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Felines Lymphom, der häufigste Krebs bei Katzen

Katze mit Nasentumor advice
© Shutterstock

Wenn die Katze Krebs hat, ist das oft ein Schock für die Besitzer. Dabei sind maligne Lymphome bei Katzen sehr weit verbreitet: Sie machen ungefähr 30% aller Tumore bei Katzen aus. Aber worum handelt es sich dabei? Wie entsteht ein Lymphom und wie kann es behandelt werden?

von Carina Petermann

Was ist ein Lymphom?

Bei einem Lymphom handelt es sich um einen Tumor (das heißt eine Stelle im Gewebe, an der sich die Zellen des Organismus unkontrolliert teilen), die eine bestimmte Art von Zellen befällt, welche als Lympoidzellen bezeichnet werden. Diese Zellen befinden sich in vielen Organen und im Gewebe des Körpers: in den Lymphknoten, der Milz, der Leber, dem Knochenmark, den Nieren, der Haut, den Lungen sowie im Nervensystem.

Ein Lymphom ist ein Tumor, der bei Katzen besonders oft auftritt. Es handelt sich um die Krebsart, die bei unseren Stubentigern am häufigsten diagnostiziert wird.

Mediastinales, gastrointestinales und multizentrisches Lymphom

Es gibt nicht nur eine einzige Art von Lymphom, sondern mehrere, die sich je nach betroffenem Organ voneinander unterscheiden.

  • Mediastinales Lymphom: befällt die Lymphknoten zwischen den Lungen, in der Nähe des Herzens. Dies ist die häufigste Form.
  • Gastrointestinales Lymphom: befindet sich im Verdauungstrakt im Bauch. Es handelt sich hier um die zweithäufigste Form.
  • Die anderen Formen von Lymphomen sind weniger häufig und können die Nieren oder die Wirbelsäule betreffen. Es gibt auch periphere oder multizentrische Lymphome, die mehrere Organe und Gewebearten zugleich betreffen.

Felines Leukosevirus als Ursache für Lymphom

Bösartige Tumore und Krebs sind oft Krankheiten, die nicht nur für unsere vierbeinigen Gefährten, sondern auch für uns Besitzer schwierig sind. Solche Erkrankungen werden als multikausal bezeichnet, das heißt man kann keinen einzelnen Grund für die Krankheit ausmachen, sondern es gibt zahlreiche Faktoren, die eine Rolle spielen.

Ein Tumor und damit auch ein Lymphom ist keine ansteckende Krankheit. Es handelt sich um eine Störung bei einer bestimmten Art von Zellen, deren Auftreten auf viele verschiedene Faktoren zurückzuführen sein kann.

Der häufigste Grund ist eine Infektion mit dem felinen Leukosevirus (Abkürzung: FeLV). Dieser Virus kann zur Entstehung von Tumoren führen.

Es kann sich auch, in weniger häufigen Fällen, um eine Infektion mit dem felinen Immunschwächevirus (FIV) handeln.

Felines Lymphosarkom: Symptome und Schmerzen

Leider sind die Symptome bei Lymphomen höchst unterschiedlich. Es kann daher für einen Tierarzt schwierig sein, diese Art von Krebserkrankung zu diagnostizieren. Die häufigsten Symptome sind:

Achtung: Es handelt sich hier nur um ein paar Beispiele für Symptome. Nur ein Tierarzt kann Ihnen nach einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen und einer Untersuchung Ihrer Katze sowie verschiedenen zusätzlichen Tests eine Diagnose stellen.

Lymphom: Lebenserwartung der Katze

Wenn die Symptome eines Lymphoms auftreten, dann ist der Krebs häufig schon sehr weit fortgeschritten und die Prognose ist leider sehr düster und die weitere Lebenserwartung der Katze stark verkürzt. Ohne Behandlung endet es in den nachfolgenden Tagen oder Wochen leider tödlich. Es kann in Erwägung gezogen werden, die Katze einzuschläfern.

Welche Untersuchungen und Analysen zur Diagnose eines Lymphoms gibt es?

Je nach den Symptomen und der klinischen Untersuchung Ihrer Katze kann der Tierarzt zusätzliche Analysen einleiten, die es ihm ermöglichen, die Diagnose zu stellen. So gibt es zum Beispiel:

  • Tests zur Diagnose von FelV und FIV
  • Bluttests
  • Bildgebende medizinische Untersuchungen: Röntgenaufnahmen, Ultraschall.

Eine sichere Diagnose kann erst gestellt werden, nachdem in einem Speziallabor Proben aus erkranktem Gewebe analysiert wurden und die Präsenz von lymphoiden Tumorzellen nachgewiesen wurde.

Katze behandeln oder einschläfern?

Die Behandlung einer Krebserkrankung muss auf der Grundlage einer wohlüberlegten Entscheidung stattfinden. Die Diagnose und die Prognose über die weitere Krankheitsentwicklung ist immer ein Schock für die Besitzer. Man muss es aber schaffen, diesen Schock zu überwinden, um die bestmögliche Entscheidung zu fällen.

Diese „bestmögliche Entscheidung” kann man nur treffen, wenn man so viele Informationen bekommen hat wie möglich. Zögern Sie daher nicht, Ihrem Tierarzt alle Fragen zu stellen, die Ihnen in den Sinn kommen. Es kann ratsam sein, sich auch eine Zweitmeinung von einem Tierarzt einzuholen, der sich auf Krebserkrankungen spezialisiert hat. Auch hier sollten Sie offen mit Ihrem Tierarzt kommunizieren. Er kann Ihnen einen spezialisierten Kollegen empfehlen und ihm einen umfassenden Bericht übermitteln.

Die therapeutische Behandlung eines Lymphoms hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Dem Ort, an dem es sich befindet
  • Seinem Entwicklungsstadium
  • Dem Alter Ihrer Katze
  • Dem allgemeinen Gesundheitszustand Ihrer Katze zum Zeitpunkt der Diagnose.

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden: Chirurgie, Chemotherapie, Bestrahlung oder Immuntherapie. Ihr Tierarzt kann Ihnen diese Optionen genauer erläutern und vor allem auch beurteilen, welche von ihnen im Falle Ihrer Katze vielleicht nicht ratsam sind.