegen das Virus.

Ist Katzen-Aids ausgebrochen, kann Ihr Tierarzt die sekundären Symptome wie Tumore oder stärkere Infekte eine Zeitlang behandeln. Dabei sind die möglichen Kosten je nach Behandlung sehr unterschiedlich. Ihr Tierarzt kann beispielsweise zu antiviralen Chemotherapeutika oder Interferon raten. Mit diesen modernen Medikamenten können Sie das Leben Ihrer Katze oft verlängern.

Homöopathie

Homöopathische Mittel können ausgebrochenes Katzen-Aids nicht aufhalten. Viele Katzenhalter möchten das Immunsystem einer erkrankten Katze mit homöopathischen Mitteln oder zusätzlichen Vitaminen stärken. Beraten Sie sich hierzu mit Ihrem Tierarzt. Schließlich sitzt FIV vor allem in den Immunzellen der betroffenen Samtpfote. Diese mit Medikamenten oder auf naturheilkundlichem Wege zu stärken, kann darum kontraproduktiv sein.

Der letzte Weg: Einschläfern

Einschläfern ist bei einem positiven FIV-Test allein kein Thema. Schließlich kann die Katze trotz Virus in den meisten Fällen ein langes Leben voller Schnurrmomente genießen. Befindet sich das Tier jedoch im Endstadium, sollten Sie Ihrem tierischen Gefährten die letzten Wochen so angenehm wie möglich machen. Ihr Tierarzt wird Ihnen helfen, Ihrem Gefährten eine schmerzfreie Zeit vor dem Abschied zu bereiten.

Möglich: langes Leben trotz Katzen-Aids

Fellnasen mit FIV können viele Jahre mit dem Virus leben und oft ein betagtes Alter erreichen. Vor allem Wohnungskatzen oder Tiere mit gesichertem Freigang und wenigen stressigen Konflikten haben die Chance auf ein langes Leben. Erst wenn Katzen-Aids ausbricht, wird das Virus lebensgefährlich.