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Stiftung Warentest: Hundefutter-Test mit überraschenden Ergebnissen

Welches Futter ist das beste für meinen Hund? advice
© Shutterstock

Liebe geht durch den Magen – in kaum einem anderen Bereich gilt dieses Sprichwort so sehr wie in Bezug auf unsere Haustiere. Damit es dem Vierbeiner möglichst gut bei uns geht, wird häufig auf vermeintlich besonders hochwertige Kost zurückgegriffen – aber ist dies wirklich erforderlich? In Bezug auf Nassfutter für Hunde hat die Stiftung Warentest im Mai 2019 ihre Ergebnisse veröffentlicht. Diese sind zum Teil überraschend.

von Stefanie Gräf

Im Test waren insgesamt 31 verschiedene Nassfuttersorten in unterschiedlichsten Preislagen, sowohl vom Discounter um die Ecke als auch Premium-Futtermittel sowie BARF-Produkte. Der Fokus lag dabei auf den Inhaltsstoffen, wobei nicht nur darauf geachtet wurde, ob alle wesentlichen Nährstoffe enthalten sind, die ein Hund benötigt, um gesund zu bleiben. Ausgegangen wurde hierbei von einem mittelgroßen Vierbeiner. Ebenfalls wurde untersucht, ob Schädliches in den Menüs vorhanden ist, etwa Bakterien o.ä. In die Bewertung hinein flossen ebenso Kriterien wie der Preis des Produkts oder, ob die Verpackung recycelbar ist.

Bestes Hundefutter = Premiumhundefutter?

Die interessante Erkenntnis der Experten von Stiftung Warentest: Hochpreisig bedeutet nicht gleichzeitig gut und gesund. Des Weiteren fielen 9 von den 31 Nassfuttern durch und wurden mit der Note „mangelhaft“ bewertet. Hierbei handelt es sich um BARF-Futtermittel. Negativ fiel dabei zudem auf, dass diese zum Teil für die Tierhalter sogar gesundheitsschädlich sein können.

Dabei liegt Barfen aktuell nicht nur im Trend, sondern gilt auch als besonders gesund für Hunde. Hierbei geht es darum, dem Vierbeiner, der schließlich vom Wolf abstammt, eine möglichst artgerechte, biologische Ernährung zu ermöglichen. Dafür wird auf Rohfutter zurückgegriffen, konkret bedeutet dies, dass rohes Fleisch, Innereien, Knochen, Fisch, Gemüse, Eier, Milch o.ä. zusammengemischt und verfüttert werden. Wer sich nicht selber die Mühe machen möchte, kann fertige, tiefgekühlte BARF-Menüs inzwischen auch kaufen.

BARF-Hundefutter als Fertigmenü problematisch

Allerdings fielen vor allem diese Futtermittel negativ auf im Test. So waren in vier der fünf geprüften BARF-Menüs bedenkliche Keime enthalten. Und zwar weniger schädlich für die Tier, als vielmehr für die Menschen, die mit ihnen umgehen. Konkret handelte es sich um Enterobakterien, die aus dem Darm stammen. Besonders hoch war die Belastung beim „Rind Komplett-Menü“ von Procani und dem „Barf-Menü vom Pferd mit Heidekartoffeln“ von Tackenberg. 

Daneben fiel auf, dass mit derartigen Tiefkühlmenüs auch keine ausgewogene Ernährung gewährleistet ist, denn es fehlen wichtige Nährstoffe, etwa Kalzium und Phosphor, die Vitamine A und B. Dies wiederum kann Knochenschäden oder Augenprobleme verursachen, ebenso können nervöse Störungen auftreten. Ein eher ernüchterndes Ergebnis.

Das Aus für BARF? Nein, aber Hundehalter sollten sich mit einem spezialisierten Tierarzt austauschen und lieber das Futter dann nach diesen Vorgaben selbst zusammenstellen.

Ist der Verzicht auf Zusatzstoffe immer sinnvoll?

Aber auch Futtermittel, die damit beworben werden, dass bei der Herstellung auf Zusatzstoffe verzichtet wird, schneiden nicht besser ab. Denn tatsächlich wird hier auf wichtige Nährstoffe verzichtet, die die Tiere jedoch im Rahmen einer vollwertigen Fütterung dringend benötigen. Denn die Deklarierung als Alleinfuttermittel suggeriert dem Nutzer, dass alles Nötige enthalten ist. In diese Kategorie fallen beispielsweise:

  • „Dein Bestes mit vier Sorten Geflügel klassisch“ von DM
  • „Real Nature Rind mit Kartoffeln und Schwarzkümmel“ von Fressnapf
  • „Classic Menü Bio-Huhn mit Hirse“ von Hermann’s Manufaktur
  • „Hirsch mit Quinoa, Kürbis, Birne, Nachtkerzenöl“ von Herzenshund

Gerade die teuersten Produkte schnitten überdurchschnittlich schlecht ab.

Lidl-, Netto- und Aldi-Hundefutter besonders gut

Aber welches sind denn nun die Sieger in diesem Nassfutter-Test? Ausgesprochen positiv schneiden dagegen vor allem die preiswerten Nassfutter von den großen Discountern ab. Gutes Futter für den Hund muss offenbar nicht kostspielig sein. Auf dem Siegertreppchen ganz oben stehen folgende Produkte: 

  • „Gut & Günstig Saftige Brocken mit Rind in feiner Soße“ von Edeka und Futter der Netto-Marke Pablo. Überraschend: Der Preis liegt jeweils bei gerade einmal 59 Cent!
  • „Orlando Schlemmerkern Pastete mit Rind, Kartoffeln & Kräutern“ von Lidl liegt preislich ein wenig höher, bekam aber ebenfalls die Note 1,2.
  • Ebenfalls empfehlenswert sind Romeo von Aldi Süd
  • Spurty von Penny.

Honoriert wurde von den Testern zudem, dass alle günstigen Produkten zugleich auch den optimalen Nährstoffmix für einen Hund bieten.

Fütterungsempfehlungen nur eingeschränkt empfehlenswert

Laut den Experten der Stiftung Warentest sind übrigens auch die Futterempfehlungen auf den Verpackungen oftmals problematisch. So sind die berechneten Mengen für kleine Hunde gerne zu niedrig angesetzt, für große dagegen deutlich zu hoch. Hierbei wird offenbar häufig der Trugschluss angesetzt, dass die benötigte Energiemenge mit der Größe ansteigt, was allerdings genau nicht der Fall ist. Wer sich unsicher ist, sollte insofern lieber auf eine Futterberatung durch einen Tierarzt zurückgreifen. Denn Übergewicht kann schnell zu gesundheitlichen Problemen führen.