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Warum heulen Hunde?

brauner dachshund heult advice © Shutterstock

Obwohl sich der Hund in der Gesellschaft von Menschen wohlfühlt, stammt er dennoch vom Wolf ab. Die Gene seiner Vorfahren trägt er weiterhin in sich. Aus diesem Grund hat der Hund einige Verhaltensweisen wie das Heulen vom Wolf „geerbt“. Was der Vierbeiner mit dem Heulen ausdrücken möchte, richtet sich nach der Situation.

von Carina Petermann

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Artgenossen heulen gemeinsam, um Fremde zu vertreiben, und stärken durch die Rudelbildung ihren Zusammenhalt.

  • Warum Hunde im Schlaf heulen, hängt mit ihren Träumen zusammen.

  • Ein Rüde heult manchmal, wenn er eine läufige Hündin in der Nähe erschnuppert hat.

  • Für einen Hund ist das Heulen eine wichtige Art zu kommunizieren, da er nicht weinen kann.

Hunde winseln oftmals bereits im Welpenalter

Ab welchem Alter ein Vierbeiner mit dem Heulen und Winseln beginnt, ist unterschiedlich. Manche Hunde heulen schon als Welpen, andere erst nach einigen Jahren. Die Tonlage ist sehr individuell. Bei manchen Tieren hört sich das Geheul harmonisch und synchron an. Unerträglich kann es werden, wenn die Hunde gemeinsam beginnen, im Chor zu heulen. Nicht jeder Hund heult gleich viel. Manche Hunderassen heulen mehr als andere. Dazu gehören beispielsweise English Foxhounds, Huskies oder Dackel.

Das sind die häufigsten Gründe, warum Hunde winseln

Der tierische Freund heult, um sein Revier zu markieren. Sobald ein Hund einen anderen Artgenossen aus der Ferne erblickt, schrillen seine Alarmglocken. Sicher fragen Sie sich, warum das Haustier plötzlich aufspringt und anfängt lautstark zu heulen. In dieser Situation möchte der Vierbeiner sein Territorium verteidigen. Mit dem unüberhörbaren Heulen signalisiert er dem Rivalen, dass dieser unerwünscht ist und schleunigst aus seinem Revier verschwinden soll.

Warum Hunde bei Krankenwagen oder einer Sirene heulen

Die Sirene eines Krankenwagens verursacht ein schrilles und lautes Geräusch. Für Menschen ist das laute Geräusch der Sirene akustisch schwer zu ertragen. Ein Hundehalter ist zu recht verunsichert und fragt sich, ob die Sirene für den tierischen Freund ebenso unerträglich ist. Sie befürchten, dass dem Haustier das laute Geräusch in den Ohren wehtut. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Die Fellnasen „singen“ mit, da die Sirene im Frequenzbereich dem natürlichen Hundegeheul ähnelt. Die Fachsprache bezeichnet dieses Phänomen als „Kontaktheulen“.

Gut zu wissen: Das „Kontaktheulen“ ist auch der Grund, warum Hunde bei Musik heulen. Insbesondere bei klassischer Musik trifft dies zu. Dies begründet, warum Hunde beim Klavier besonders lautstark „mitsingen“. Es besteht kein Grund zur Sorge. Wenn der Vierbeiner einen guten allgemeinen Eindruck macht, können Sie davon ausgehen, dass es ihm an nichts fehlt. Er ist schlichtweg künstlerisch „aktiv“, indem er während des Klavierspielens mitheult. Die Frage "Warum heult mein Hund nicht?" stellt sich in diesem Zusammenhang kein Hundebesitzer.

Warum manche Hunde verstärkt nachts heulen

Vielleicht haben Sie sich in der Vergangenheit gefragt, warum Hunde nachts den Mond anheulen. Die Vierbeiner heulen nachts mitunter mehr als am Tag, da sie die wenigen Geräusche stärker wahrnehmen. Sie hören eher einen ungewohnten oder vertrauten Klang, der sie zum Heulen animiert oder provoziert.

Hunde heulen bei Schmerzen und aus Angst

Die Vierbeiner sind nicht frei von Angst. Bestimmte Geräusche, unangenehme Gerüche oder andere Dinge bringen Hunde gelegentlich zum Heulen. Damit macht der Vierbeiner, sobald er ängstlich ist, auf sich aufmerksam. Zu den häufigsten Dingen, die der Fellnase Angst bereiten, gehören Umzüge, laute Geräusche oder der Besuch beim Tierarzt. Dies gilt auch dann, wenn der Vierbeiner eine Operation überstanden hat. Das Immunsystem ist geschwächt. Ihr Liebling braucht jetzt Ruhe und viel Zuwendung. Wenn der Liebling in dieser Zeit verstärkt heult, sollte Sie das nicht beunruhigen. Warum Hunde nach der Narkose heulen, hat nicht immer etwas mit akuten Schmerzen zu tun. Vielmehr benötigt der Vierbeiner eine gewisse Zeit, um sich von der Narkose zu erholen. Zunächst kann er weder richtig sehen, noch wie gewohnt hören und riechen. Er nimmt seine Umgebung deshalb verzerrt und fremd wahr. Für den ängstlichen Hund ist menschliche Wärme nun essentiell. Ihr Schützling benötigt zuhause einen warmen und ruhigen Platz, abseits der anderen tierischen Mitbewohner. Mit einer Infrarotlampe sowie dicken Decken und Polstern spenden Sie Ihrer Fellnase zusätzliche Wärme.

Trennungsangst und Einsamkeit: Warum Hunde heulen, wenn sie alleine sind

Die Fellnase ist ein Rudeltier. Sie fühlt sich unter ihren Artgenossen wohl und braucht diese permanent um sich. Bei der menschlichen Bezugsperson ist dies nicht anders. Ein Hund betrachtet sein Herrchen unterbewusst als ein Teil des „Rudels“. Sobald der Besitzer also nicht da ist, fühlt sich der vierbeinige Liebling vernachlässigt und vergessen. Ein Hund heult, wenn er alleine ist, entweder um das Herrchen zurückzurufen oder weil er unter massiver Trennungsangst leidet. Vor allem bei Welpen werden Sie dieses Verhalten beobachten können. Sie sind das Alleinsein noch nicht gewöhnt und wollen ununterbrochen mit ihrer Familie zusammen sein.

Tipp: Sie sollten das Verhalten des Haustiers nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn der Vierbeiner massive Probleme mit dem Alleinsein hat, kann es sinnvoll sein, mit ihm zum Tierpsychologen zu gehen.

Unsere Empfehlung: Dem Hund das Heulen nicht zwingend abgewöhnen

Die erste Reaktion von unerfahrenen Herrchen besteht darin, dem Hund das Jaulen abzugewöhnen. Dies ist nicht in allen Fällen die richtige Vorgehensweise. Sie sollten zunächst beurteilen, warum der Hund in diesem Moment heult. Manchmal hat er Hunger und versucht mit dem Heulen auf sich aufmerksam zu machen. Oder der Vierbeiner möchte spielen und vermittelt dies mit einem ununterbrochenen Heulen. Solange die Fellnase dieses Verhalten wieder einstellt, sollten Sie dies auch nicht unterbinden. Manchmal ist es gut, gemeinsam mit dem tierischen Liebling zu heulen. Dies stärkt die emotionale Bindung zwischen dem Vierbeiner und seinem Besitzer. Wenn Sie in einer bestimmten Situation feststellen, "mein Hund heult mit mir", haben Sie wohl einen besonders einfühlsamen Begleiter an Ihrer Seite. Falls das Heulen doch einmal unzumutbar wird, helfen bestimmte Abbruchsignale und Kommandos. Einem Welpen sollten Sie das Heulen nie abgewöhnen und ihm stattdessen größtmögliche Nähe bieten. Geben Sie ihm eine Decke, kuscheln Sie mit ihm und beruhigen Sie den vierbeinigen Liebling beispielsweise mit einem Kuscheltier.