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Wie erkenne ich eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund?

Hund beim Tierarzt advice
© Shutterstock

Viele Menschen haben eine Schilddrüsenunterfunktion, ohne davon zu wissen. Denn die Symptome zeigen sich schleichend und sind nicht eindeutig. Bei Hunden ist es ähnlich. Wir geben Tipps, mit denen Sie eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund erkennen.

von Nina Brandtner

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Symptome

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) drosselt langsam aber sicher den Stoffwechsel des Hundes. Darum wirkt der Vierbeiner insgesamt ruhiger oder nimmt schneller zu. Viele Hundehalter interpretieren dies zu Beginn als „braveres Verhalten“ oder sehen dies als Auswirkung einer Kastration. Denn vor allem kastrierte Hunde beiderlei Geschlechts leiden unter einer Schilddrüsenunterfunktion.

Doch wenn Ihr Hund älter als vier Jahre alt ist und einer größeren Rasse angehört, sollten Sie aufmerken werdem, wenn Sie folgende Symptome an ihm beobachten:

  • Der Hund wirkt Tag für Tag ruhiger und hat weniger Antrieb
  • Kälte macht dem Vierbeiner mehr aus als früher
  • Trotz gleicher Rationen zeigen sich mehr Pfunde auf den Hunderippen
  • Der Vierbeiner hat einen veränderten, „traurigen“ Gesichtsausdruck
  • Der Hund bekommt schuppige Haut
  • Die Immunabwehr ist geschwächt. Darum neigt der Vierbeiner zu Infektionen
  • Haarausfall zeigt sich vor allem an Hals, Rute und Nasenrücken
  • Es kann zu Verhaltensveränderungen wie Ängstlichkeit oder Aggression kommen
Müder Hund
Vor allem Müdigkeit und Trägheit sind Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion
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Im fortgeschrittenen Stadium der Schilddrüsenunterfunktion können sich bei betroffenen Hunden weitere Symptome zeigen:

  • Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Nervenzucken
  • Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen

Bei den wenigen unkastrierten Tieren, die an einer Hypothyreose leiden, kann es zu Fruchtbarkeitsproblemen kommen: Bei Hündinnen bleibt die Läufigkeit aus, Rüden können keinen Nachwuchs mehr zeugen.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion – wann zum Tierarzt?

Wenn Sie sich ein paar Mal darüber gewundert haben, dass Ihr Vierbeiner gemütlicher geworden ist: Machen Sie einen Kontrolltermin beim Tierarzt aus. Ältere Hunde werden ruhiger. Doch in vielen Fällen stecken behandelbare Erkrankungen wie eine Unterfunktion der Schilddrüse hinter dem Leistungsabfall. Haar- und Hautstörungen sowie immer wiederkehrende Infekte sind ebenfalls ein guter Grund, ein Blutbild beim Tierarzt zu veranlassen.

Blutabnehmen beim Hund
Ein Blutbild kann die Diagnose liefern
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Hinter anderem Verhalten können neben einer Schilddrüsenunterfunktion auch Schmerzen oder andere Erkrankungen stecken. Weil die Symptome rund um eine Schilddrüsenerkrankung beim Hund schleichend und vielfältig sind, gibt es eine hohe Dunkelziffer von Hunden mit Hypothyreose.

Vor allem, wenn Ihr Vierbeiner zu den typischen Risikogruppen zählt und kastriert ist, sprechen Sie den Tierarzt auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion an. Übrigens: Neben großen Hunden wie dem Labrador Retriever, dem Golden Retriever und dem Dobermann zählen auch Dackel zur Risikogruppe.

Wie erkennt der Tierarzt eine Schilddrüsenunterfunktion?

Der Tierarzt wird Ihren Schützling gründlich untersuchen und Sie nach den Symptomen sowie seinen Lebensumständen befragen. Im Anschluss wird er ein Blutbild veranlassen. In diesem wird er die Schilddrüsenhormone Thyroxin, T4 (das sogenannte „freie Thyroxin”) und TSH (Thyreoidea-Stimulierendes Hormon) sowie weitere, von diesen Hormonen abhängige Werte, bestimmen lassen.

Schilddrüsenhormone sind eng mit anderen Körperprozessen verbunden. Darum kann der Nachweis bestimmter Antikörper im Blut ebenfalls eine Rolle spielen. Um weitere Erkrankungen ausschließen zu können, ist in den meisten Fällen ein ausführliches Blutbild notwendig.

Besteht der Verdacht auf eine andere Ursache für die Symptome, können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall zum Einsatz kommen. In den seltensten Fällen sind zum Beispiel Tumore für eine Schilddrüsenunterfunktion verantwortlich.