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Hotspot beim Hund: Ursachen und Behandlung der runden Entzündungen

Hund mit Hotspots am Bein advice
© Shutterstock

Plötzlich sind sie da – Hot Spots beim Hund. Sie sind nicht gefährlich, aber lästig und für den Hund sehr unangenehm. Ein kleiner Reiz schon kann sie auslösen und einen Hund dazu bringen, sich permanent zu kratzen oder die Wunde immer wieder aufzuknabbern. Die Behandlung ist wichtig, wenn sie auch nicht langwierig ist. Neigt ein Hund immer wieder zu Hot Spots, ist das Herausfinden und Verhindern der Ursache wichtig.

von Nina Brandtner

Hot Spot – was ist das?

Hot Spot bedeutet übersetzt „Heißer Punkt“. Es handelt sich dabei um eine flächige, oft kreisrunde Entzündung der Haut. Diese tritt ganz plötzlich auf. Es gibt zwei Formen des Hot Spots. Die pyotraumatische Dermatitis ist eine oberflächliche Entzündung, die durch einen äußeren Reiz ausgelöst wird. Sie heißt deshalb auch oberflächlicher Hot Spot. Die pyotraumatische Follikulitis ist der tiefe Hot Spot. Hier kommt eine Haarbalgentzündung hinzu sowie eine Entzündung, die bis tiefere Hautschichten reicht.

Ursachen von Hotspots beim Hund

Warum ein Hot Spot auftritt, kann im Nachhinein oft nicht mehr heraus gefunden werden. Offensichtlich ist es, wenn Ihr Hund an einer Flohstichallergie, einer Überempfindlichkeit auf Flohspeichel leidet, denn dann entstehen nach Flohstichen häufiger Hot Spots. Auch andere Parasiten oder ein einfacher Insektenstich können zu einer Entzündung der Haut führen. Leidet Ihr Hund an anderen entzündlichen Erkrankungen, z. B. einem entzündeten Ohr oder Problemen mit den Analbeuteln, treten auch hier eher Hot Spots auf.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Langhaarige Hunde oder Hunde mit viel Unterwolle leiden eher im Sommer an Hot Spots, weil dichte Unterwolle eine Belüftung der Haut verhindert. Diese luftarme Umgebung bietet Bakterien gemeinsam mit Feuchtigkeit einen beliebten Nährboden. Manchmal reichen schon kleinste Reize aus, wie der Kontakt mit Brennnesseln oder die Begegnung mit einem Dornenstrauch. Das Rasieren im Rahmen einer Operation beim Tierarzt kann die Haut ebenfalls reizen. Außerdem kommen als Verursacher Parasitenmittel, Wasch- und Putzmittel in Frage.

Auch die kleinste Unverträglichkeit auf bestimmte Futtermittelbestandteile sowie ein schwaches Immunsystem begünstigen Hot Spots. Leidet Ihr Hund an einer Fehlfunktion oder Schwäche der Nieren- und Leberfunktion, hat dies Einfluss auf das Hautmilieu und kann zu einem Ungleichgewicht von diesem führen. Bestimmte Bakterien wie z. B. Staphylokokken können sich dann unangemessen vermehren und die Gefahr für Hautentzündungen steigt. Seltener sind Nervenschäden oder Schmerzen die Ursache. Grundsätzlich können aber auch ein punktuelles, kribbelndes Gefühl oder Schmerzen aufgrund einer eher innenliegenden Erkrankung wie ein arthritisches Gelenk zu einer (nässenden) Dermatitis führen, wenn der Hund versucht, das Gefühl mittels lecken zu lindern.

Haben Sie Ihren Hund ganz neu und er bekommt kurz nach seiner Ankunft bei ihnen ein Hot Spot, liegt das möglicherweise an der Umstellung.

Jede Veränderung ist Stress für einen Hund, egal ob Umzug, neues Familienmitglied oder anderes.

In diesem Zeitraum ist die Funktion des Immunsystems herabgesetzt. Dies wiederum kann dazu führen, dass sich bestimmte Bakterien vermehren, die sich schon zuvor auf der Haut des Hundes befunden haben.

Symptome und Krankheitsverlauf

Hot Spots treten ganz plötzlich auf, oft sogar über Nacht. Ein kleiner, äußerer Reiz führt beim Hund zum Bedürfnis, daran zu lecken oder zu kratzen. Es entsteht eine Wunde, in die Bakterien eindringen und die sich schließlich entzündet. Plötzlich hat der Hund eine meist nässende Wunde, deren Sekret das umliegende Fell verklebt (Haare verklebt). Er leidet an starkem Juckreiz und versucht, weiter an dieser Wunde zu kratzen oder zu lecken. Das führt zu einem Teufelskreis. Hot Spots haben eine runde bis ovale Form, meist nicht viel größer als eine Münze, können aber auch die Größe einer Handfläche erreichen. Sie riechen aufgrund der entzündlichen Prozesse unangenehm süßlich.

Sind Hot Spots beim Hund ansteckend?

Hot Spots an sich sind nicht ansteckend, weder auf andere Hunde noch auf andere Tiere oder Menschen. Sie können aber durch ansteckende Krankheiten verursacht werden, z. B. Hautpilz und Milben.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Einen Hotspot bei Hunden richtig behandeln

Gerade bei nässenden Wunden muss der Bereich der Entzündung freigeschnitten werden, weil sonst ständig Fell in der Wunde klebt und diese zusätzlich reizt. Durch das Freischneiden oder -scheren gelangt auch Luft an die Wunde und diese kann abtrocknen. Die Behandlung von Hot Spots ist in der Regel unkompliziert. Meist reicht eine lokale Reinigung und Behandlung mit Wunddesinfektionsmitteln aus. In schwereren Fällen wird zusätzlich Antibiotika zur Bekämpfung beteiligter Bakterien verschrieben. Seltener ist auch die Gabe von Entzündungshemmern nötig. Manchmal muss der Hund mit einer Halskrause am Lecken und Knabbern gehindert werden, weil sich dadurch die Wunde immer wieder öffnet und weitere Bakterien hinein gelangen können. Auch die Ursache muss bekämpft werden, damit zukünftig keine weiteren Hot Spots mehr auftreten.

Hot Spots beim Hund vorbeugen

Ist eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Reize als Ursache für die Hot Spots bekannt, liegt die beste Vorbeugung darin, diese im Vorfeld zu verhindern. Bei einer Flohspeichelallergie bedeutet dies, eine gute Flohabwehr zu gewährleisten. Reagiert ihr Hund auch auf häufige Insekten wie Mücken empfindlich, kann versucht werden, diese mit für sie unangenehmen Gerüchen abzuwehren. Bei langhaarigen Hunden kann mit guter Fellpflege vorgebeugt werden. Besonders das Ausbürsten loser Unterwolle ist wichtig, damit Luft an die Haut gelangt. Bei einigen Hunden ist es gar nicht so einfach, sodass auch der Besuch bei einem Hundefriseur helfen kann. Dort kann je nach Bedarf und Fellbeschaffenheit (v.a. bei dichtem Fell) Unterwolle ausgebürstet oder der Hund getrimmt werden.

Einige Hunde reagieren sehr sensibel auf Chemikalien. Einige Waschmittel und Reinigungsmittel reizen die Haut von Hunden, sodass ein Wechsel der verwendeten Produkte möglicherweise Besserung bringt. Bestehen die Liegeflächen Ihres Hundes aus synthetischen Fasern, ist ein Versuch mit unbehandelten Naturfasern wie Biobaumwolle oder Schaffell einen Versuch wert. Scheint das Auftreten von Hot Spots unerklärlich zu sein, wäre das Futter ein weiterer Gedankenansatz. Mit einer Ausschlussdiät können Sie mögliche Futtermittelunverträglichkeiten ausschließen. Bei einer Futtermilbenallergie wird allerdings nur der Verzicht auf Trockenfutter die Symptome lindern.